Sport

Verdiente Born an Spieler-Transfer? Werders Chef beteuert Unschuld

Werder Bremen wird die Sorgen nicht los. Nach der sportlichen Talfahrt belastet den Fußball-Bundesligisten nun auch Ungemach hinter den Kulissen. Präsident Jürgen L. Born hat in der öffentlichen Diskussion um den Transfer des Spielers Roberto Silva reagiert und lässt seine Ämter ruhen. Das teilte der deutsche Vizemeister mit.

Als Schuldeingeständnis will Born das nicht verstanden wissen. "Ich selbst habe im Rahmen des Roberto-Silva-Transfers keine Zahlungen erhalten", beteuerte der 68-jährige ehemalige Banker, der viele Jahre beruflich in Südamerika tätig war. "Auf Basis einer uns im Original vorliegenden Vollmacht des Vereins Sporting Cristal wurde die gesamte Transfersumme von Werder Bremen wie in der Vollmacht verfügt an die vermittelnde Agentur Image überwiesen", erläuterte der Werder-Präsident.

Hat der Werder-Chef Geld erhalten?

Nach peruanischen Medienberichten soll der Werder-Chef bei dem Transfer des peruanischen Spielers Roberto Silva, der im Sommer 2001 von Sporting Cristal Lima zu Werder Bremen kam, Geld erhalten haben. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" liegt nach eigenen Angaben eine Zahlungsanweisung von Silvas Berater Carlos Delgado vom 29. August 2001 über 50.000 US-Dollar auf Borns Konto bei der Banco de Montevideo vor.

Laut "Spiegel" hat Born zugegeben, mehrmals Geld von Delgado empfangen zu haben. Er könne sich aber nicht erinnern, ob diese Überweisung im Zusammenhang mit dem Transfer Silvas stand. "Wir werden alles daran setzen, damit es zu einer schnellen Aufklärung der Angelegenheit kommt", versicherte Werders Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke und kündigte die Einsetzung eines "unabhängigen und renommierten" Wirtschaftsprüfers an.

Lemke kehrt nicht zurück

Eine eigene Rückkehr schloss er aus. "Ich stehe definitiv für einen Posten bei der Werder nicht zur Verfügung", sagte der UN-Sonderbeauftragte für den Sport der Zeitung "Die Welt", "ich habe einen Traumjob und müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn ich wieder ins operative Fußballgeschäft zurückkehre."

Gegen die peruanische Spieleragentur Image, die von Claudio Pizarros Berater Carlos Delgado leitet, hat der Fußball-Weltverband Untersuchung eingeleitet. Delgados Firma soll gegen Fifa-Regeln verstoßen haben. Image steht in Peru im Verdacht, bei Transfers von Spielern ins Ausland niedrigere als die tatsächlich gezahlten Ablösegelder angegeben zu haben. Auf diese Weise habe das Unternehmen seit 1998 in Peru Steuern in Höhe von acht Millionen Euro hinterzogen. Die Staatsanwaltschaft in Lima hat die Aufhebung des Bankgeheimnisses von Image beantragt. Pizarro soll am 23. März in Lima aussagen.

Den Skandal hatte das Fotomodell Fiorella Farr ausgelöst, das im Scheidungsverfahren von Image-Chef Delgado Angaben zur Geschäftspraxis ihres Noch-Ehemannes machte. Fahrt kam in die Affäre, als in Peru berichtet wurde, dass Nationalspieler Pizarro erhebliche Anteile an Image halten soll. Der Werder-Stürmer hat das zurückgewiesen.

Quelle: ntv.de, Von Gert Glaner, dpa