Sport
Freitag, 08. September 2006

Ermittlungen im Fall Ullrich: "Verbotene Mittel" seit 2003

Die Bonner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der in Spanien ausgehobene Doping-Ring den deutschen Radsport-Star Jan Ullrich bereits seit 2003 mit "verbotenen Mitteln" versorgt hat. Dabei stützt sie sich nach den Worten von Fred Apostel, Sprecher der Anklagebehörde, auf die Ergebnisse des vorliegenden spanischen Polizeiberichts.

"Wir haben keinerlei eigene Erkenntnisse und stützten unser Rechtshilfe-Ersuchen auf die Berichte der spanischen Polizei", so Apostel. "Um die Basis dieses Berichts zu verifizieren, baten wir die spanische Polizei um Mithilfe."

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ullrich, seinen langjährigen persönlichen Berater Rudy Pevenage (Belgien) und den spanischen Profi Oscar Sevilla wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz sowie Betrug. Die spanische Tageszeitung "El Pas" hatte die Doping-Machenschaften um die Mediziner Eufemiano Fuentes und Jos Merino Bartres am 23. Mai aufgedeckt und damit den größten Doping-Skandal der Radsport-Geschichte in Gang gebracht.

T-Mobile setzt auf Voigt

Das T-Mobile-Team hofft unterdessen beim Neuaufbau nach der Trennung von Ullrich vor allem auf die Dienste von Deutschland-Tour-Sieger Jens Voigt - allerdings kaum vor 2008. "Wenn wir vom Neuaufbau einer Mannschaft, von charakterlicher Stärke und Teambuilding sprechen, muss Voigt der Allererste sein, den man anspricht. Wir haben schon vor längerer Zeit ganz konkret mit ihm verhandelt und auch eine Einigung erzielt", sagte der neue Sportdirektor Rolf Aldag (Beckum) der "Frankfurter Rundschau".

Da Voigts Vertrag beim dänischen CSC-Team jedoch noch bis Ende 2007 läuft, kann sich die Verpflichtung des 34-jährigen Berliners hinziehen. "Er will nicht vor Gericht ziehen, um seinen Kontrakt anzufechten. Das ist eine Loyalität, die wir respektieren. Ich habe auch mit seinem Teamchef Bjarne Riis gesprochen, der unser Interesse an Jens versteht", meint Aldag, der sich eine langfristige Bindung Voigts vorstellen kann: "Als deutschem Rennfahrer in einem deutschen Team mit deutschem Sponsor bieten sich einem perspektivisch viele Möglichkeiten über die aktive Zeit hinaus."

Darüberhinaus bestätigte Aldag die Verpflichtung des letztjährigen deutschen Meisters Gerald Ciolek aus Köln, der bisher für das zweitklassige Team Wiesenhof-Akud fuhr. Zudem gebe es weitere Gespräche mit anderen Fahrern: "Es sind noch einige Plätze zu besetzen. Aber noch sind nicht alle Gespräche abgeschlossen oder Verträge unterschrieben zurückgeschickt worden."

Quelle: n-tv.de