Sport

Tiebreak auch im fünften Satz? Tennis-Marathonis plädieren für Reform

01da60a86cdf61f624b4f2543f604123.jpg

Am Ende siegt Kevin Anderson - mit bitterem Beigeschmack.

imago/UPI Photo

Weil die Regeln im fünften Satz keinen Tiebreak vorsehen, kämpfen Kevin Anderson und John Isner in ihrem Halbfinal-Spiel in Wimbledon 6:36 Stunden um den Sieg. Freuen kann sich nicht mal der südafrikanische Gewinner so richtig. Nun sollen Veränderungen her.

6:36 Stunden Spieldauer, der finale fünfte Satz endet 26:24: Das Halbfinal-Match zwischen Kevin Anderson und John Isner in Wimbledon geht in die Geschichte ein. Es ist das viertlängste Tennis-Spiel der Geschichte. Jetzt sprechen sich beide für die Einführung eines Tiebreaks im fünften Satz aus.

"Ich hoffe, dass dies jetzt der Anstoß ist, um über eine Regeländerung bei Grand Slams nachzudenken", sagte der Südafrikaner Anderson, nachdem er US-Aufschlagriese Isner bezwungen hatte. "Am Ende hat es sich wie ein Unentschieden zwischen uns angefühlt, und doch musste einer gewinnen," sagte der 32-Jährige. Und: "Er tut mir wirklich leid. Wäre ich auf der anderen Seite, ich wüsste nicht wie ich damit fertig werden würde, so lange gekämpft zu haben und dann zu verlieren." Andersons Wort hat Gewicht. Der 32-Jährige ist Vize-Präsident der Spielervereinigung der ATP-Tour.

Isner ist neben dem zweitlängsten Wimbledon-Match der Historie auch am längsten beteiligt: 2010 hatte er bei seinem Erstrundenmatch gegen den Franzosen Nicolas Mahut 11:05 Stunden reine Spielzeit bis zum Sieg benötigt - das Spiel zog sich über drei Tage. Er schlug nach dem gestrigen Duell in die gleiche Kerbe wie Anderson: "Persönlich bin ich dafür, beim Stand von 12:12 einen Tiebreak zu spielen", sagte er: "Ich denke, das ist überfällig. Ich habe natürlich großen Anteil an der Diskussion, bin ein großer Bestandteil des Ganzen."

John McEnroe unterstützt Vorschlag

Traditionell wird bei den Australian Open, den French Open und in Wimbledon im fünften Durchgang kein Tiebreak mehr ausgespielt, sondern das Match so lange fortgesetzt, bis einer der beiden Spieler zwei Punkte Vorsprung hat. Lediglich die US Open weichen von den vier Major-Turnieren bei dieser Regel ab.

Unterstützung bekommen die beiden Marathon-Halbfinalisten von Prominenten, wie Ex-Profi John McEnroe: "Ich hoffe die großartige Leistung dieser beiden fitten und sehr erfahrenen Profis erlaubt den Entscheidern, eine Änderung anzustreben", sagte er. "Für diese beiden Spieler und alle die nach ihnen kommen."

Durch das langwierige Duell der beiden Aufschlagspezialisten war es in Wimbledon am Freitag zu erheblichen Verzögerungen gekommen. Das zweite Halbfinale zwischen Novak Djokovic und Nadal war letztlich um 23 Uhr Ortszeit beim Stand von 6:4, 3:6, 7:6 für den "Djoker" aus Rücksicht auf die Anwohner der Anlage an der Church Road abgebrochen worden. Es wird nun am frühen Nachmittag fortgesetzt, wodurch sich auch der Beginn des Frauen-Endspiels zwischen Angelique Kerber und Serena Williams (nicht vor 15 Uhr MESZ im ZDF) verzögern könnte.

Quelle: n-tv.de, ara/sid

Mehr zum Thema