Baseball-Stars drohen Jahrzehnte in Haft
Zwei Baseball-Stars aus der nordamerikanischen Profiliga MLB drohen wegen Spielmanipulation jahrzehntelange Haftstrafen. Die Pitcher Emmanuel Clase und Luis Ortiz von den Cleveland Guardians wurden von der Staatsanwaltschaft in Brooklyn/New York im Zusammenhang mit einem Komplott zur Manipulation von Wetten auf Würfe in MLB-Spielen angeklagt. Sollte ein Gericht allen Anklagepunkten folgen, könnten beide für jeweils 65 Jahre im Gefängnis landen.
Ortiz (26) wurde am Sonntag in Boston verhaftet. Clase (27), einer der besten "Closer" (Pitcher, die einen Vorsprung über kurze Phasen ins Ziel bringen) der Liga, ist noch auf freiem Fuß. Beide waren bereits im Sommer wegen der Anschuldigungen suspendiert worden.
Für einen absichtlichen Fehlwurf am 15. Juni soll Ortiz 5000 Dollar kassiert haben, Clase die gleiche Summe für die "Beihilfe". Am 27. Juni sollen beide dies für jeweils 7000 Dollar wiederholt haben. Clase hätte in den kommenden drei Jahren rund 26 Millionen Dollar Gehalt von den Guardians erhalten. Ortiz im kommenden Jahr immerhin 820.000 Dollar.
Hoffnung für Flick: Real patzt überraschend
Spaniens Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat in La Liga überraschend gepatzt. Der Tabellenführer von Trainer Xabi Alonso kam bei Rayo Vallecano nicht über ein 0:0 hinaus und verpasste den fünften Ligasieg in Folge. Der FC Barcelona (25) von Hansi Flick könnte den Rückstand auf die Königlichen (31) mit einem Sieg am Abend (21 Uhr/DAZN) bei Celta Vigo auf drei Punkte verkürzen.
Fünf Tage nach der 0:1-Niederlage in der Champions League beim FC Liverpool agierten die Madrilenen viel zu einfallslos, Star-Angreifer Kylian Mbappé (13 Ligatreffer) war über weite Strecken abgemeldet. Die beste Chance der Königlichen vergab Innenverteidiger Raul Asencio (24.), der aus kurzer Distanz am Tor vorbei köpfte.
Tod eines Zuschauers: Zweitligaspiel wird abgebrochen
Tragischer Zwischenfall in der zweiten spanischen Fußball-Liga: Das Spiel zwischen AD Ceuta und UD Almería wurde nach dem Tod eines Zuschauers abgebrochen. Der 73-Jährige war in der ersten Halbzeit im Estadio Municipal Alfonso Murube der kleinen Exklave auf dem afrikanischen Kontinent kollabiert.
Zunächst war das Spiel nur unterbrochen worden. Als die Nachricht vom Tod des Zuschauers vermeldet wurde, entschieden sich die Mannschaften beim Stande von 1:1, die Partie nicht mehr fortzusetzen. Ein Wiederaufnahme-Termin ist noch offen.
Ceuta spielt in der laufenden Saison erstmals seit 58 Jahren wieder in der zweiten Liga. Zwischenzeitlich war der kleine Klub über Jahre hinweg nur fünftklassig.
"Vorbild an Integrität": Paul Tagliabue ist tot
Die National Football League trauert um ihren früheren Commissioner Paul Tagliabue. Wie seine Familie bekannt gab, starb der 84-Jährige heute in der Stadt Chevy Chase/US-Bundesstaat Maryland an den Folgen einer Parkinson-Erkrankung.
Tagliabue hatte die NFL von 1989 bis 2006 als fünfter Commissioner geführt. Unter ihm expandierte die Liga von 28 auf 32 Teams und orientierte sich verstärkt Richtung Europa.
"Paul war ein Vorbild an Integrität – großgewachsen, bescheiden und unerschütterlich loyal gegenüber der NFL", sagte der derzeitige Commissioner Roger Goodell, der Tagliabue vor 19 Jahren abgelöst hatte, "er hat jede Herausforderung und Chance mit Blick auf das Gemeinwohl ergriffen."
