Chaos im Wembley-Stadion: Fans gelangen ohne Tickets in Stadion
Nach einem frühen Luke-Shaw-Treffer führt England im EM-Finale zur Halbzeit mit 1:0. Nach den tumultartigen Szenen außerhalb des Wembley-Stadions soll es nun auch im Stadion zu seltsamen Szenen kommen. Auf Twitter berichten Reporter von Fans, die in den Mundlöchern stehen, überforderten Ordnern. Es gibt auch eine offizielle Stellungnahme. Demnach sollen sich einige Fans auch ohne Tickets Zugang zum Stadion verschafft haben. Man arbeite nun daran, diese zu entfernen, heißt es seitens des Veranstalters.
Engländer Shaw schießt schnellstes Final-Tor der EM-Geschichte
Englands Luke Shaw hat das schnellste Tor in einem EM-Finale erzielt. Der 25-Jährige traf im Endspiel gegen Italien im Londoner Wembley-Stadion nach 117 Sekunden zur 1:0-Führung der Three Lions. Der zuvor schnellste Treffer im Finale einer Fußball-Europameisterschaft war Chus Pereda am 21. Juni 1964 im Endspiel der Spanier gegen die Sowjetunion gelungen, der Spanier traf damals nach 317 Sekunden. Spanien wurde Europameister. Das schnellste Tor der EM-Geschichte hatte der Russe Dimitri Kiritschenko am 20. Juni 2004 beim 2:1 gegen Griechenland erzielt. Er war nach 67 Sekunden erfolgreich.
Ballack mahnt DFB: "Flick hat viel zu tun, die Baustellen zu beheben"
Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack sieht den neuen Fußball-Bundestrainer Hansi Flick vor einer schweren Aufgabe. "Hansi Flick hat da viel zu tun, die ganzen Baustellen zu beheben", sagte Ballack vor dem EM-Finale zwischen England und Italien bei Magenta TV in seinem Turnier-Fazit. Die deutsche Mannschaft war bereits im Achtelfinale an den Engländern gescheitert, danach endete die 15-jährige Amtszeit von Joachim Löw als Chefcoach. "Wir brauchen wieder Anspruchsdenken, Mentalität", mahnte Ballack.
Die Aufbauarbeit müsse schon früher beginnen, in der Jugend und den Vereinen. Es dürfe nicht allein das Ziel sein, "den Ball von A nach B zu passen, sondern in den entscheidenden Momenten die Zweikämpfe zu gewinnen", sagte der 44-Jährige. Dies habe das deutsche Team in der Vergangenheit ausgezeichnet.
20-20-20: Federer gratuliert Djokovic
Roger Federer hat Novak Djokovic nach dessen 20. Grand-Slam-Titel zur Einstellung dieses Rekordes gratuliert, den beide nun gemeinsam mit Rafael Nadal halten. "Glückwunsch Novak zu Deinem 20. Major. Ich bin stolz, die Gelegenheit zu haben, in einer besonderen Ära von Tennis-Champions zu spielen. Wunderbare Leistung, gut gemacht", schrieb der 39 Jahre alte Schweizer bei Twitter.
Zuvor hatte der serbische Weltranglisten-Erste Djokovic mit 6:7 (4:7), 6:4, 6:4, 6:3 gegen den Italiener Matteo Berrettini zum sechsten Mal das Rasentennis-Turnier in Wimbledon gewonnen. Der dort sogar achtmal erfolgreiche Federer war im Viertelfinale ausgeschieden. Djokovic hatte die langjährige Nummer eins sowie den diesmal in Wimbledon fehlenden Spanier Nadal in seiner Ansprache während der Siegerehrung gewürdigt.
Drittligisten düpieren Bundesligisten mehrfach und auch deutlich
Einige Fußball-Bundesligisten haben in den Testspielen deutliche Leistungsdefizite offenbart. So musste Champions-League-Starter VfL Wolfsburg gegen Hansa Rostock eine 0:3 (0:1)-Pleite hinnehmen, der neue VfL-Chefcoach Mark van Bommel war sauer.
Sand im Getriebe war auch bei Eintracht Frankfurt beim 1:3 (1:0) gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Der Europa-League-Starter hatte vor allem in den zweiten 45 Minuten Probleme.
