Formel1

Sechs Jahre nach Horrorcrash Kubica kehrt ins Formel-1-Cockpit zurück

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Robert Kubica sitzt nach mehr als sechs Jahren wieder in einem Formel-1-Auto.

(Foto: imago/PanoramiC)

Robert Kubica dreht seine Runden - der 32-Jährige sitzt am Steuer eines Renault. Extra für den Ex-Formel-1-Rennfahrer wird die Rennstrecke von Valencia geöffnet. Eben jene, auf der er auch sein bis dato letztes Rennen fuhr, bevor er sich schwer verletzte.

Es waren Gänsehaut-Momente für alle Beteiligten: Robert Kubica zurück am Steuer eines Formel-1-Wagens. Mehr als sechs Jahre nach dem Rallye-Unfall, der seine Rennfahrer-Karriere maßgeblich veränderte. Über sechs Jahre nach dem Unfall, der die Hoffnungen des hochtalentierten Polen auf den Formel-1-Titel jäh und brutal zerstörte. Zumindest die damals befürchtete Amputation der stark verletzten rechten Hand war Kubica erspart geblieben.

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Am Dienstag drehte Kubica in einem Lotus-Renault E20 von 2012 seine Runden auf dem Circuit Ricardo Tormo. Jenem Kurs im spanischen Valencia, der zu Kubicas Formel-1-Zeiten auch nur allzugern für Präsentationen und Testfahrten genutzt wurde. Diesmal gehörte der Kurs nur Kubica, es war ein privater Test von Renault für den 32-Jährigen.

"Robert hat sich über den Grip beklagt, das Untersteuern und den Abtrieb", schrieb Renault anschließend, nicht ohne zu ergänzen: "Und er hatte das breiteste Lächeln nach seinen 115 Runden." Ex-Kollege Fernando Alonso applaudierte umgehend via Twitter mittels zahlreicher Klatsch-Emojs.

Crash bei fast 300 km/h

Kubica, der in den vergangenen Jahren vor allem im Rallye-Sport im Einsatz war, galt als eines der großen Talente, als er 2006 in die Formel 1 aufstieg. Beim deutsch-schweizerischen BMW-Sauber-Team übernahm Kubica nach dem Deutschland-Rennen das Cockpit von Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve - und gab es nicht mehr her. Bereits in seinem dritten Rennen raste der erste Formel-1-Pole als Dritter aufs Podest.

Nur ein Jahr später er- und überlebte Kubica in Montréal, wo die Formel 1 an diesem Wochenende gastiert, einen unfassbaren Crash bei fast 300 km/h nahezu unverletzt. Sein Auto war nur noch ein Wrack, einen Tag danach konnte Kubica das Krankenhaus aber schon wieder verlassen. 2008 gewann Kubica in Kanada, am Ende wurde er WM-Vierter.

Nicht selten wurde spekuliert, dass der Pole eines Tages auch bei Ferrari landen könnte. Allerdings zog es Kubica zur Saison 2010 zunächst zu Lotus-Renault. Die Saison 2011 gab es dann ohne den Formel-1-Piloten Kubica. Schuld daran war sein Unfall im Februar 2011 bei der Rallye "Ronde di Andora". Er war mit seinem Wagen nahe Genua von der Straße abgekommen. Der gebürtige Krakauer hatte sich schwere Verletzungen vor allem am rechten Arm und rechten Bein zugezogen.

Wenige Tage zuvor hatte Kubica zum Abschluss der ersten Formel-1-Testfahrten des Jahres noch die Bestzeit gefahren - auf dem Circuit Ricardo Tormo Valencia bei seinen bis Dienstag letzten Runden in einem Formel-1-Auto.

Quelle: n-tv.de, Jens Marx, dpa

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