"Extrem stolz": Bundesliga-Profi feiert Rekord mit 5440 Litern Freigetränke
Mit dem Megafon in der Hand gönnte sich der einstige Nationalspieler Christian Günter beim Feiern vor der Fankurve das erste Bier. Mit seinem 441. Pflichtspiel-Einsatz ist der Linksverteidiger beim 2:1 (1:0) des SC Freiburg gegen den FC St. Pauli zum alleinigen Rekordspieler des badischen Fußball-Bundesligisten aufgestiegen.
"Es ist ein wunderschöner Tag für mich", sagte der 32-Jährige nach dem Spiel überglücklich. "Jetzt in den Geschichtsbüchern zu stehen, macht mich extrem stolz." Die Fans feierten ihn mit Sprechchören. Das Ende der Negativserie nach fünf sieglosen Bundesliga-Partien des Sport-Clubs versüßte ihm noch den Nachmittag.
Als Dankeschön an die Fans für die jahrelange Unterstützung hatte Günter 5.440 Liter Freigetränke spendiert. "Ich werde nie zurückgeben können, wie dankbar ich bin", sagte Günter und kündigte an: "Wir werden heute ein bisschen feiern."
Nächste Champions-League-Pleite: BVB-Frauen verlieren in Rumänien
Die Handballerinnen von Borussia Dortmund haben in der Champions League die zweite Niederlage in Folge kassiert. Das Team des ehemaligen Bundestrainers Henk Groener verlor am Sonntag beim rumänischen Spitzenklub Gloria Bistrita trotz couragierter Vorstellung mit 32:36 (15:18). Für den BVB war es bereits die fünfte Niederlage im siebten Spiel der Gruppenphase, die Dortmunderinnen bleiben Siebter.
Der BVB war am Mittwoch durch einen 31:24-Erfolg gegen den VfL Oldenburg ins Final4 des DHB-Pokals eingezogen und nahm den Schwung mit nach Rumänien. Nach starkem Start und zwischenzeitlicher 7:3-Führung verloren die Dortmunderinnen aber den Faden, es entwickelte sich ein enges Duell - das die Rumäninnen erst mit einem 3:0-Lauf kurz vor Spielende entschieden. Beste Werferin bei den Gästen war Guro Nestaker mit acht Treffern.
Die Dortmunderinnen sind der einzige deutsche Vertreter in der Königsklasse. Die ebenfalls qualifizierte HB Ludwigsburg verlor ihren Startplatz aufgrund der wirtschaftlichen Notlage.
DEB-Team gewinnt Deutschland Cup
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat zum elften Mal den Deutschland Cup gewonnen. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis bezwang im letzten und entscheidenden Spiel die Slowakei mit 3:0 (2:0, 1:0, 0:0) und sicherte sich damit noch Platz eins beim Heimturnier in Landshut.
20 Stunden nach der bitteren 2:5-Pleite gegen Österreich erzielten der Kölner Parker Tuomie (11.), der Bremerhavener Bennet Roßmy (12.) und der Münchner Fabio Wagner (23.) die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die mit einem überzeugenden 4:1 gegen Lettland am vergangenen Donnerstag gestartet war. Die Slowaken, die in den ersten beiden Spielen noch mit zehn Toren geglänzt hatten, scheiterten immer wieder am starken Mannheimer Torhüter Maximilian Franzreb.
Magdeburg muss nachziehen: Flensburg bleibt unschlagbar
Die SG Flensburg-Handewitt hat ihre Tabellenführung in der Handball-Bundesliga vorerst gefestigt. Der European-League-Sieger setzte sich am 11. Spieltag im Nordduell mit dem HSV Hamburg 33:29 (17:13) durch und ist bei 20:2 Punkten weiter ungeschlagen. Marko Grgic war vor 6300 Zuschauern mit sieben Treffern bester Torschütze der Mannschaft von Trainer Ales Pajovic.
Die Verfolger um Champions-League-Sieger SC Magdeburg, der erst neun Spiele absolviert und lediglich einen Minuspunkt auf dem Konto hat, können nachlegen. Der SCM empfängt um 18 Uhr (Dyn) die Rhein-Neckar Löwen, auch der Tabellendritte THW Kiel, der TBV Lemgo Lippe sowie Meister Füchse Berlin sind heute noch im Einsatz.
Tennis-Gigant Alcaraz müht sich erst, dann gibt er Gas
Carlos Alcaraz macht auf der Jagd nach seinem Premierentitel bei den ATP Finals von Beginn an ernst. Der spanische Weltranglistenzweite setzte sich im ersten Gruppenspiel in Turin erwartungsgemäß gegen den an Position sieben gesetzten Alex de Minaur durch.
