Sport

Tour de Frust für Sprint-Star Teamchef geht "Egoist" Kittel hart an

fa748e45afb4d2940ba6d94a3bf13189.jpg

Sprint-Star Marcel Kittel wird vom eigenen Teamchef angezählt.

(Foto: dpa)

Die Tour de France 2018 ist für den deutschen Top-Sprinter Marcel Kittel bislang eine einzige Enttäuschung. Das findet auch sein Teamchef beim Rennstall Katusha-Alpecin. Dimitri Konyschew erhebt sogar schwere Vorwürfe gegen den 30-Jährigen.

Der deutsche Sprintstar Marcel Kittel steht in seinem neuen Team Katusha-Alpecin stark in der Kritik. Sportdirektor Dimitri Konyschew warf dem bei der Tour de France bislang enttäuschenden Thüringer in der der französischen Zeitung "L'Equipe" öffentlich Egoismus vor. "Wir bezahlen ihm eine Menge, aber er ist nur an sich selbst interessiert", sagte der 52 Jahre alte Russe über Kittel, den er sich "nicht ausgesucht" habe: "Vor dem Mannschaftszeitfahren in Cholet hat er während der Teambesprechung mit seinem Handy herumgespielt. Das hat mir zu verstehen gegeben, dass ich ihn nicht interessiere."

Der 30 Jahre alte Kittel, der nach seinen fünf Tour-Etappensiegen des Vorjahres von Quick-Step zu Katusha gewechselt ist und bei der in der Schweiz lizenzierten Mannschaft russischen Ursprungs zu den Großverdienern zählt, blieb in der ersten Tour-Woche ohne Etappensieg. "Die Stimmung ist nicht die beste", hatte Kittels Teamkollege Tony Martin am Freitagabend bei Eurosport gesagt: "Wir hatten heute hohe Ziele, die konnten wir leider nicht erreichen. Wir werden weiterkämpfen, es kann von einem auf den anderen Tag ganz anders aussehen." Kittel hatte am Freitag in Chartres nicht einmal in den Massensprint eingreifen können, nachdem er kurz vor dem Ziel falsch positioniert war, und war 118. geworden.

Kittel-Manager Jörg Werner, der sich am Ruhetag am Montag um ein klärendes Gespräch bemühen will, war in seinen Äußerungen wenig diplomatisch. Er nannte Teile der Mannschafts-Führung "old School", mahnte den fehlenden Teamspirit an und sprach von einer Teilung zwischen der vierköpfigen (deutschen) Sprinter-Fraktion um Kittel, Martin, Rick Zabel und Nils Politt und den übrigen vier Fahrern, die sich um den für das Gesamtklassement vorgesehenen Ilnur Zakarin kümmern sollen.

Werner schwärmte von vergangenen Zeiten, in denen sein Schützling noch für das belgische Quick-Step-Team fuhr, in dem jetzt der Topsprinter Fernando Gaviria mit bisher zwei Etappenerfolgen für Furore sorgt. "Bei Quick-Step herrscht eine gute Stimmung, auch die Klassementsfahrer Alaphilippe und Jungels unterstützen den Sprinter", sagte er der dpa.

Quelle: n-tv.de, tno/sid/dpa

Mehr zum Thema