"War nicht ganz cool"Baumann äußert sich erstmals zu seiner DFB-Degradierung
Die aufregendste Personalfrage rund um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist im Vorfeld der WM lange, ob Oliver Baumann das Tor für Manuel Neuer räumen muss. Der Bundestrainer zieht es durch, nun spricht erstmals der Degradierte.
Auch im letzten WM-Test der deutschen Fußball-Nationalmannschaft überzeugt Oliver Baumann: Beim 2:1 (1:1)-Sieg gegen Co-Gastgeber USA hält der Torhüter zweimal stark, beim Gegentor ist er komplett chancenlos. Dennoch wird beim WM-Auftakt des DFB-Teams gegen Curacao (14. Juni) Manuel Neuer im deutschen Tor stehen.
Der Weltmeister von 2014 kehrte nach seinem Rücktritt 2024 unter lautem Getöse doch noch einmal zurück in den Kader, obwohl Baumann in seinen inzwischen 13 Länderspielen durchweg überzeugte. Der 36-Jährige wurde auf den letzten Metern vor der WM degradiert - und äußerte sich nun erstmals dazu.
"Anfangs war es hart"
"Anfangs war es natürlich hart, das war nicht ganz cool von meinem Gefühl her", sagte der Hoffenheimer am RTL-Mikrofon. Dabei wolle er es belassen. "Aber mir war sofort klar, dass ich fürs Team da sein werde und mitgehe. Ich habe nicht einmal daran gedacht, nicht mitzufahren", bekräftigte Baumann. "Es ist eine WM, ich möchte der Mannschaft helfen, es wird alles für den Erfolg getan." Auch sein Verhältnis zu Neuer sei "gut, nach wie vor", betonte er. "Wir werden uns gut verstehen, das ist sauber." Direkt nach dem Spiel hätten beide gemeinsam "ein, zwei Situationen besprochen".
Julian Nagelsmann hatte sich wenige Minuten zuvor beim 36-Jährigen bedankt und ihm vorbildliches Verhalten bescheinigt. Baumann sei eine "Weltklasse-1b-Lösung", meinte der Bundestrainer, als er die Rückkehr von Neuer zur WM bei der Kader-Nominierung im Mai und damit Baumanns Herabstufung bestätigte. Der Umgang Nagelsmanns mit der "Weltklasse-1b-Lösung" hatte viel Kritik provoziert. Noch wenige Tage vor der bitteren Nachricht hatte sich Baumann überzeugt gezeigt, als Nummer eins ins Turnier zu gehen.
Neuers 124. und bislang letztes Länderspiel war das Viertelfinale bei der Heim-EM 2024 (1:2 n.V. gegen Spanien). Die beiden Länderspiele nach der Kadernominierung gegen Finnland (4:0) und nun gegen die USA verpasste er wegen einer Wadenverletzung. "Er wird jetzt, wenn wir in Winston-Salem ankommen, ins Mannschaftstraining einsteigen, so ist es geplant, und dann gegen Curacao auch spielen", sagte Nagelsmann bei RTL.
Baumann war lange hinter Neuer und dessen eigentlich designiertem Nachfolger Marc-André ter Stegen die Nummer drei in der deutschen Torwart-Hierarchie. Doch nach Neuers zwischenzeitlichem Rücktritt und ter Stegens Verletzungspech rückte Baumann zwischen die Pfosten - und zeigte in der WM-Qualifikation teils herausragende Leistungen.
