Der Sport-TagUkrainische Rodler knien für verbannten Heraskewytsch nieder
Der Ausschluss des ukrainischen Skeletonfahrers Wladyslaw Heraskewytsch von den Olympischen Spielen sorgt für großen Wirbel. Weil er nicht nur im Training, sondern auch im Wettkampf einen Helm tragen wollte, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind. Aber er durfte nicht. Das IOC beharrte darauf, dass der Helm gegen Regel 50 der olympischen Charta verstößt. Politische Botschaften sind auf dem sportlichen Spielfeld nicht erlaubt.
Ein Zeichen der Solidarität mit ihrem ukrainischen Nationalmannschaftskollegen sendete am Abend das Rodel-Mixed-Team. Nachdem die sechs gestarteten Fahrerinnen und Fahrer im Ziel sind, knieten sie gemeinsam nieder und hielten ihre neutralen, weißen Helme in die Luft. Es war eine Botschaft an Heraskewytsch und an das Volk, das infolge der brutalen russischen Angriffe oft in eisiger Kälte und ohne Licht den Krieg im eigenen Land aushalten muss. "Das war kein Protest", stellte Andriy Mandziy klar. "Es war eine Geste der Unterstützung für Wlad und eine Erinnerung an all unsere Landsleute, die im Krieg gestorben sind."
Die Idee zu der Aktion hatte das Team gemeinsam entwickelt und vorbereitet. Nachdem die ersten Fahrerinnen und Fahrer im Ziel waren, zogen sie schnell ihre Handschuhe aus und bereiteten die Helme vor.