Der Sport-Tag

Der Sport-TagExperte: Russland will "Keil in die olympische Sportwelt treiben"

17.04.2024, 14:12 Uhr

Russlands Pläne für so genannte "Freundschaftsspiele" kurz nach Olympia in Paris sind für den Experten Stephan Wassong ein direkter Angriff auf das Internationale Olympische Komitee (IOC). "Es wird versucht, einen Keil in die olympische Sportwelt zu treiben, um die sehr differenziert aufgebaute Gesamtstruktur des olympischen Systems ein Stück weit herauszufordern", sagte der Sporthistoriker vom Institut für Sportgeschichte der Deutschen Sporthochschule Köln im SID-Interview 100 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele (26. Juli bis zum 11. August).

Dabei gehe es auch "um Autoritäten und die Frage, wer im Sport was entscheiden kann. Wir haben das IOC als starke Weltregierung des Sports, die dafür einsteht, Sportentwicklung verantwortungsvoll zu gestalten. Russland und Putin setzen sich nun aber darüber völlig hinweg", sagte Wassong: "Ein Beispiel dafür sind die Einladungen zu diesen Freundschaftsspielen. Die gehen nicht an Sportorganisationen, sondern an Regierungen. So werden Entscheidungs- und Autonomierichtlinien ausgehöhlt. Das gilt im Übrigen auch für die Doping-Problematik."

Als Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind Athleten aus Russland und Belarus nur als "neutrale individuelle Athleten" in Paris zugelassen, Mannschaften sind komplett ausgeschlossen, vermutlich werden sich letztendlich 36 russische Staatsbürger qualifizieren.

Quelle: ntv.de