Nicht voll überzeugen konnte auch Borussia Mönchengladbach beim 2:2 (1:2) gegen den Drittligisten Viktoria Köln. "Es ist Vorbereitung und deswegen: Das Ergebnis ist das eine und die Leistung das andere", konstatierte der neue Borussia-Trainer Adi Hütter: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns."
Auch der 1. FC Köln kam beim Drittligisten MSV Duisburg über ein 1:1 (0:0) nicht hinaus. Torschütze Anthony Modeste wurde vom neuen FC-Coach Steffen Baumgart im "Kicker" hervorgehoben: "Er hat besser gearbeitet als zuvor gegen Fortuna Köln, er hatte mehr Aktionen."
Aufsteiger VfL Bochum spielte nach 4x30 Minuten gegen den Drittligisten SC Verl 3:3. Der SC Freiburg gewann 2:1 (0:1) gegen den 1. FC Saarbrücken, ein 1:0 (0:0) gegen Hannover 96 feierte Arminia Bielefeld.
Schunk kratzt nur kurz am ersten Juniorinnen-Titel in Wimbledon seit 1991
Die deutsche Tennis-Nachwuchshoffnung Nastasja Schunk hat in Wimbledon den Titel bei den Juniorinnen knapp verpasst. Die 17-Jährige aus Ludwigshafen, die überhaupt das erste Mal bei einem Grand-Slam-Turnier aufschlug, musste sich im Finale der Spanierin Ane Mintegi del Olmo 6:2, 4:6, 1:6 geschlagen geben.
Damit wartet der Deutsche Tennis Bund (DTB) weiter auf den ersten Major-Titel einer Juniorin seit Annika Becks Triumph bei den French Open 2012. In Wimbledon dauert die Durststrecke sogar schon 30 Jahre an: 1991 gewann Barbara Rittner, die 48-Jährige ist heute als Frauentennis-Chefin des DTB auch für den Nachwuchs zuständig. Wie schon im Halbfinale am Samstag gegen die topgesetzte Victoria Jimenez Kasintseva aus Andorra zeigte Schunk gegen ihre spanische Finalgegnerin beeindruckendes Power-Tennis von der Grundlinie. Nach 2:03 Stunden und vier abgewehrten Matchbällen musste sie Mintegi del Olmo (17) dennoch gratulieren.
Mihambo musste lernen, Favoritin zu sein
Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo hatte anfangs Probleme, sich in die Rolle als Favoritin einzufinden. "Ich habe gerade in den letzten Wochen relativ viel darüber nachgedacht, was diese neue Rolle mit mir macht, wie ich damit umgehen möchte. Und ich muss sagen, dass es mir anfangs gar nicht so leicht fiel", sagte Mihambo im Interview mit der "Welt am Sonntag".
Bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) gehört Deutschlands Sportlerin der Jahre 2019 und 2020 zu den Topfavoritinnen auf die Goldmedaille. In der laufenden Saison hatte Mihambo jedoch immer wieder Probleme mit dem Anlauf und sprang erst beim Diamond-League-Meeting in Oslo vor gut einer Woche zum ersten Mal über die lang ersehnte Sieben-Meter-Marke.
Mihambo musste sich daran gewöhnen, "von der Jägerin zur Gejagten zu werden. Vorher war ich eine von vielen. Jetzt ganz oben zu stehen und das Gefühl zu haben, dass ich diese Position verteidigen muss, war neu und ungewohnt." Sie selbst sehe sich "auch nicht als die große Favoritin."
FIFA-Präsident Infantinos bemerkenswerte Reise von Rio nach London
FIFA-Präsident Gianni Infantino kennt dieser Tage keine Pause. Gerade noch war er Augenzeuge des historischen Copa-Triumphs der Argentinier um Lionel Messi im Finale gegen Argentinien, da ist er bereits in London gelandet, um sich beim Finale der Europameisterschaft im Wembley-Stadion zu präsentieren. Glücklich ist der, der mit einem Privatflieger aus Katar die rund elf Stunden zwischen den beiden Finalspielorten zurücklegen kann (hier können Sie den Flug noch einmal erleben).
