Formel1

Vettel über sein F1-Vermächtnis "Mich wird man schnell vergessen haben"

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Sebastian Vettel hat nach Michael Schumacher und Lewis Hamilton die meisten Siege in der Formel 1 eingefahren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sebastian Vettel ist einer der besten Formel-1-Rennfahrer der Geschichte. Und trotzdem glaubt der ehemalige Ferrari-Pilot nicht an langes F1-Vermächtnis. Die Königsklasse des Motorsports erfinde schnell Helden, aber lasse sie, wie in seinem Fall, auch schnell fallen.

Nur Lewis Hamilton, Michael Schumacher und Juan Manuel Fangio haben mehr Formel-1-Weltmeisterschaften gewonnen als Sebastian Vettel. Bei den Grand-Prix-Siegen belegt der 33-Jährige hinter Lewis Hamilton (95) und Michael Schumacher (91) mit 53 Erfolgen Platz drei. Und doch glaubt Vettel nicht, dass man sich lange an ihn erinnern wird.

"Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich, wenn ich mich irgendwann von der Formel 1 verabschiede, sehr schnell vergessen sein werde, und das ist okay", sagte der Aston-Martin-Pilot gegenüber "motorsport.com". Als Beispiel nannte Vettel F1-Legende Juan Manuel Fangio, der in den 1950er Jahren mit vier Marken fünf Weltmeisterschaften gewann. Der Argentinier habe "wahrscheinlich ein längeres Vermächtnis, als jeder von uns jemals haben wird", so Vettel. "Er war ohne Zweifel sehr besonders. Aber wenn Sie jetzt einen 15-Jährigen fragen, wer Fangio ist, glaube ich nicht, dass er es weiß."

"Mehr als 50 Siege und doch nur Durchschnitt"

"Unsere Welt" drehe sich sehr schnell, sagte der viermalige Champion. "Und das muss sie auch. Sonst wird man in der Vergangenheit feststecken und immer noch Juan Manuel Fangio als den Herrn und Retter aller Rennfahrer anbeten." Vettel sei es daher auch nicht wichtig, anderen etwas zu beweisen. "Ich konzentriere mich wirklich nur auf meinen eigenen Teil, der direkt vor mir selbst liegt. Hoffentlich klingt das nicht zu egoistisch und arrogant, aber es geht um mich und das Team um mich herum", so der 33-Jährige.

In der Formel 1 werde man "immer nach den letzten paar Ergebnissen beurteilt. Man kann aus dem Nichts kommen und ein Held sein, indem man ein paar gute Ergebnisse hat. Und man kann, wie in meinem Fall, mehr als 50 Siege auf der Habenseite verzeichnen, und die Leute denken, dass man nur Durchschnitt ist. So läuft das also", kommentierte Vettel die Schnelllebigkeit des F1-Geschäfts.

Dass es auch mal schlecht laufen kann, erlebte Vettel in seiner letzten Ferrari-Saison, die zur Katastrophe wurde. "Es war eine Herausforderung und ich habe während der Saison viel darüber nachgedacht", urteilte Vettel. "Ich bin natürlich nicht glücklich damit, wie das Jahr gelaufen ist, was meine Leistung angeht, aber ich habe es akzeptiert, ich habe es durchlebt und ich bereue es nicht."

Quelle: ntv.de, dbe

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