Formel1

Williams mit großen Verlusten F1-Traditionsteam steht zum Verkauf

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In dieser Saison kann George Russell noch im Williams fahren - sollte diese tatsächlich im Juli starten.

(Foto: imago images/Insidefoto)

Die Budgetobergrenze in der Formel 1 kommt, doch das hilft dem Williams-Rennstall nicht mehr. Das Team steht zum Verkauf. Damit bangt vor allem Nachwuchstalent George Russell um seinen Job. Währenddessen gibt es von Renault gute Nachrichten.

Renault wird seinen Weg in der Formel 1 fortsetzen, wohin der von Williams führt, ist dagegen ungewiss. Während Renaults Generaldirektorin Clotilde Delbos in einer Telefonkonferenz mit Analysten einen Treueschwur für die Formel 1 leistete, bot Williams fast zeitgleich sein traditionsreiches Team zum Verkauf an.

"Die Präsenz von Renault in der Formel 1 wird durch unseren Sparplan nicht infrage gestellt", sagte die 53-jährige Delbos, der zuletzt nachgesagt worden war, nicht gerade eine Anhängerin der Formel 1 zu sein. Zudem baut Renault derzeit 15.000 Stellen ab, darunter 4600 in Frankreich.

Die gerade beschlossene Budgetdeckelung in der Formel 1, die ab 2021 bei 145 Millionen Dollar (133 Mio. Euro) liegt und in den folgenden Jahren schrittweise auf 135 Mio. Dollar gesenkt wird, komme dem französischen Staatskonzern nun allerdings sehr entgegen, führte Delbos weiter aus: "Das neue Limit ist sehr gut für uns, wir sind und bleiben also in der Formel 1."

Williams trennt sich vom Hauptsponsor

Das hat Williams ganz sicher auch vor, ob das Team allerdings auch 43 Jahre nach der Gründung im Familienbesitz bleibt, ist mehr als ungewiss. Am Freitag verkündete die in Frankfurt/Main börsennotierte Williams Grand Prix Holding PLC, das Unternehmen stehe vor allem wegen erheblicher finanzieller Verluste im Geschäftsjahr 2019 zum Verkauf. Geprüft würden mehrere Optionen, unter anderem der Verkauf eines Mindestanteils oder auch der Komplettverkauf.

Konkrete Gespräche mit möglichen Interessenten habe es noch nicht gegeben, teilte der Vorstandsvorsitzende der Grand Prix Holding, Mike O'Driscoll, in einem offiziellen Statement des Teams mit. Es seien lediglich erste informelle Gespräche mit potenziellen Investoren geführt worden. In dem Zusammenhang verkündete das Team außerdem die nicht begründete sofortige Trennung vom Hauptsponsor ROKiT.

Die Teilnahme an der Saison 2020 sei durch die neue Entwicklung nicht gefährdet, heißt es weiter, es handele sich vielmehr um einen "richtigen und besonnenen Schritt, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen". Für Williams fahren das britische Toptalent George Russell und der Kanadier Nicholas Latifi.

Frank Williams und Patrick Head hatten das Team 1977 gegründet, seither war es stets unter der Kontrolle der Williams-Familie. Nach wie vor hält der seit einem Verkehrsunfall 1986 an den Rollstuhl gefesselte Frank Williams als Teamchef 51 Prozent der Anteile, seine Stellvertreterin ist seit 2013 seine Tochter Claire Williams. Letzter von bisher sieben Williams-Weltmeistern seit 1980 war 1997 der Kanadier Jacques Villeneuve.

Quelle: ntv.de, ara/sid