Neben Infantino stehen heute natürlich noch weitere prominente Namen auf der Gästeliste für das Spiel England gegen Italien. Neben dem britischen Premierminister Boris Johnson zahlreichen Repräsentanten des Königshauses und dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella werden auch Tom Cruise und Kate Moss erwartet.
Kein Vertrag mehr in Stuttgart: Badstuber findet neuen Klub im Ausland
Der frühere Fußball-Nationalspieler Holger Badstuber wechselt einem Medienbericht zufolge zum FC Luzern. Der Abwehrspieler soll beim Schweizer Pokalsieger einen Einjahresvertrag erhalten, wie die "Bild" berichtete. Badstuber hatte zuvor über die sozialen Medien seinen Abschied aus Deutschland verkündet. "Die Entscheidung ist gefallen", schrieb der 32-Jährige. "Ich habe eine neue Herausforderung im Ausland angenommen." Der Verteidiger postete ein Video mit Szenen von seinen Stationen in der Bundesliga. Seinen neuen Klub nannte er allerdings nicht.
Badstubers Vertrag beim VfB Stuttgart war Ende Juni nach vier Jahren ausgelaufen. Im vergangenen Sommer war der langjährige Profi des FC Bayern München bei den Schwaben von der Bundesliga- in die Regionalliga-Mannschaft degradiert worden. Mit den Bayern hatte er zuvor unter anderem sechsmal die deutsche Meisterschaft, viermal den DFB-Pokal und 2013 die Champions League gewonnen.
Kroos legt gegen Hoeneß nach
Diese Kritik lässt er nicht auf sich sitzen: Nachdem Uli Hoeneß öffentlichkeitswirksam über die Spielweise von Toni Kroos bei der Fußball-EM gelästert hatte, wehrt sich der Mittelfeldspieler von Real Madrid auf Twitter. Er teilte die Rangliste eines anderen Users über die meisten Pässe ins letzte Angriffsviertel (die er deutlich anführt) und kommentierte: "Das kann Uli H. nicht gefallen." Bereits zuvor hatte der 31-Jährige unmissverständlich deutlich gemacht, was er von Hoeneß Worten hält.
Das Bayern-Urgestein hatte im Doppelpass bei Sport1 gesagt, dass die Spielart von Kroos "total vorbei" sei. Er habe nur Querpässe gespielt und damit maßgeblich zum frühen Ausscheiden des DFB-Teams beigetragen.
Petkovic hadert mit Schiedsrichter und verpasst Turniersieg in Hamburg
Andrea Petkovic hat bei den Hamburg European Open ihren ersten Turniersieg seit sechs Jahren verpasst. Die Turnierbotschafterin unterlag im Endspiel Qualifikantin Elena-Gabriela Ruse aus Rumänien mit 6:7 (6:8) und 4:6. Die 23-Jährige feierte den ersten WTA-Titel ihrer Tenniskarriere. "Normalerweise würde ich nach einem solchen Turnier jetzt nach Hause fahren. Aber nun habt ihr mich beim Herrenturnier in Hamburg als Botschafterin auch noch an der Backe", sagte Petkovic nach ihrer Niederlage.
Nach 132 Minuten verwandelte die Nummer 198 der Weltrangliste gleich ihren ersten Matchball zum Sieg. Knackpunkt der Partie war der letzte Ballwechsel im ersten Satz. Der Schiedsrichter sprach im Tiebreak Ruse den letzten Punkt zu und überstimmte dabei den Linienrichter. Petkovic war mit dieser Entscheidung überhaupt nicht einverstanden und meldete sich wutentbrannt zu einem Toilettengang. Auch eine schnelle 3:0-Führung im zweiten Satz brachte dann keine Sicherheit mehr in die Aktionen der 33-Jährigen.
"Zu viele Mannschaften weiter": Matthäus ist mit Modus der EM nicht einverstanden
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat sich für einen geänderten Modus bei künftigen Fußball-Europameisterschaften ausgesprochen. "Aktuell kommen nach der Gruppenphase einfach zu viele Mannschaften weiter", sagte der 60-Jährige. "Dadurch wird es erst in den K.o.-Runden richtig interessant, und in denen haben wir ja auch die spannendsten und besten Spiele gesehen, mit einem höheren Niveau und Tempo sowie weniger Taktieren."
