Sport
Montag, 31. Mai 2010

Blutbeutel + EPO = Doping: Valverde weltweit gesperrt

Der Internationale Sportgerichtshof CAS zieht einen Schlussstrich unter den Dopingfall Alejandro Valverde. Mit "Piti Valv" beschriftete Blutbeutel im Labor des Blutpanschers Eufemiano Fuentes überzeugen die Richter, dass Valverde eine Doper ist und bis Ende 2011 gesperrt gehört.

Mit "Piti valv" beschriftete Blutbeutel im Dopinglabor des Gynäkologen Eufemiano Fuentes wurde Alejandro Valverde doch noch zum Verhängnis.
Mit "Piti valv" beschriftete Blutbeutel im Dopinglabor des Gynäkologen Eufemiano Fuentes wurde Alejandro Valverde doch noch zum Verhängnis.(Foto: dpa)

Das Dauerthema Doping hat den Radsport einen Tag nach Ende des 93. Giro d'Italia wieder eingeholt und einen der Top-Stars zu Fall gebracht. Der Weltranglisten-Erste Alejandro Valverde wurde nach einem einjährigen Justiz-Marathon weltweit für zwei Jahre gesperrt. Diese Entscheidung im Sinne des Weltverbandes UCI traf der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Spanier die Anti-Doping- Regeln verletzt habe. Die Sperre des 30-Jährigen läuft bis zum 1. Januar 2012.

Die UCI zeigte sich "erleichtert" über das Urteil und kündigte an, alle Ergebnisse Valverdes aus dieser Saison, darunter sein Sieg bei der Tour de Normandie und seinen zweiten Platz bei der Fernfahrt Paris-Nizza, zu annullieren. Zudem solle Valverde seine Preisgelder zurückzahlen. "Die UCI und der Radsport insgesamt haben sehr unter dieser Affäre gelitten und der durch Valverde verursachte Schaden (...) kann durch diese Strafe nicht vollständig kompensiert werden", kommentierte die UCI den Richterspruch. Man habe die Entscheidung "mit Befriedigung" aufgenommen.

Valverde, der Doping bestreitet und nie positiv getestet wurde, war am 11. Mai 2009 für alle Rennen in Italien gesperrt worden. Im Rahmen des Dopingskandals der spanischen "Operación Puerto" um den berüchtigten Mediziner Eufemiano Fuentes waren mit EPO angereicherte Blutbeutel mit dem Pseudonym "Piti Valv" gefunden worden. Piti war der Name von Valverdes Hund. Durch eine DNA-Analyse wies das CONI zudem nach, dass es sich um Valverdes Blut handelte. Diese Beweisführung überzeugte die CAS-Richter, die sich mehrheitlich für eine Dopingsperre aussprachen.

CAS reichen Indizien

Valverde, der vom spanischen Radsportverband RFEC stets Rückendeckung erhalten hatte, hatte immer wieder seine Unschuld beteuert: "Meine biologischen Proben wurden von den wichtigsten Anti-Doping-Labors der Welt untersucht, aber nie wurden in meinem Organismus verbotene Substanzen entdeckt", erklärte er.

Die CAS-Entscheidung ist ganz im Sinne der UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Die UCI hatte zuletzt mitgeteilt, man hoffe auf ein Urteil noch vor der Anfang Juli beginnenden Tour de France, an der der Kapitän des Caisse d'Epargne-Teams nun nicht teilnehmen kann. "Der Schaden, den seine Verteidigungsstrategie dem Radsport zugefügt hat, ist enorm", hatte Verbandschef Pat McQuaid erklärt.

Nur in der Frage der Gültigkeit von Valverdes bisherigen Resultaten entsprachen die CAS-Richter nicht dem Wunsch der UCI. Es gebe "keinen Beweis", dass einige der Ergebnisse, die Valverde vor dem 1. Januar 2010 erzielt habe, auf Doping zurückzuführen seien, teilte das Gericht mit. Allerdings ist anzunehmen, dass der Weltverband des Jahres 2010 annullieren wird, darunter den Gesamtsieg der Tour de Normandie und seinen zweiten Platz bei der Fernfahrt Paris-Nizza.

Quelle: n-tv.de