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Biles und Co. werden entschädigt Unfassbare Summe soll Missbrauch aufwiegen

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Können Biles und Co. endlich mit dem Fall abschließen?

(Foto: REUTERS)

Fünf Jahre nach Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs durch den Arzt Larry Nassar werden seine Opfer entschädigt. Ein Gericht bestätigt: Es gibt insgesamt 380 Millionen Dollar. Auch der US-Turnverband bekommt die Folgen zu spüren.

Hunderte Opfer des verurteilten Sexualstraftäters Larry Nassar, langjähriger Arzt des Turnverbandes USA Gymnastics, werden mit einer Summe von rund 380 Millionen Dollar (337 Millionen Euro) entschädigt. Das bestätigte der US-Turnverband. Zu ihnen gehören die Olympiasiegerinnen Simone Biles, Alexandra Raisman und McKayla Maroney. Demnach einigten sich sie und die vielen weiteren Opfer Nassars mit USA Gymnastics, dem Olympischen und Paralympischen Komitee der USA sowie deren Versicherern.

"USA Gymnastics bedauert zutiefst das Trauma und den Schmerz, den die Opfer als Folge der Handlungen und Unterlassungen dieser Organisation erlitten haben", sagte Li Li Leung, Präsidentin und CEO von USAG. "Alleine und als Gruppe haben sich die Überlebenden für einen nachhaltigen Wandel in diesem Sport eingesetzt", sagte sie. Neben der finanziellen Entschädigung hat sich der Verband auch dazu verpflichtet, durch verschiedene Maßnahmen und die Einbindung von Überlebenden in Entscheidungsgremien zukünftig die Sicherheit der Sportlerinnen und Sportler zu garantieren.

Der 58-jährige Nassar verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Er hatte sich Ende 2017 und Anfang 2018 schuldig bekannt, während seiner Tätigkeit als Sportmediziner für den US-Turnverband und die Michigan State University (MSU) Athletinnen sexuell missbraucht zu haben. Gegen Nassar waren insgesamt drei Urteile gefällt worden, wegen seiner kriminellen Übergriffe auch gegen Minderjährige bekam er Gefängnisstrafen von bis zu 175 Jahren auferlegt. Insgesamt hatten Hunderte Turnerinnen und ihre Eltern gegen ihn geklagt.

2018 hatte die Michigan State University bereits eine Entschädigung von 500 Millionen Dollar zugesagt. Nassar hatte dort Medizin gelehrt und als Arzt gearbeitet und soll dort die meisten der bekannten Missbräuche begangen haben.

"Kein Geldbetrag wird jemals den Schaden reparieren"

Nach einem Bericht der "New York Times" wird der Großteil des Geldes von Versicherern des US-Turnverbandes USAG und des Nationalen Olympischen und Paralympischen Komitee (USOPC) aufgebracht. Das USOPC steuert demnach 34 Millionen Dollar bei und gewährt USAG ein Darlehen von sechs Millionen Euro. Das Geld soll nach Verbandsangaben treuhänderisch verwaltet und in Abstimmung mit der Vereinigung Survivors' Committee an die Opfer ausgezahlt werden.

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"Kein Geldbetrag wird jemals den Schaden reparieren, der angerichtet wurde und was diese Frauen durchgemacht haben", sagte Rachael Denhollander, die 2016 als erste frühere Turnerin gegen Nassar ausgesagt hatte. "Aber irgendwann müssen die Verhandlungen enden, denn diese Frauen brauchen Hilfe - und sie brauchen sie jetzt." Nach ihren Angaben steht noch nicht fest, wie groß die Summe für jedes der Opfer sein wird. Ein unabhängiger Mediator werde bei der Berechnung zahlreiche Faktoren wie Länge und Schwere des Missbrauchs berücksichtigen.

Die am Montag vom US-Insolvenzgericht in Indianapolis bestätigte Einigung war bereits am 19. November erzielt worden. Bis zu diesem Tag hatten Gläubiger von USAG einem Insolvenzplan des Verbandes zustimmen müssen. Der Verband hatte angesichts der Millionenklage der Missbrauchsopfer am 5. Dezember 2018 Insolvenzschutz beantragt. Mit der Einigung endet dieses Verfahren. USAG werde in den kommenden Wochen den Konkurs beenden, teilte der Verband mit.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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