Nach der Ausweitung der EM 2016 auf 24 Teams zogen auch bei diesem Kontinentalturnier 16 Mannschaften in die erste K.o.-Runde ein. Mit diesem Modus wird auch die nächste Europameisterschaft 2024 in Deutschland gespielt. "Mein Eindruck ist auch, dass bei diesem Turnier ab dem Achtelfinale schneller und aggressiver gespielt wurde als bei früheren Turnieren", sagte Matthäus.
Alle Volunteers sollen bei Olympia auch helfen dürfen
Auch nach dem Zuschauerausschluss bei den Olympischen Spielen wollen Japans Organisatoren den freiwilligen Helfern einen Einsatz ermöglichen. Man wolle Anpassungen am Einsatzplan vornehmen, sodass alle Volunteers mitmachen können, sagte der Geschäftsführer des Organisationskomitees, Toshiro Muto, in der Sendung "Sonntagsdebatte" des japanischen Fernsehsenders NHK. Man wolle dies ermöglichen, auch wenn jemand zum Beispiel am Ende vielleicht nur für einen Tag zum Einsatz kommen könne, erklärte Muto. Rund 70.000 Freiwillige wollen weiter bei den am 23. Juli beginnenden Olympischen Spielen sowie den anschließenden Paralympics mithelfen.
Am Vortag hatte die Organisatoren mitgeteilt, dass auch die Fußballspiele der Männer und Frauen auf der nördlichen Hauptinsel Hokkaido wie auch die Baseball- und Softball-Wettbewerbe in Fukushima ohne Zuschauer stattfinden werden. Damit wurden vorherige gegenteilige Ankündigungen zurückgenommen. Zuvor waren bereits Zuschauer bei allen Wettkampfstätten in Tokio wegen des Risikos einer Ausbreitung des Coronavirus untersagt worden.
Zehn Millionen Euro Ablöse? Köln-Profi vor Wechsel nach Frankreich
U21-Europameister und Olympia-Teilnehmer Ismail Jakobs steht offenbar kurz vor einem Wechsel vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln zu AS Monaco. Nachdem FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem 4:0 im ersten Test vorgestern bei Fortuna Köln noch gestern einen Einsatz von Jakobs in Duisburg angekündigt hatte, fehlte der 21-Jährige dann doch beim 1:1 gegen den Drittligisten. "Die Dinge haben sich verändert", sagte Baumgart danach: "Die Gespräche wurden intensiver mit dem vielleicht neuen Verein."
Den entsprechenden Klub nannte Baumgart zwar nicht, Gerüchte um Monaco als möglichen neuen Arbeitgeber von Jakobs gibt es aber seit Tagen. Dort würde er auf den früheren Bayern-Trainer Niko Kovac sowie auf seine Landsleute Kevin Volland und Alexander Nübel treffen. Als Ablösesumme sind rund zehn Millionen Euro im Gespräch.
Audi-Duo fährt in rasantem Rennen allen davon
Beim fünften Lauf zum ADAC GT Masters 2021 legt das Audi-Duo Ricardo Feller und Christopher Mies eine starke Vorstellung hin. Die schweizerisch-deutsche Paarung dominiert in den Dünen von Zandvoort die Konkurrenz und fährt die Pole, die schnellste Rennrunde und schließlich den Sieg ein.
FC Bayern zeigt Interesse an italienischer EM-Entdeckung
Julian Nagelsmann ist mit dem aktuellen Kader des FC Bayern schon sehr zufrieden, wie er auf seiner Antrittspressekonferenz betonte. Allerdings hat er in Federico Chiesa einen Wunschspieler für seinen Kader der Spielzeit 2021/22 ausgemacht, berichtet "Sky". Mit der italienischen Nationalmannschaft hat der Flügelstürmer von Juventus in den vergangenen Wochen für reichlich Furore gesorgt, greift heute (21 Uhr/ZDF und im Liveticker bei ntv.de) im EM-Finale gegen England nach dem Titel.
Italiens Nummer 14 wurde von Trainer Roberto Mancini in bislang allen sechs Spielen eingesetzt. Chiesas große Stunde schlug dann im Achtelfinale, als er in der Verlängerung das 1:0 für die Italiener schoss. Im Halbfinale gegen Spanien war er erneut Torschütze des Führungstreffers.
