Formel1

Alonso und Co. gurken hinterherFormel-1-Experte prophezeit Aston Martin lange "Horrorshow"

14.04.2026, 08:44 Uhr
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Fernando Alonso und Lance Stroll fahren mit Aston Martin in der Formel 1 zurzeit hoffnungslos hinterher. (Foto: picture alliance / HOCH ZWEI)

Der Milliardär Lawrence Stroll rüstete das Formel-1-Team Aston Martin jahrelang auf. Das Ziel: die Weltmeisterschaft. Doch die Saison 2026 ist bisher ein einziger Albtraum - der einem Experten zufolge noch eine ganze Weile dauern wird.

Eigentlich will Aston Martin in der Formel 1 endlich um Siege mitfahren. Rennstall-Eigentümer Lawrence Stroll hat in den vergangenen Jahren keine Kosten gescheut und Millionen investiert, damit das Team an die Spitze kommt. In Silverstone wurde eine hochmoderne Fabrik gebaut, dazu warb Aston Martin dutzende Top-Leute der Konkurrenz ab, um sein "Humankapital" zu stärken. Der vermeintliche Königstransfer: Adrian Newey. Der legendäre Designer übernahm nach seinem Abschied von Red Bull im Vorjahr die technische Abteilung, ist zudem als Teilhaber involviert. Ende 2025 inthronisierte Aston Martin den Briten gar als Teamchef - ein Zug, den viele F1-Beobachter kritisierten, schließlich hatte Newey noch nie an der Spitze eines Rennstalls gestanden, sondern eher im stillen Ingenieurs-Kämmerlein Wunder gewirkt.

Tatsächlich scheint die Aufgabenfülle Newey zu erdrücken. Medien spekulieren, dass der bei Audi zurückgetretene Jonathan Wheatley bald als Teamchef zu Aston Martin kommt, damit sich Design-Guru Newey auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. Es wäre wohl bitter nötig, denn Aston Martin ist derart schlecht in die Saison gestartet, dass einem die Adjektive ausgehen. Null Punkte stehen nach drei Rennen zu Buche. Und vielleicht noch schlimmer ist der verheerende Zweiklang der Aston-Martin-Leistung: Das Auto ist weder schnell noch haltbar.

Vor allem der Antrieb vom exklusiven Motorenpartner Honda krankt. Zum Saisonstart waren die Vibrationen des Verbrenner-Motors so stark, dass die Batterie beschädigt wurde und den Piloten Fernando Alonso und Lance Stroll die Finger schmerzten. Beim letzten Rennen in Japan - dem Heim-Grand-Prix von Honda - qualifizierten sich die grünen Renner mit vier Sekunden Rückstand und starteten aus der letzten Reihe. Alonso kam, mit einer Runde Rückstand, immerhin ins Ziel. Stroll brach das Rennen wegen der technischen Misere ab. Stroll, der im Fahrerlager stets muffig wirkende Sohn von Ober-Boss Lawrence, spöttelte hinterher, Alonso und er hätten Spaß "in unserer eigenen Aston-Martin-Meisterschaft".

WM-Punkte nur, "wenn zwölf Autos ausfallen"

"Das ist wirklich schmerzhaft, nicht wahr? Das ist wie Salz in die Wunden", kommentierte nun Formel-1-Experte Martin Brundle im Podcast von Sky die Aussagen des enttäuschten Piloten. Die Situation bei Aston Martin sei "ein Albtraum, egal, von wo aus man es betrachtet. Sie haben weder Speed noch Zuverlässigkeit. Und in Zeiten unerbittlicher Rennkalender und Budgetgrenzen wird es sehr schwer werden, das rechtzeitig zu drehen und sie müssen erst herausfinden, was sie zuerst tun müssen."

Die Saison 2026 könne der britische Rennstall abhaken, machte Brundle eine düstere Prophezeiung. "Es wird bis 2027 nicht besser werden. Es ist eine Horrorshow und wir werden diesen Schmerz einfach beobachten müssen. Natürlich werden sie sich bis zu einem gewissen Grad verbessern, aber ihnen fehlen drei, vier Sekunden. Das ist wie eine andere Kategorie, in der sie im Moment verglichen mit den Spitzenteams fahren."

Etwas gnädiger lautete das Urteil von Sky-Kommentator David Croft. Dass Aston Martin in Japan mit einem Auto die Zielflagge gesehen hat, sei toll gewesen. Er sehe aber keine Chance für WM-Punkte, "solange nicht zwölf Autos vor ihnen ausfallen".

Quelle: ntv.de, mar

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