Sport

Internationaler Wettskandal "Wir sind zutiefst betroffen"

Der neue Wettskandal im Fußball hat bisher in Europa nicht gekannte Dimensionen, sagt Peter Limacher, Leiter der Disziplinarabteilung bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

INA13_SOCCER-GERMANY-BETTING_1120_11.JPG3977762836714445934.jpg

Peter Limacher, Leiter der Disziplinarabteilung bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

(Foto: REUTERS)

Etwa 200 Fußball-Spiele in neun europäischen Ländern sollen manipuliert worden sein. In sechs Nationen sind Erstligaspiele betroffen. Was sagen Sie zu diesen Ermittlungen?

Peter Limacher: Das ist zweifellos der größte Betrugsskandal, den es im europäischen Fußball jemals gegeben hat. Wir sind zutiefst betroffen vom Ausmaß der Spielmanipulationen durch internationale Banden.

Welche Konsequenzen muss die Fußball-Welt aus diesem Skandal ziehen? Es ist ja sogar mit einem noch weit größeren Ausmaß zu rechnen.

Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass die verwickelten Schiedsrichter, Spieler, Sportler und Funktionäre der Sportjustiz zugeführt werden. Wir müssen erst die Täter ermitteln, dann werden wir sagen, ob es Konsequenzen für laufende Wettbewerbe gibt.

Haben die Frühwarnsysteme versagt, die nach dem Skandal um den deutschen Schiedsrichter Robert Hoyzer eingeführt wurden?

Wir sitzen hier mit sehr gemischten Gefühlen. Einerseits sind wir befriedigt über dieses Resultat, auch wenn es nicht über die Warnsysteme zustande kam. Andererseits sind wir tief betroffen. Das haben wir nicht für möglich gehalten.

Wieso war der Deutsche Fußball-Bund nicht informiert?

In diesem Stadium der Ermittlungen wurden die nationalen Verbände noch nicht einbezogen. Sie werden erst informiert, wenn dies kein Hindernis mehr für die Ermittlungen darstellt.

Viele Fans fragen sich: 'Ist auch mein Verein betroffen?' Wann werden Namen genannt?

Wir werden die Öffentlichkeit informieren, sobald dem keine ermittlungstaktischen Gründe mehr entgegenstehen.

Quelle: ntv.de, aufgezeichnet von Thomas Nowag, sid