Ein Wechsel des 31-fachen Nationalspielers zum FC Bayern dürfte allerdings kaum realisierbar sein. Auch "Sky" berichtet, dass die finanzielle Größenordnung einen Transfer wohl unmöglich macht. Chiesas Marktwert wird aktuell auf 60 Millionen Euro taxiert, aufgrund der guten EM-Auftritte dürfte er noch weiter ansteigen.
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Boll verletzt sich kurz vor Olympia
Tischtennis-Europameister Timo Boll hat sich zwei Wochen vor dem Beginn der Olympischen Spiele an der Hüfte verletzt. Das interne Testturnier "Tokio Challenge" des deutschen Teams in Düsseldorf musste der 40-Jährige am Wochenende abbrechen. "Bei einem Ausfallschritt ist es mir in die rechte Hüfte gefahren", sagte Boll. Ob sein Olympia-Start im Einzel und in der Mannschaft beeinträchtigt oder sogar gefährdet ist, ist aktuell noch unklar. "Wir müssen nun die nächste Woche abwarten und hoffen, dass wir mit vier gesunden Spielern nach Tokio fahren können", sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf.
Der frühere Weltranglisten-Erste Dimitrij Ovtcharov verzichtete aus Gründen der Vorsicht ebenfalls auf seine Endspielteilnahme bei der "Tokio Challenge". "Gestern gegen Dang hat es im Knie gezwickt, jetzt ist der linke Fuß ein bisschen geschwollen. Ich bin noch gesund, aber nach der EM hatte ich das Trainingspensum noch weiter hochgefahren und bin jetzt am Limit", sagte der 32-Jährige.
Wo ist der Respekt? Englands Cheftrainer mahnt Verhalten der eigenen Fans an
Vom englischen Fußball wird ja bisweilen weltweit geschwärmt. Von der rohen Eleganz des Spiels in der Premier League, in der Schwalben nicht belohnt, sondern gnadenlos ausgepfiffen werden würden. Weil dort noch Respekt vorherrscht, lautet so manche Erzählung. Irgendwo aber muss dieser Respekt verloren gegangen sein. Zumindest bei den Fans, die England im Stadion anfeuern. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Hymne der gegnerischen Mannschaft bei dieser Fußball-EM in Wembley bislang vorrangig mit Pfiffen und Buhrufen bedacht wurde.
Teammanager Gareth Southgate hat die englischen Anhängerinnen und Anhänger deshalb aufgefordert, die italienische Nationalhymne vor dem Finale nicht auszubuhen. "Wir sollten respektvoll sein. Wir können sie während des Spiels mit den Gesängen einschüchtern, aber die Hymne ist etwas anderes", sagte Southgate während seines Pressestatements.
Feller und Mies holen ersten Audi-Sieg im ADAC GT Masters
Ricardo Feller und sein Teamkollege Christopher Mies haben Audi den ersten Saisonsieg im ADAC GT Masters beschert. Das Duo setzte sich im ersten Rennen auf dem spektakulären Dünenkurs im niederländischen Zandvoort vor Maro Engel und Luca Stolz im Mercedes durch. Rang drei sicherten sich die BMW-Piloten Nick Yelloly und Jesse Krohn.
"Ein perfekter Tag mit einem perfekten Rennen", jubelte der 21 Jahre alte Feller nach dem Erfolg im 5. von 14 Saisonrennen: "Es hat alles zusammengepasst: Das Auto war fantastisch, die Strategie auf den Punkt und Chris ist den Sieg souverän nach Hause gefahren. Ich bin überglücklich." Feller/Mies hatten sich bereits die Pole Position gesichert und fuhren auch noch die schnellste Rennrunde. Mit Platz sechs verteidigten Titelverteidiger Michael Ammermüller und sein Partner Mathieu Jaminet im Porsche ihre Führung in der Gesamtwertung erfolgreich.
"Keinen Applaus klatschen": Gnabry droht beim FC Bayern eine neue Position
Fußball-Rekordmeister FC Bayern hält Berichten zufolge Ausschau nach einem möglichen neuen Rechtsverteidiger. Trainer Julian Nagelsmann hat offenbart, dass Offensiv-Star Serge Gnabry durchaus hinten rechts aushelfen könnte. Die beste Lösung sei dies jedoch nicht.
