Superstar schimpft und blutetVingegaard wundert sich über "verrückten" Sturz von Evenepoel

Bei der Katalonien-Rundfahrt dreht Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel auf, startet zusammen mit Jonas Vingegaard eine überraschende Attacke - bis sein Unterfangen ein bitteres Ende findet. Der Belgier stürzt und sein Kollege wundert sich.
Der zweifache Rad-Olympiasieger Remco Evenepoel hat einen Ausreißercoup bei der Katalonien-Rundfahrt auf bittere Weise verpasst. Der Belgier vom deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe lag auf der dritten Etappe nach einer überraschenden Attacke lange mit dem zweimaligen Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard an der Spitze, kam vor einem Kreisverkehr wenige hundert Meter vor dem Ziel aber zu Fall und musste alle Siegchancen begraben.
Bedient und mit blutenden Wunden an Arm und Bein schaute Evenepoel ins Leere. Der 26-Jährige war mit Vingegaard mit einem Vorsprung von mehr als zehn Sekunden auf die Zielgerade gegangen. Vingegaard fuhr zunächst weiter, nahm dann aber Tempo raus. "Ich wollte mir dadurch keinen Vorteil verschaffen und habe auf das Hauptfeld gewartet", sagte der Däne von Visma-Lease a bike. Dann schilderte er seinen Blick auf die kuriose Szene: "Ich weiß nicht, was passiert ist. Er ist über den Lenker gegangen. Es sah ein bisschen verrückt aus. Ich hoffe, er ist in Ordnung und kann morgen weitermachen."
Der Sieg ging wie bereits auf der ersten Etappe nach 159,5 Kilometer in Vila-seca an den französischen Meister Dorian Godon (Ineos Grenadiers), der sich im Massensprint gegen die Briten Ethan Vernon (NSN Cycling) und Noah Hobbs (EF Education-EasyPost) durchsetzte. Bester Deutscher wurde Michel Heßmann (Movistar) auf Rang neun. Vingegaard rollte als 15. über den Strich, Evenepoel folgte als 106. Aufgrund des Sturzes wurde er mit derselben Zeit wie Godon gewertet.
Evenepoel hatte knapp 29 Kilometer vor dem Ziel eine Windkante genutzt und sich auf flachem Terrain vom Hauptfeld abgesetzt, nur Vingegaard folgte ihm. Das Duo baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus, obwohl Vingegaard wenig Führungsarbeit leistete. Evenepoel beschwerte sich mehrmals, dann kam der Teamkollege von Florian Lipowitz zu Fall.
Godon baute seine Gesamtführung aus, Evenepoel geht als Zweiter mit einem Rückstand von elf Sekunden in die erste Bergankunft in den Pyrenäen am Donnerstag. Auf dem Weg ins Skigebiet Vallter 2000 muss das Peloton auf der vierten Etappe 173 Kilometer mit 4041 Höhenmetern bezwingen. Die 105. Katalonien-Rundfahrt endet am Sonntag nach dem siebten Teilstück in Barcelona.