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Ex-Masseur D'hont zum positiven Epo-Test Zabel der "größte Schauspieler von allen"

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Tränen lügen doch: Erik Zabel bei seinem falschen Dopinggeständnis im Jahr 2007.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Mit Tränen in den Augen gesteht Erik Zabel 2007, einmal in seiner Radkarriere Epo genommen zu haben. Nun weiß die Sportwelt und auch Zabels Sohn Rick: Das ist nicht korrekt. Zabels Betreuer im Team Telekom, Jef D'hont, kommt zu einem wenig schmeichelhaften Urteil.

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Jef D'Hont kennt sich aus im Radsport, auch in Dopingfragen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der ehemalige Team-Telekom-Betreuer Jef D'hont hat den Ex-Rad-Star Erik Zabel nach den jüngsten Doping-Enthüllungen hart kritisiert. "Sie haben einfach alle gelogen, Ullrich, Zabel und auch Teamchef Walter Godefroot, und der größte Schauspieler von allen ist Erik Zabel", sagte D'hont dem Nachrichtenmagazin "Focus", ohne Details zu nennen.

Der 71-jährige Belgier d'Hont war zwischen 1992 und 1996 als Masseur beim Team Telekom angestellt. Er erhielt wegen Beteiligung an der Festina-Affäre während der Tour de France 1998 eine Bewährungsstrafe. Im April 2007 berichtete er in einem Buch über systematisches Doping im Team Telekom und trat später vor Gericht als Kronzeuge gegen Jan Ullrich auf.

Zabel (43) hatte im Mai 2007 während einer Pressekonferenz unter Tränen Dopingmissbrauch gestanden. Er betonte damals aber, nur 1996 kurzzeitig Epo genommen zu haben. Am Mittwoch enttarnte ihn die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats als Dopingsünder der Tour de France 1998 - genau wie den 97er-Sieger Jan Ullrich, Marco Pantani und zahlreiche weitere damalige Spitzenfahrer. Ullrich hat Epo-Gebrauch stets bestritten.

Schänzer sieht hohe Dunkelziffer

Der renommierte Kölner Dopingexperte Wilhelm Schänzer geht davon aus, "dass 1998 und 1999 noch deutlich mehr Fahrer als die nun Überführten Epo im Blut hatten". Nach der Entwicklung eines Nachweisverfahrens im Jahr 2000 seien die "gleichen Fahrer dann auf Eigenblut-Doping umgestiegen", sagte Schänzer dem "Focus": "Zabel und Ullrich sollten endlich die Konsequenzen ziehen und reinen Tisch machen."

Mit Spannung wird deshalb eine offizielle Stellungnahme der beiden Ex-Radstars zu den Nachtests erwartet. Zabel kündigte bisher nur an, sich damit Zeit zu lassen. "Ich muss erstmal den offiziellen Bericht abwarten und in mich gehen. Ich weiß nicht, welche Proben analysiert wurden. Das muss man sehen und dann wird es auch eine Stellungnahme geben", hatte Zabel der "Bild"-Zeitung nach der Veröffentlichung des Berichts gesagt.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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