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Final-Kuriosum in Acapulco Zverev verliert solo und gewinnt Bruder-Doppel

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Erst geschlagen, dann unschlagbar: Alexander Zverev, der doppelte Finalist von Acapulco.

(Foto: REUTERS)

In Acapulco sorgt der deutsche Tennisstar Alexander Zverev für ein Tennis-Kuriosum, sowohl im Einzel als auch im Doppel steht er im Endspiel. Die doppelte Krönung bleibt dem Weltranglisten-Dritten aber verwehrt - obwohl es einen Doppeltriumph mit seinem Bruder gibt.

Erst großer Einzelfrust, dann doppelte Freude: Alexander Zverev hat beim Turnier im mexikanischen Acapulco zwar seinen ersten Einzelturniersieg 2019 auf der ATP-Tour verpasst, dafür aber bei seinen beiden Finals binnen weniger Stunden mit seinem Bruder Mischa den Doppeltitel in Acapulco gewonnen. Der Weltranglisten-Dritte hatte in Mexiko sowohl im Einzel als auch im Doppel das Endspiel erreicht.

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Nick Kyrgios nahm einen interessanten Pokal mit heim.

(Foto: dpa)

Allerdings verlief das Einzelfinale nicht wie erhofft. Gegen Australiens "Bad Boy" Nick Kyrgios musste sich der 21-jährige Alex Zverev mit 3:6 und 4:6 geschlagen geben und verlor dabei neben dem Titel phasenweise auch die Countenance, was nach der Partie aber abgehakt war. "Ganz ehrlich, er hat den Sieg in dieser Woche wirklich verdient. Er ist der richtige Champion in dieser Woche", sagte Zverev über seinen Bezwinger und erhielt dafür von den Fans Applaus, nachdem er sich zuvor mit diversen Wütereien den Unmut des Publikums zugezogen hatte.

Kyrgios hatte den schwereren Weg ins Endspiel. Er musste in den drei Runden zuvor gegen Rafael Nadal, Stan Wawrinka und John Isner jeweils über drei Sätze gehen und stand in seinen vier Matches insgesamt mehr als neun Stunden auf dem Court. Zverev dagegen war ohne Satzverlust ins Finale eingezogen. Im Halbfinale hatte er sich problemlos mit 7:6 (7:0), 6:3 gegen den Briten Cameron Norrie durchgesetzt.

Das Lob für den exzentrischen Kyrgios war mehr als gerechtfertigt, der 23-Jährige war der eindeutige Dominator auf dem Court. Kyrgios bestimmte die Richtung des Spiels, drängte Zverev in den Grundlinienduellen immer wieder in die Defensive, überzeugte zudem mit seinen Aufschlägen und zermürbte den Deutschen vor allem mit seinen gefühlvollen Stopps ein ums andere Mal.

Nerven und Schläger zertrümmert

Und Zverev wurde zunehmend genervter. Das ging im ersten Satz sogar so weit, dass er nach einem erneuten Zauberschlag seines Kontrahenten in dessen Richtung schrie. Zuvor hatte er seinen Schläger geworfen und ihn anschließend zertrümmert. Die Quittung: Pfiffe der Fans. Befreien konnte sich Zverev  mit seinen emotionalen Ausbrüchen jedoch nicht, zu sehr diktierte  Kyrgios das Match. Nach 1:30 Stunden war das Finale vorbei. Für den an Nummer 72 der Weltrangliste geführten Krygios war es der fünfte Turniersieg auf der Profitour und der erste seit Brisbane im Januar 2018.

Trost für Zverev: Zusammen mit seinem zehn Jahre älteren Bruder Mischa gewann er immerhin noch den Doppel-Wettbewerb in Acapulco. Beide siegten 2:6, 7:6 (7:4), 10:5 gegen den US-Amerikaner Austin Krajicek und den Australier Artem Sitak. Die Entscheidung fiel dabei in einem sogenannten Match-Tiebreak. Für die Zverev-Brüder war es der zweite gemeinsame Titel nach dem Erfolg 2017 in Montpellier.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa/sid