Beim 7:6 (7:5), 6:2 überstand Alcaraz auch kleinere Schwächephasen schadlos. Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden verwandelte der 22-Jährige seinen zweiten Matchball und feierte seinen fünften Sieg im fünften Match gegen den Australier. "Das war ein sehr schwieriges Match, Alex ist in der Halle richtig gut. Ich bin froh, diese Challenge überstanden zu haben", sagte Alcaraz im Anschluss.
"Er hat einen Fehler gemacht, also ist das Thema vom Tisch": Mit-Weltmeister witzelt über Neuer-Comeback
Im vergangenen Jahr tritt Manuel Neuer nach der Europameisterschaft aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurück. Als Weltmeister, mit 124 Länderspielen und 38 Jahren. Weil Neuers designierter Nachfolger Marc-André ter Stegen sich schwer verletzt und weiter ums Comeback kämpft und Neuer sich derzeit in starker Form präsentiert, scheint eine Rückkehr Neuers ins DFB-Tor nicht mehr völlig ausgeschlossen. Oder doch?
Mit-Weltmeister Toni Kroos scherzt im Gespräch mit RTL/ntv zu einer möglichen Rückkehr seines einstigen Kollegen: "Ich habe auch schon mal meine Karriere in der Nationalmannschaft beendet"", lächelt die Legende von Real Madrid am Rande des zehnjährigen Jubiläums seiner Stiftung. "Er ist jetzt 39 Jahre alt. Und damit auf jeden Fall alt genug, um sich das selbst zu überlegen. Ich weiß auch gar nicht, ob die Möglichkeit überhaupt besteht. Ich bin auch zurückgekommen, weil mich Julian damals angerufen hat. Ich bin nicht zurückgekommen, weil ich mir das zuhause überlegt habe und bin dann angereist." Kroos hatte ursprünglich nach der enttäuschenden EM 2021 (Achtelfinalaus gegen England) seinen Abschied verkündet, zur EM 2024 kehrte der Mittelfeldstratege doch noch einmal zurück.
"Erst mal muss die Möglichkeit bestehen und das weiß ich nicht. Außerdem habe ich gelesen, er hat heute einen Fehler gemacht, also ist das Thema vom Tisch, glaube ich", ergänzte Kroos lachend. Neuer hatte am Nachmittag beim 0:1 gegen Union Berlin eine unglückliche Figur gemacht und den Gegentreffer "auf jeden Fall" auf seine Kappe genommen.
Nationalspielerin macht Männerklubs eine Ansage
Die deutschen Eishockey-Nationalspielerinnen haben nach dem Sieg beim Deutschland Cup Verbesserungen in der Jugendarbeit gefordert. Kapitänin Daria Gleißner forderte zudem die Männer-Profiklubs der Deutschen Eishockey Liga konkret auf, sich nach dem Vorbild der Bundesliga-Klubs im Fußball auch mehr im Frauenbereich zu engagieren. "Ich sage nicht, dass alle Klubs jetzt was machen sollen. Aber zwei, drei Klubs mehr wären schon gut", sagte Gleißner.
In der Frauen-Bundesliga sind der ERC Ingolstadt und die Eisbären Berlin die einzigen beiden DEL-Klubs, die auch hier mit Teams vertreten sind. "Wir haben da aber nur fünf Klubs insgesamt, und eine kommt sogar aus Budapest", merkte Gleißner von den Memmingen Indians an. "Uns fehlen einfach die Spielerinnen. Wir haben zu wenig Mädels für die Breite." Anders als bei den Männern hat Bundestrainer Jeff MacLeod bei den Frauen kaum Auswahlmöglichkeit an geeigneten Spielerinnen für den Olympia-Kader.
Nach Quali-Desaster: Nächster Rückschlag für Verstappen
Formel-1-Weltmeister Max Verstappen wird den Großen Preis von Sao Paulo aus der Boxengasse starten und dem Feld damit zunächst hinterherfahren. Red Bull reagierte auf die ganz schwache Vorstellung des Niederländers in der Qualifikation am Samstag und nahm verschiedene Änderungen am RB21 vor. Zwischen Qualifying und Rennen ist das unter Parc-fermé-Bedingungen nicht erlaubt, daher der Start aus der Boxengasse. Die Strafe ist allerdings verkraftbar, Verstappen wäre ohnehin nur vom 16. Platz ins Rennen am Sonntagabend deutscher Zeit (18 Uhr/Sky) gestartet.
