Sport

Leichtathletik verliert "Juwel" Weltrekordlerin offenbar von Ehemann ermordet

Bei den Olympischen Spielen in Tokio verpasst Agnes Jebet Tirop knapp eine Medaille, kurz darauf läuft sie in Deutschland Weltrekord über zehn Kilometer auf der Straße. Nun wird die 26-Jährige tot in ihrem Haus aufgefunden. Ersten Indizien nach ist die kenianische Leichtathletin erstochen worden.

Die Olympia-Vierte und Straßenweltrekordlerin Agnes Jebet Tirop aus Kenia ist nach Angaben des kenianischen Leichtathletik-Verbandes tot in ihrem Haus aufgefunden worden. In Medienberichten waren Fotos von einem Polizeieinsatz in Iten im Nordwesten des Landes zu sehen, wo viele Läuferinnen und Läufer leben und trainieren. Kenia habe "ein Juwel" verloren, erklärte der Verband: "Mutmaßlich wurde sie von ihrem Ehemann erstochen." Man sei außer sich vor Trauer um die aufstrebende Läuferin und arbeite noch daran, Einzelheiten zu ihrem Tod herauszufinden. Am 23. Oktober wäre sie 26 Jahre alt geworden.

Tirop hatte vor einem Monat bei einem Rennen in Herzogenaurach mit einer Zeit von 30:10 Minuten einen Weltrekord über zehn Kilometer auf der Straße in reinen Frauenrennen um 28 Sekunden verbessert und wurde zuletzt am 3. Oktober bei einem Straßenrennen in Genf Zweite über dieselbe Distanz. Die offizielle Ratifizierung der Bestmarke durch World Athletics steht noch aus.

Die 25-Jährige holte bei den Weltmeisterschaften 2017 in London und 2019 in Doha über 10.000 Meter jeweils die Bronzemedaille, bei den Titelkämpfen in Katar stellte sie zudem mit 30:25,20 Minuten ihre persönliche Bestzeit auf. In diesem Jahr nahm Tirop für Kenia an den Olympischen Spielen in Tokio teil, wo sie im August Vierte über 5000 Meter wurde. Die Bronzemedaille verpasste sie dabei in persönlicher Saisonbestzeit von 14:39,62 Minuten um weniger als eine Sekunde.

Bereits als 19-Jährige gewann Tirop 2015 den WM-Titel im Cross als zweitjüngste Siegerin in diesem Wettbewerb überhaupt nach der in Südafrika geborenen und wegen des Boykotts des Apartheid-Systems zwischenzeitlich für Großbritannien startenden Zola Budd, die sich 1985 und 1986 durchgesetzt hatte. Zuvor hatte sie 2013 bereits U20-Gold mit der kenianischen Mannschaft im Cross gewonnen.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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