"Es geht immer darum zu überlegen: Wie spielen unsere Gegner? Von daher kann es eine Option sein, aber sicher nicht die Lösung für 34 Spieltage", führte der neue Bayern-Trainer Julian Nagelsmann im Gespräch mit "Bild am Sonntag" aus. Auch Gnabry dürfte von einer Defensiv-Rolle nicht viel halten, weiß der 33-Jährige: "Wenn er das jetzt im Urlaub mitkriegt, wird er vermutlich keinen Applaus klatschen."
Hinten rechts dürfte unter dem Ex-Leipziger Frankreichs Nationalspieler Benjamin Pavard gesetzt sein. Da Backup Bouna Sarr nach nur einer Saison in München schon als Streichkandidat gilt, stünde nur noch Niklas Süle zur Verfügung.
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Was für ein Turnier
Schon vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels zwischen Italien und der Türkei stand fest: Diese EM wird eine außergewöhnliche werden. In elf Ländern, mit Zuschauern, inmitten der Corona-Pandemie. Das Turnier lieferte denkwürdige Momente: traurige, erfrischende, verstörende.
"Ich habe viel gelernt": Götze spricht über seine Zukunft
Der ehemalige BVB-Profi Mario Götze kann sich ein weiteres Jahr beim niederländischen Fußball-Vizemeister PSV Eindhoven vorstellen. An einen Abschied "denke ich im Moment nicht", sagte der 29-Jährige in einem auf der PSV-Homepage veröffentlichten Interview. Götze war vor einem Jahr von Borussia Dortmund erstmals in seiner Karriere ins Ausland gewechselt.
Götzes Zukunft wird wohl auch davon abhängen, ob PSV sich für die Champions League qualifizieren kann. Auf dem Weg in die Gruppenphase muss Eindhoven sich zunächst gegen Galatasaray Istanbul durchsetzen. "Ich habe oft in der Champions League gespielt. Das ist der Wettbewerb, in dem ich spielen will. Wir haben eine große Chance", sagte Götze.
Den Schritt nach Eindhoven nannte Götze im Rückblick eine "sehr gute Entscheidung für mich und für meine Familie. Ich habe das erste Mal im Ausland gespielt. Das war ein neues Kapitel in meiner Karriere. Das hat mir gutgetan, ich habe viel gelernt."
Barty bedankt sich bei ihrer historischen Vorgängerin
Ashleigh Barty hat nach ihrem Wimbledonsieg die Verdienste von Evonne Goolagong Cawley gewürdigt, die vor 50 Jahren erstmals das berühmte Rasentennis-Turnier in London gewann und 1980 letzte australische Siegerin vor Barty war. Die jetzige Weltranglisten-Erste hat ebenfalls indigene Wurzeln und erinnerte mit ihrem Outfit an die 69-jährige Goolagong Cawley. Beide hatten zudem auch Kontakt im Turnierverlauf.
"Es ist absolut unglaublich, dass das zum 50. Jahrestag von Evonnes erstem Sieg hier passiert ist", sagte Barty nach dem 6:3, 6:7 (4:7), 6:3-Erfolg im Endspiel gegen die Tschechin Karolina Pliskova. "Evonne ist ein ganz besonderer Mensch in meinem Leben", unterstrich die 25-Jährige und lobte die Ex-Tennisspielerin als eine Ikone, die jungen Indigenen einen Weg geebnet habe, um an ihre Träume zu glauben und sie zu verfolgen. "Genau das hat sie auch für mich getan", betonte Barty, die aus der Nähe von Brisbane kommt.
Was wird aus Müller? Nagelsmann äußert sich eindeutig
Der neue Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hält große Stücke auf Routinier Thomas Müller. "Ich habe Thomas kennengelernt als extrem strebsam, mit extremem Siegeswillen. Er war nach der EM gefrustet. Bei ihm ist es so: Wenn er gesund bleibt, gibt es wenige Trainer, die auf ihn verzichten würden", sagte Nagelsmann in einem Interview der "Bild am Sonntag". Der 31 Jahre alte Offensivspieler des deutschen Fußball-Rekordmeisters aus München habe "herausragende Qualitäten, ist immer einer der schwierigsten vorzubereitenden Spieler beim Gegner. Weil du ihn nicht packen kannst, weil er dieses unglaubliche Gespür für Räume hat", sagte Nagelsmann über Müller.