Verstappen erhielt laut Medienberichten einen anderen Unterboden, zudem wurde das Setup des Autos verändert. Auch wurde die komplette Antriebseinheit ausgetauscht, dies wohl vor allem mit Blick auf die verbleibenden Rennwochenenden.
Verstappens schwacher Samstag könnte bereits der entscheidende Rückschlag im Titelkampf gewesen sein, die WM-Rivalen Lando Norris und Oscar Piastri in den McLaren holten die Startplätze eins und vier. Vor dem Grand Prix liegt Verstappen 39 Punkte hinter Spitzenreiter Norris, Piastri hat neun Zähler Rückstand auf seinen Teamrivalen. Nach dem Rennwochenende in Sao Paulo macht die Formel 1 noch in Las Vegas, Katar und Abu Dhabi Station.
Deutsches Tennis-Duo verliert WM-Auftakt
Das deutsche Tennis-Doppel Kevin Krawietz und Tim Pütz hat seine Titelverteidigung bei den ATP Finals in Turin mit einer Niederlage begonnen. Das deutsche Davis-Cup-Duo verlor zum Auftakt mit 6:10 im Match-Tiebreak gegen Marcel Granollers (Spanien) und Horacio Zeballos (Argentinien). Nach zwei Sätzen hatte es 4:6, 6:4 aus Sicht der Deutschen gestanden.
Auch die anderen Gegner in der Peter Fleming Gruppe haben es in sich: Die Briten Julian Cash und Lloyd Glasspool gelten als Topfavoriten, die Italiener Simone Bolelli und Andrea Vavassori genießen in der Inalpi Arena Heimvorteil.
Pütz hatte zuletzt mit einer Wadenverletzung zu kämpfen gehabt, wurde aber rechtzeitig fit. Seinen Start in Turin bezeichnete er deswegen als "echten Bonus".
Im Vorjahr hatten Krawietz/Pütz überraschend den Titel in Turin gewonnen. Es war das erste Mal in der Turniergeschichte, dass ein deutsches Duo beim Prestigeturnier triumphieren konnte.
Hitlergruß im Stadion: Polizei nimmt Mann fest
Wegen des Zeigens eines Hitlergrußes und Widerstands gegen die Polizei ist ein Mann nach dem Fußball-Zweitliga-Spiel zwischen Hannover 96 und Darmstadt 98 (2:3) vorläufig festgenommen worden. Gegen ihn würden nun zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, teilte die Polizeidirektion Hannover mit. Der Mann hatte den Hitlergruß im Stadion gezeigt und war dann von der Polizei beim Verlassen der Arena identifiziert worden. Danach habe er sich "erheblich" gegen die polizeilichen Maßnahmen gewehrt.
Ebenfalls nach dieser Partie hat die Polizei in Hannover nach eigenen Angaben eine Schlägerei zwischen Heim- und Gästefans verhindert. Etwa 150 gewaltbereite und als Risikofans bekannte 96-Anhänger hätten demnach versucht, über den Schützenplatz in Hannover zum Gästeblock zu gelangen. Polizisten griffen ein, nachdem sich die Fans vermummt und Handschuhe angezogen hatten, die bei solchen Auseinandersetzungen häufig getragen werden.
Zverev: "Mit mir eine Chance, das Ding zu reißen"
Tennisstar Alexander Zverev will für das deutsche Davis-Cup-Team bei der Endrunde der X-Faktor sein. "Die Jungs haben mich wirklich sehr gebeten, es mir zu überlegen. Sie waren ohne mich mehrmals im Halbfinale oder Viertelfinale. Sie haben das Gefühl, dass sie mit mir eine Chance haben, das Ding zu reißen", sagte der 28-Jährige der "Bild".
Für die Endrunde des Mannschaftswettbewerbs ab dem 18. November in Bologna kehrt Zverev nach fast drei Jahren ins Davis-Cup-Team zurück. Mit Jan-Lennard Struff, Yannick Hanfmann und dem Doppel Kevin Krawietz/Tim Pütz rechnet sich der Weltranglistendritte gute Chancen auf den ersten deutschen Sieg in dem Prestige-Wettbewerb seit 1993 aus. "Wir haben eine gute Mannschaft, aber wir haben ein Zeitlimit. Wir werden alle älter, gerade Struffi und die Doppel-Jungs", sagte der Olympiasieger von 2021: "Wir haben noch dieses, vielleicht noch nächstes und übernächstes Jahr, den Davis Cup zu gewinnen." Im Viertelfinale trifft Deutschland am 20. November auf Argentinien.
