Bob Hannings Italien ist rausVerletzung von Bundesliga-Profi überschattet dänische Handball-Party

Zweites EM-Spiel, zweiter Kantersieg für Dänemark. Der Favorit marschiert mit dem Erfolg gegen Rumänien in die Hauptrunde, kann das aber nicht richtig feiern. Denn ein Flensburger Profi verletzt sich augenscheinlich schwer. Derweil scheitert Bob Hanning mit Italien in der Vorrunde.
Bob Hanning hat bei seiner ersten EM als italienischer Nationaltrainer die Hauptrunde verpasst. Nach dem 26:32 (13:14) gegen Ungarn haben die Azzurri schon vor dem Vorrundenabschluss am Dienstag gegen Polen ihre Chance auf die zweite Turnierphase verspielt. Für die Südeuropäer ist es die erste EM-Teilnahme seit 1998.
Italien hatte sich zwar auf 23:24 herangekämpft, blieb in der Schlussphase aber acht Minuten ohne Treffer. Zum EM-Auftakt hatte Italien gegen Island verloren. Island und Ungarn spielen nun um den Gruppensieg.
Der ehemalige DHB-Vizepräsident Hanning, der auch als Geschäftsführer beim deutschen Meister Füchse Berlin tätig ist, hatte die Italiener im Vorjahr übernommen. Er will die Mannschaft wieder zu einem festen Bestandteil des internationalen Wettbewerbs machen und zugleich die Popularität des Sports im eigenen Land steigern.
"Befürchte, dass er sich schwer verletzt hat"
Derweil marschierte Co-Gastgeber und Topfavorit Dänemark weiter mühelos durch die Vorrunde und qualifizierte sich mit dem 39:24-Sieg gegen Rumänien vorzeitig für die zweite Turnierphase. Richtig freuen konnte sich darüber aber niemand. Denn Lukas Jörgensen, der in der Bundesliga für die SG Flensburg-Handewitt spielt, verletzte sich bei einem Angriff ohne gegnerische Einwirkung. Er blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen und musste von Mitspielern vom Platz und schließlich aus der Halle getragen werden. Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen sagte beim dänischen Sender TV2: "Im Moment fällt es mir schwer, mich über den Sieg zu freuen, denn ich befürchte, dass Lukas Jörgensen sich schwer verletzt hat. Deshalb muss ich ehrlich sagen, dass meine Freude etwas getrübt ist."
Auch Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin machte sich große Sorgen: "Das ist es, was mich im Moment am meisten beschäftigt – Lukas im Umkleideraum sitzen zu sehen und zu sehen, wie traurig er ist. Es sah nicht so schlimm aus, aber oft ist es gerade dann besonders schlimm." Für die Dänen geht es im dritten Gruppenspiel gegen Portugal. Das Team, das im vergangenen Jahr bei der WM Deutschland im Viertelfinale aus dem Turnier warf, hatte am früheren Abend nur 29:29 gegen Nordmazedonien gespielt.
Der Olympiasieger und Weltmeister um Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin ist derzeit das Nonplusultra im internationalen Handball - auf einen EM-Titel wartet die mit Bundesliga-Spielern gespickte Auswahl allerdings seit 2012.