Der EM-Teilnehmer habe "so einen Antrieb, dass er immer spielen und das Beste geben will - warum sollte ich dann auf einen Spieler dieser Qualität verzichten?", sagte der ehemalige Coach von RB Leipzig.
Deutsche Tennis-Hoffnung erreicht Finale in Wimbledon
Die deutsche Tennis-Nachwuchshoffnung Nastasja Schunk hat in Wimbledon das Finale der Juniorinnen erreicht. Die 17-Jährige aus Ludwigshafen gewann überraschend mit 6:4, 4:6, 6:4 gegen die topgesetzte Victoria Jimenez Kasintseva aus Andorra, die im vergangenen Jahr bereits das Nachwuchs-Turnier bei den Australian Open gewonnen hatte.
"Ich bin überwältigt und einfach sehr glücklich", sagte Schunk auf der Pressekonferenz nach der Partie: "Es war so schön, vor so vielen Zuschauern spielen zu dürfen. Ich realisiere das noch gar nicht, das wird bestimmt erst nach dem Turnier kommen. Ich bin ein bisschen überfordert."
Der bislang letzte Sieg einer Deutschen in der Mädchen-Konkurrenz eines Grand Slams gelang Annika Beck 2012 bei den French Open. Schunks Gegnerin im Finale ist die Spanierin Ane Mintegi Del Olmo.
US-Basketballer verlieren sensationell
Die Basketball-Nationalmannschaft der USA ist völlig überraschend mit einer Niederlage in die Olympia-Vorbereitung gestartet und hat mit den Stars um Kevin Durant gegen Deutschlands Gruppengegner Nigeria 87:90 verloren. Seit Profis 1992 in der Auswahl spielen war dies nach Angaben von US-Medien erst die dritte Niederlage in einem Testspiel für die Amerikaner - bei 54 Siegen. Die beiden vergangenen Duelle mit Nigeria hatten die USA mit zusammen 125 Punkten Vorsprung gewonnen.
In Las Vegas aber verlor das Team aus lauter NBA-Stars verdient gegen eine nigerianische Auswahl, in der zwar auch fünf Profis aus der besten Basketball-Liga der Welt spielten, aber bei weitem nicht so bekannte und erfolgreiche wie die All-Star-Ansammlung um Durant, Damian Lillard oder Bradley Beal. Durant, der bei den Brooklyn Nets unter Vertrag steht, kam auf gerade mal 17 Punkte und traf nur zwei seiner ersten elf Versuche. Bei Nigeria war Gabe Vincent von den Miami Heat der beste Werfer mit 21 Zählern.
Bei den Olympischen Spielen in Tokio treffen die USA in Gruppe A auf Frankreich, Iran und Tschechien. Deutschland in Gruppe B ist Gruppengegner von Nigeria und spielt zudem gegen Australien und Italien.
Günther siegt in New York und Wehrlein crasht folgenschwer
Maximilian Günther hat seinen ersten Saisonsieg in der Formel E eingefahren. Der Oberstdorfer im BMW setzte sich überraschend beim spektakulären ePrix in New York gegen den Franzosen Jean-Eric Vergne (Techeetah) durch. Günther, von Position vier gestartet, hatte erst kurz vor Schluss die Führung übernommen. "Wir hatten mit der zweiten Startreihe eine gute Ausgangslage", sagte Günther bei Sat.1: "Überholen war aber nicht so einfach. Ich habe auf den perfekten Moment gewartet. Ich wusste, je länger das Rennen dauert, desto besser werden meine Chancen."
Das Podium komplettierte Lucas di Grassi (Brasilien/Audi). Der von Position 22 gestartete dreimalige DTM-Champion Rene Rast (Audi) machte im zehnten Saisonrennen zwölf Plätze gut und landete auf dem zehnten Rang. Die Formel E ist die erste Rennserie überhaupt, die in New York fahren darf.
Der frühere Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein musste bereits nach der elften Runde das Rennen beenden. Der 26-Jährige verbremste sich in der zehnten Kurve und kollidierte mit Alex Lynn (Großbritannien/Mahindra Racing). Wehrleins Teamkollege Andre Lotterer fuhr auf den achten Platz.