Busse beschädigt - aber Polizei ist "zufrieden" mit Derby
Rund um das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (3:1) kam es zu mehreren Einsätzen der Polizei. Ein privat organisierter Reisebus von Kölner Fans wurde von Gladbach-Anhängern beschädigt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Auch ein Shuttlebus für anreisende Gästefans zum Stadion wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei leitete daraufhin Strafverfahren gegen zwei Tatverdächtige ein. Ein Mann wurde in Gewahrsam genommen, weil er einem Beamten auf den Helm geschlagen hatte.
Laut Polizeiangaben gab es zudem 15 Strafanzeigen sowie vier Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Vier Personen erhielten Platzverweise, fünf wurden in Gewahrsam genommen. Trotz der Zwischenfälle zog die Polizei nach Abpfiff eine "zufriedenstellende Bilanz". Im Vorfeld war das Derby als Hochrisikospiel eingestuft worden. So wurden unter anderem Betretungs-, Gläser- und Flaschenverbote sowie ein Alkoholverbot im Stadion verhängt, um die Sicherheit zu gewährleisten.
BVB kassiert übles Eigentor in sozialen Medien
Eigentore gibt es manchmal schon vor Anpfiff, das hat Borussia Dortmund mit einem flapsigen Post bei X bewiesen. "Gibt's die Uhr eigentlich noch? Und wenn ja, was zeigt die an?", stand über einem Foto mit Blick aus dem Stadiontunnel des Hamburger SV, gesendet von der Social-Media-Abteilung der Gäste mehr als eine Stunde vor dem Spielbeginn im Volksparkstadion. Spott also mal wieder wegen der einst legendären Stadionuhr - doch der HSV lachte diesmal zuletzt.
Spät, sehr spät kassierte der BVB am Samstagnachmittag durch Ransford-Yeboah Königsdörffer den Treffer zum 1:1-Endstand beim Aufsteiger, natürlich eine Steilvorlage. "Unsere Uhr hat 90+7 angezeigt, als das Ding eben eingeschlagen ist", schrieben die Hamburger nach dem Abpfiff als Antwort auf den BVB-Post. Erfolgreich gekontert. Die Stadionuhr hatte bis zum ersten Abstieg des Gründungsmitglieds 2018 die Zeitspanne der Bundesliga-Zugehörigkeit angezeigt, danach die seit Gründung des Vereins im Jahr 1887. Im Sommer 2019 wurde die Uhr nach viel Häme schließlich abgebaut, vergessen ist sie offensichtlich nicht.
"Ich habe Zeit": Gladbach und der neue Cheftrainer in spe
Die Fans hat Eugen Polanski längst auf seiner Seite, daran bestand nach dem erlösenden Derbysieg kein Zweifel mehr. Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer in spe wurde von der Nordkurve mit Sprechchören gefeiert, erschien auch kurz, winkte, zog sich dann schnell zurück. "Die Fans müssen nicht meinen Namen rufen", sagte der 39-Jährige nach dem 3:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln, gab aber auch zu: "Natürlich freut mich das trotzdem."
Noch ist Polanski nur der "Bis-auf-Weiteres"-Trainer der Borussia, doch in der anstehenden Länderspielpause dürfte sich das ändern. "Wenn Rouven (Schröder, Sportchef, Anm.d.Red.) sagt, wir können sprechen - ich habe Zeit", sagte der Nachfolger des nach drei Spieltagen entlassenen Gerardo Seoane. Argumente hat Polanski genug gesammelt, gegen den ewigen Rivalen Köln gab es den dritten Pflichtspielsieg in Folge - das einstige Schlusslicht verließ endlich die Abstiegsplätze. Schröder erklärte im Sport1-"Doppelpass": "Überzeugt waren wir ja von Anfang an. Eugen hat sehr viel bewirkt. Nach drei Siegen ist es schon so, dass man sich natürlich zusammensetzt und Gedanken macht." Aber: "Wir haben tatsächlich keinen Vertrag in der Schublade."
