Formel1

Ein neues Zeitalter? Formel 1 steht unmittelbar vor Verkauf

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Mister Formel 1, Bernie Ecclestone, bestätigte den Milliardendeal.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahren schon geistert das Gerücht durch das Fahrerlager. Viele wollten die Formel 1 kaufen, am Ende ist nie etwas passiert. Doch jetzt wird es offenbar wirklich ernst. Am Dienstag will Liberty Media die erste Rate überweisen - 8,5 Milliarden Dollar.

Die Formel 1 steht einem Bericht des Fachmagazins "auto, motor und sport" zufolge unmittelbar vor dem Verkauf. "Wenn Liberty Media am Dienstag das Geld überweist, beginnt ein neues Zeitalter der Königsklasse", schrieb "ams" in seiner Online-Ausgabe.

Bei dem potenziellen Käufer handelt es sich um ein amerikanisches Medien- und Unterhaltungsunternehmen mit Sitz in Colorado. 8,5 Milliarden Dollar soll Liberty Media demnach unter anderem an CVC überweisen. Das Investmentunternehmen übernahm vor gut zehn Jahren die Formel 1. Die erste von zwei Raten für den erneuten Verkauf soll an diesem Dienstag fällig sein. Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone bestätigte dem Fachmagazin den Deal.

Die Übernahme soll in 2 Stufen erfolgen. Die Rolle von Ecclestone ist dabei unklar. Gerüchte sagen, dass der 86-jährige Engländer nur noch in einer Übergangsphase an Bord ist. Ecclestone selbst streut Nebel: "Ich tue, was ich immer getan habe. Es ist meine Entscheidung, welche Rolle ich einnehme." Auf die Frage, ob sein Gesicht der Formel 1 weiterhin im Fahrerlager zu sehen sein wird, sagte Ecclestone dem Magazin zufolge: "We will see."

Der Brite führt die Formel 1 seit Ende der 70er Jahre, als er die TV- und Vermarktungsrechte gekauft hatte. Beim Verkauf der Formel 1 vor gut zehn Jahren an CVC hatte das Investmentunternehmen Ecclestone als Geschäftsführer für die PS-Serie im Amt gelassen. Noch immer ist Ecclestone auch der Entscheider, wenn es um den Verbleib von Rennstrecken im Kalender geht oder neue hinzukommen sollen. Über einen Verkauf der Formel 1 wird schon lange spekuliert, mögliche Käufer wurden en masse gehandelt. Mit Liberty Media scheint es nun aber ernst zu sein. Besitzer des Unternehmens ist der Multi-Milliardär John Malone. Der mittlerweile 75-Jährige gründete Liberty Media vor 25 Jahren.

Formel 1 an die Börse?

Zum Verkauf sollen unter anderem die Anteile von Hauptaktionär CVC Capitals stehen. Das Investmentunternehmen besitzt 35,1 Prozent an der Formel 1. Der Verkauf vor zehn Jahre hatte für Ecclestone nachträglich Folgen vor einem Gericht in Deutschland gehabt. Er war wegen des Verdachts der Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt worden. Das Verfahren war 2014 aber gegen eine Geldauflage vor dem Landgericht Urteil eingestellt worden. Ecclestone hatte 100 Millionen Dollar gezahlt.

Mittelfristig soll Malone andere Pläne mit dem schnellen Geschäft haben. Im Fahrerlager werden bereits Namen gehandelt, die Ecclestone beerben könnten. Einer davon ist Formel E-Geschäftsführer Alejandro Agag.

Das amerikanische Unternehmen mit Sitz in Colorado will die Vermarktung der Formel 1 auf neue Füße stellen. Die Haupteinnahmequelle sollen nach US-Vorbild die Bewegtbildrechte werden. Das würde die Veranstalter entlasten. In einem zweiten Schritt will Liberty Media die Formel 1 in New York an der Börse platzieren.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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