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Der Sport-TagFifa-Prozess: Angeblich 160 Millionen Dollar Schmiergeld geflossen

17.11.2017, 09:50 Uhr
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Burzaco (r.) belastet vor allem den früheren Fifa-Finanzchef Grondona schwer. (Foto: dpa)

Preisfrage: Wer oder was ist korrupter als Italien unter der Regierung Berlusconi? Richtig, die Fifa-Funktionäre in südamerikanischen Kontinentalverband Conmebol. Also, das ist jedenfalls der Eindruck, der momentan beim Fifa-Prozess in New York entsteht.

  • Der frühere argentinische Rechtehändler Alejandro Burzaco hat laut eigener Aussage im Korruptionssumpf des südamerikanischen Fußballs seit 2004 Schmiergeld in Höhe von 160 Millionen Dollar gezahlt und versprochen. Profitiert hätten davon rund 30 Personen, sagt Burzaco im Zeugenstand.

  • Angeklagt sind im Stadtteil Brooklyn die früheren Funktionäre Jose Maria Marin (Brasilien), Juan Angel Napout (Paraguay) und Manuel Burga (Peru). Burzaco, der sich in der US-Ermittlung bereits 2015 der Korruption schuldig bekannt hatte und mit seiner umfassenden Aussage sein Strafmaß abmildern will, belastete die drei Beschuldigten in den vergangenen Tagen schwer - ebenso wie weitere frühere Funktionäre des Kontinentalverbandes.

  • Einer der größten Profiteure seiner Bestechungszahlungen, mit denen lukrative TV- und Marketingrechte an Turnieren und Spielen gesichert werden sollten, sei der frühere Fifa-Finanzchef Julio Grondona (Argentinien) gewesen, der 2014 starb und im Korruptionsnetzwerk eine Schlüsselrolle eingenommen hatte. Dessen Sohn bezeichnet Burzaco, der ins Kreuzverhör der Anwälte genommen worden war, als Lügner.

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