Schlitter-Crash knallt Beifahrertür aus Rallye-Boliden
Bei der WRC-Rallye in Japan schlittert der französische Rennfahrer Adrien Formaux bei Regen in eine Baumgruppe. Bei dem Crash verliert der Hyundai-Pilot die Beifahrertür. Zwar bleiben Fahrer und Copilot unverletzt. Doch das Rennen ist für die beiden vorbei, wodurch Formaux vom Podest fliegt.
"Surreal": Deutschem gelingt Sensation gegen den Schach-Weltmeister
Der Weltmeister muss jetzt zusehen: Der deutsche Schachgroßmeister Frederik Svane hat Dommaraju Gukesh beim Weltpokal im indischen Goa besiegt. "Es ist immer noch ein wenig surreal", sagte der 21-Jährige dem "Spiegel". "Ich war mir zwar vor dem Match sicher, dass ich gewisse Chancen habe, besonders wenn es in den Tiebreak geht. Gukesh aber in dem klassischen Format zu schlagen, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet."
Während die erste Partie Remis endete, gewann er die entscheidende zweite Partie. Obwohl sie anfangs nicht gut lief und er größtenteils auf seine Intuition vertrauen musste. "Und das hat überraschend gut geklappt", so Svane. Mit einem Turmzug habe Gukesh dann einen Fehler gemacht. "Eine für mich wirklich bizarre Entscheidung", so der Deutsche. "Danach war es im Prinzip einfach zu spielen, da machte es auch nicht mehr den großen Unterschied, ob ich jetzt gegen Gukesh oder einen anderen Großmeister spiele."
Svane steht nun unter den letzten 32 Spielern, wie auch Deutschlands Topspieler Vincent Keymer. Die besten drei qualifizieren sich für das WM-Kandidatenturnier. Dort entscheidet sich im kommenden Jahr, wer Gukesh um die Weltmeisterschaft herausfordern darf.
Haufen Schrott, aber F1-Crash "hätte viel schlimmer kommen können"
Das Wichtigste vorab: Gabriel Bortoleto hat nach seinem Unfall in der letzten Runde des Brasilien-Sprints nicht mehr als ein paar Schrammen abbekommen, die Sicherheitsmaßnahmen der Formel 1 haben gegriffen. Zweimal war der Sauber-Pilot hart in die Barriere eingeschlagen, von seinem Boliden blieb letztlich nicht mehr viel übrig als ein Haufen Karbon-Schrott. "Ich bin sehr glücklich, denn es hätte viel schlimmer kommen können", sagte der 21-Jährige, der von den Ärzten durchgecheckt wurde. Gerne hätte er das Qualifying auf seiner Heimstrecke absolviert, doch den Mechanikern ging letztlich die Zeit aus. Somit startet Bortoleto im Rennen vom letzten Platz.
Bortoleto habe "hier und da ein bisschen Schmerzen" gespürt, "aber es sind normale Schmerzen wie an jedem anderen Rennwochenende", erläuterte er: "Wenn ich fertig bin, habe ich immer ein bisschen was in der Schulter hier und da - und jetzt ist es ähnlich."
Draisaitls Oilers kriegen unfassbar auf die Mütze
Eishockeystar Leon Draisaitl hat mit den Edmonton Oilers einen Abend zum Vergessen erlebt. In eigener Halle ging das kanadische NHL-Team gegen die Colorado Avalanche mit 1:9 unter, es war die mit Abstand höchste Niederlage der bisherigen Saison. Edmonton steckt damit endgültig in der Krise, der Vizemeister hat vier der vergangenen fünf Spiele verloren - zuletzt drei in Serie.
Draisaitl bereitete das 1:5 durch Connor McDavid (32.) vor, es war der achte Assist für den deutschen Stürmer. Nathan MacKinnon, Cale Makar, Jack Drury und Parker Kelly trafen im Rogers Place jeweils doppelt für die Gäste. Colorado ist mit jetzt 23 Punkten das beste Team der nordamerikanischen Profiliga. Edmonton (16) ist im Westen nur Zwölfter, der Rückstand zum letzten Wildcard-Platz für die Playoffs beträgt aber nur einen Punkt.
