Schumacher hofft auf Ergebnisse"Wenn ich Angst hätte, wäre ich im falschen Sport"

Mick Schumacher erlebt auf seinem USA-Abenteuer bisher eine schwierige IndyCar-Saison. Seinen Traum von der Formel 1 möchte er definitiv nicht abhaken.
Seit diesem Jahr greift Mick Schumacher in der amerikanischen IndyCar-Serie an. Die Umstellung vom Formel-1-Testfahrer und Langstrecken-Piloten zur Rennserie in den USA war riesig. "Das ganze Umfeld ist komplett anders", erklärt Schumacher im RTL/ntv-Interview. "Die ganzen Rennstrecken sind neu für mich." Neben den vielen neuen Eindrücken hatte sein Team zudem "bei jeder Rennstrecke bislang ein neues Auto, ein neues Setup probiert", schildert der 27-Jährige die Situation.
Die Anfangsmonate seien "auf jeden Fall sehr lehrreich gewesen", so Schumacher weiter. "Ich hoffe, dass die Resultate dann auch dementsprechend bald kommen werden."
Denn aktuell sind die Resultate schwach. Beim letzten Rennen in Long Beach/Kalifornien landete er auf Platz 17. Es war nach einem verkorksten Rennwochenende allerdings das bisher beste Ergebnis seiner Saison. Beim Training am Samstag war Schumacher im Wagen seines RLL-Teams in einen Reifenstapel gerutscht. Im anschließenden ersten Qualifying schied er aus und startete deshalb nur von Rang 21 ins Rennen. Dort machte er dann immerhin noch einige Plätze gut.
Vor dem Einstieg in die Rennserie hatte er von einigen Experten Warnungen erhalten. Vor allem die hohe Geschwindigkeit ist eine Herausforderung. Mit bis zu 380 Stundenkilometern rasen die Piloten durchs Oval. Angst löst das bei ihm aber nicht aus. "Ich glaube, wenn ich Angst hätte, wäre ich wahrscheinlich im falschen Sport. Nein, Angst ist kein Teil davon. Ich glaube, die bessere Antwort wäre wahrscheinlich: Respekt."
Comeback-Frage: "Es wäre gelogen ..."
Im Gesamtranking steht der frühere Haas-Pilot nun auf dem vorletzten Rang. Die nächste Chance für Schumacher auf eine bessere Platzierung gibt es am 9. Mai beim Grand Prix von Indianapolis.
2021 und 2022 fuhr er für den Rennstall Haas in der Formel 1. Ein Engagement in der Königsklasse reizt ihn noch immer. "Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass ich mich nicht auch in die Formel-1-Zeiten immer mal wieder zurückversetze und einfach daran denke, wie es war, damals zu fahren", gesteht Schumacher. "Es ist natürlich eine andere Zeit, aber wie gesagt: Wenn noch immer eine Option aufkommen würde, würde ich natürlich nicht nein sagen. Das ist auf jeden Fall so."
Schumacher ist nach seinen Engagements in der Formel 1 sowie zuletzt in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) der erste IndyCar-Pilot aus Deutschland seit 21 Jahren. Letzter Deutscher in der Serie vor ihm war 2005 Timo Glock.