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Roglic renkt sich Schulter ein Tour-Profi erleidet Halswirbelbruch bei Fan-Crash

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Aufs Fahrrad darf Oss jetzt erst einmal nicht, er "darf sich für einige Wochen nicht bewegen".

(Foto: IMAGO/Sirotti)

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Bei einem Crash mit einem Fan stürzen mehrere Radprofis auf der fünften Etappe der Tour de France schwer. Während einer mit Becken- und Schlüsselbeinbruch sofort aufgibt, fährt ein anderer die Etappe zu Ende. Und bekommt dann zu hören, dass er "sich für einige Wochen nicht bewegen" darf.

Nach dem spektakulären Crash mit einem Zuschauer muss auch Daniel Oss die Tour de France aufgeben. Sein Team TotalEnergies teilte mit, dass weitere Untersuchungen einen Halswirbelbruch ergeben hätten. "Er darf sich für einige Wochen nicht bewegen und muss die Tour verlassen", hieß es in der Mitteilung.

Der Unfall auf dem dritten Kopfsteinpflastersektor der fünften Etappe hatte bereits den Österreicher Michael Gogl zur Aufgabe wegen eines Becken- und Schlüsselbeinbruchs gezwungen. Der Schweizer Oss touchierte zunächst einen unachtsamen Zuschauer mit dem Kopf und kam zu Fall. Der dahinter heranrasende Gogl konnte bei hoher Geschwindigkeit nicht mehr ausweichen und flog über das Rad von Oss. Dabei zog sich Gogl nach Angaben seines Teams Alpecin-Deceuninck einen Beckenbruch und einen Schlüsselbeinbruch zu und muss operiert werden. Der ebenfalls in den Sturz verwickelte Bora-hansgrohe-Fahrer Danny van Poppel kann die Tour fortsetzen. Auch Oss fuhr die Etappe noch zu Ende, wurde dann aber eingehend untersucht - und erhielt das Fahrverbot.

"Leute, bitte bleibt von der Straße weg", schrieb Radprofi Simon Geschke bei Twitter. Bereits im vergangenen Jahr war es bei der Tour zu einem schweren Sturz gekommen, als der Deutsche Tony Martin in das auf die Straße gehaltene "Allez Opi Omi"-Pappschild einer Zuschauerin raste, mit dem sie ihre Großeltern grüßen wollte. Rund 50 Fahrer kamen zu Fall, es gab zahlreiche Verletzte, unter anderem schied der Spanier Marc Soler mit Knochenbrüchen aus. Im Dezember wurde die Frau dann zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt.

"Ich habe da eine spezielle Technik"

Gewinner der fünften Etappe war überraschend der Australier Simon Clarke. Titelverteidiger und Favorit Tadej Pogacar kam als Siebter 51 Sekunden hinter einer sechsköpfigen Ausreißergruppe um Clarke ins Ziel, nachdem er sich mit einem starken Antritt aus dem verbliebenen Hauptfeld gelöst hatte. Mit einer fulminanten Aufholjagd rettete der früh gestürzte Belgier Wout van Aert das Gelbe Trikot.

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Zahlreiche weitere Stürze überschatteten die Etappe. Primoz Roglic berichtete hinterher, dass er sich seine bei einem Sturz ausgekugelte Schulter wieder selbst eingerenkt hatte. "Ich konnte sie nicht gleich wieder einrenken, also musste ich mich auf den Stuhl eines Zuschauers setzen. Ich habe da eine spezielle Technik und so habe ich sie wieder eingerenkt", sagte Roglic in einem TV-Interview.

Die heutige sechste Etappe sollte ruhiger verlaufen. Das mit 219,9 Kilometer längste Teilstück dieser Tour vom belgischen Binche nach Longwy bietet Ausreißern eine große Chance.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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