"Sie kämpft jeden Tag brutal": Diekmeier kämpft mit Tränen und um seine Tochter
Als es um seine 14 Jahre alte krebskranke Tochter Delani geht, hat Dennis Diekmeier bei seiner Rückkehr ins Hamburger Volksparkstadion Tränen in den Augen. "Vor einem Jahr war unser Leben in Ordnung. Im Januar wurde uns der Boden unter den Füßen weggerissen", sagte der ehemalige HSV-Profi. "Man kann gar nicht beschreiben, was das für eine Familie bedeutet. Meine Tochter ist so ein toller Mensch. Sie kämpft jeden Tag brutal. Der Reitsport gibt ihr viel Kraft. Riesen-Respekt, wie sie das macht."
Von allen HSV-Profis gab es ein unterschriebenes Trikot für Delani. Vor der Sky-Kamera kämpft da auch Fernsehmann Patrick Wasserziehr mit den Tränen. "Wir sind mit unseren Gedanken bei Delani. Sie ist 14. Ich muss aufpassen, dass ich nicht anfange zu weinen. Dieses Trikot ist für Delani, das ist für dich. Es ist viel größer als Fußball. Der HSV ist eine Familie." "Wir probieren", sagt Diekmeier, "jeden Tag, das positiv anzugehen. Wir sind hundertprozentig davon überzeugt, dass sie das schafft. Sie ist eine brutale Kämpferin. Was sie für eine Lebensfreude mit dieser Krankheit ausstrahlt, ist enorm."
"Bin noch nicht so weit": Mick Schumacher spricht über Zukunft
Mick Schumacher hat auch nach dem letzten Saisonrennen der WEC Langstrecken-Weltmeisterschaft keine Antwort auf die Frage geliefert, ob er ein weiteres Jahr bei Alpine dranhängt oder doch die Rennserie wechselt und in die USA zieht. "Ich habe das Privileg, diese Entscheidung zu treffen", sagte er in Bahrain gegenüber Motorsport-magazin.com. Aktuell sei "noch alles offen. Ich muss mir darüber im Klaren werden, was ich machen will. Ich bin noch nicht so weit. Die nächsten Wochen werden wichtig sein, um die richtigen Entscheidungen zu treffen."
Bei Alpine läuft sein Vertrag zum Jahresende aus, sein Teamchef Philippe Sinault drängte zuletzt. "Wie ihr euch vorstellen könnt, brauchen wir jetzt so schnell wie möglich Klarheit. Es ist Zeit, eine Entscheidung zu treffen", sagte er gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von Motorsport.com. Doch Schumacher will sich offenbar nicht treiben lassen. Denkbar ist vor allem ein Wechsel in die USA, wo er im kommenden Jahr in der IndyCar-Serie starten könnte. Das Ziel, in die Formel 1 zurückzukehren, verpasste er.
"Er war nicht gut": Schwarzer Tag nach DFB-Nominierung für El Mala
Am Donnerstag war Said El Mala noch in die Nationalmannschaft berufen worden, zwei Tage später erlebte der Shootingstar des 1. FC Köln dagegen einen schwarzen Tag. Im Derby bei seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach (1:3) war von dem 19-Jährigen nicht viel zu sehen, Trainer Lukas Kwasniok wechselte den Dribbler schon zur Pause aus. "Er war nicht gut, deswegen habe ich ihn rausgenommen. So einfach ist es", sagte Kwasniok nach dem Spiel.
El Mala spielte in der Bundesliga erst zum dritten Mal von Beginn an für die Domstädter. Über 90 Minuten ist der Teenager für den FC bislang noch nie zum Einsatz gekommen, erzielte aber schon vier Tore und sammelte zwei Assists. "Er hat einfach in der Arbeit gegen den Ball an der einen oder anderen Stelle im Duell nicht ganz so agiert, wie wir uns das vorstellen. Ich bewerte wie bei allen anderen Spielern die Leistung, die war in den ersten 45 Minuten nicht ganz so gut. Und deswegen habe ich ihn und Florian Kainz dann auch in der Halbzeit geopfert", sagte Kwasniok. FC-Sportdirektor Thomas Kessler fand das eher schwache Spiel El Malas indes nicht dramatisch, sondern "völlig normal".
Messi schafft Historisches für seinen Klub
Lionel Messi hat Inter Miami ins Viertelfinale der MLS-Playoffs geführt. Der Argentinier erzielte beim 4:0 (2:0) im dritten und entscheidenden Spiel der Erstrunden-Serie gegen den Nashville SC die ersten beiden Treffer und war an den beiden Toren von Tadeo Allende nach der Pause beteiligt. Messi brachte Miami früh nach einem Solo in Führung (10.) und legte kurz vor der Halbzeitpause von fast der gleichen Position nach (39.). In der zweiten Halbzeit entschied Allende mit seinen beiden Treffern die Partie (73., 76.).
Miami steht erstmals in der noch jungen Klub-Geschichte im Playoff-Viertelfinale und trifft dort in zwei Wochen auf den Cincinnati FC. Im Vorjahr war das Team um den achtfachen Weltfußballer Messi als Sieger der Hauptrunde überraschend in der ersten Playoff-Runde gescheitert.
Kroos ist "100-prozentig" vom DFB-Team überzeugt
Der frühere Fußball-Nationalspieler Toni Kroos hat keinerlei Zweifel an der erfolgreichen Qualifikation des DFB-Teams für die WM 2026. Da sei er sich "100-prozentig sicher" und sehe "keine Probleme", sagte Kroos dem Sport-Informations-Dienst am Rande einer Gala der "Toni Kroos Stiftung". "Sie haben natürlich die Qualität, um in dieser Gruppe weiterzukommen, und die Gegner in dieser Gruppe haben nicht die Qualität, sie daran zu hindern", begründete der Weltmeister von 2014 seinen Optimismus.
Die Auswahl von Julian Nagelsmann tritt im Kampf um die Tickets für die WM in den USA, Kanada und Mexiko in den abschließenden Gruppenspielen in Luxemburg (14. November) und gegen die Slowakei (17. November) in Leipzig an. Deutschland führt die Qualigruppe A mit neun Punkten an und würde sich mit zwei weiteren Siegen für die Endrunde qualifizieren, womöglich reichen auch vier Punkte. Ansonsten bliebe der Umweg über die Playoffs.
"Richtig sauer": In der 97. Minute verschenkter Sieg erzürnt BVB
Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl hat spürbar verärgert auf den verpassten Sieg seiner Mannschaft in Hamburg reagiert. Drei Tage nach der 1:4-Niederlage bei Manchester City in der Champions League kassierte das Team von Trainer Niko Kovac kurz vor dem Abpfiff (90.+7) beim 1:1 (0:0) noch den Ausgleich des HSV. "Am Mittwoch hat es mich auch geärgert, aber heute ärgert es mich richtig", sagte Kehl: "Ich bin richtig sauer."
Er werde "erstmal ein paar Tage brauchen", fügte Kehl an: "Denn heute mussten wir dieses Spiel gewinnen." Statt auf Platz zwei zu klettern und auf fünf Punkte an Spitzenreiter Bayern München heranzurücken, tritt der BVB in der Spitzengruppe durch das Ergebnis auf der Stelle. "Es ist ärgerlich, sehr ärgerlich, vor allem wenn man sich die anderen Ergebnisse ansieht", sagte Kovac: "Wir müssen das besser wegverteidigen. Wir sind enttäuscht, wir sind sauer." Nach der Länderspielpause geht es für die Westfalen knackig weiter mit Aufgaben gegen DFB-Pokalsieger VfB Stuttgart und den FC Villarreal in der Champions League.
Djokovic holt historischen Titel - und sagt direkt danach verletzt für Saisonfinale ab
Novak Djokovic hat seine Teilnahme an den ATP Finals kurz nach seinem Turniersieg in Athen am Abend abgesagt. Laut den Organisatoren kann der Grand-Slam-Rekordsieger aus Serbien aufgrund einer Schulterverletzung nicht in Turin antreten. Ersetzt wird der 38-Jährige in der Jimmy-Connors-Gruppe von Lorenzo Musetti, den Italiener hatte Djokovic kurz zuvor im Endspiel in Griechenland mit 4:6, 6:3, 7:5 bezwungen.
"Ich habe mich sehr darauf gefreut, in Turin anzutreten und mein Bestes zu geben, aber nach dem heutigen Finale in Athen muss ich leider mitteilen, dass ich mich aufgrund einer anhaltenden Verletzung zurückziehen muss", schrieb Djokovic in den sozialen Medien. "Es tut mir wirklich leid für die Fans, die sich darauf gefreut haben, mich spielen zu sehen."
In Athen hatte sich der "Djoker" im Alter von 38 Jahren und fünf Monaten zum ältesten Turniersieger in der Geschichte der ATP-Tour gekürt.