Fußball

"Hoffe, ist nichts Schlimmeres"Alle leiden schwer mit DFB-Kapitänin Gwinn

14.04.2026, 21:35 Uhr
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Giulia Gwinn verletzt sich mal wieder beim Einsatz fürs DFB-Team. (Foto: IMAGO/MIS)

Schwere Verletzungen sammelt Giulia Gwinn leider viel zu häufig - und ausgerechnet im DFB-Team. Wieder einmal muss die Kapitänin vorzeitig vom Platz. Diesmal ist es die Schulter, die ihr Team bangen lässt.

Der Applaus in der 33. Spielminute im Max-Morlock-Stadion war anders als der nach den Toren. Nicht frenetisch und euphorisch, sondern warm und herzlich - und sollte wie ein Pflaster wirken. Denn er galt Giulia Gwinn, die beim WM-Qualifikationsspiel der Deutschen gegen Österreich (5:1) ausgewechselt werden musste. Wieder einmal ist es die Kapitänin, die dem DFB-Team Sorgen bereitet.

Die Verteidigerin war im Spiel mit Melanie Brunnthaler kollidiert, über die Österreicherin gestürzt und auf die linke Schulter gefallen. Offensichtlich sehr schmerzhaft, sie blieb liegen und schlug mehrfach ihr Bein auf dem Rasen auf. Die Mediziner testeten die Schulter, nach kurzer Pause ging es für sie aber weiter - ehe Gwinn dann doch ausgewechselt wurde. Und direkt mit Begleitung in der Kabine verschwand.

"Wir haben sie aus Sicherheitsgründen rausgenommen. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist", sagte Bundestrainer Christian Wück nach Abpfiff. Am morgigen Mittwoch sollen weitere Untersuchungen folgen. "Ich weiß noch nicht, ob sie spielfähig sein wird", so Wück über das folgende Duell mit Österreich am Samstag (18 Uhr/sportschau.de und im ntv.de-Liveticker).

Dass Gwinn zunächst noch weiterspielen wollte, wertete Wück als "gutes Zeichen", er stellte aber auch fest: "Aber man hat gemerkt, dass sie nicht befreit spielen konnte, von daher hat es eigentlich gar keinen Sinn gemacht."

Wamser wieder als Ersatz zur Stelle

Es ist längst nicht das erste Mal, dass sich die Spielerin des FC Bayern beim DFB-Team verletzt. Schon ihre beiden Kreuzbandrisse zog sie sich in Länderspielen zu. Bei der Europameisterschaft im vergangenen Sommer in der Schweiz verletzte sie sich beim Auftaktspiel gegen Polen so schwer am Knie, dass sie für den Rest des Turniers ausfiel. Sie stellte ihr eigenes Wohl hintenan und blieb beim Team, um ihre Mitspielerinnen bis ins Halbfinale zu begleiten. "Es war unfassbar schlimm, wenn ich ehrlich bin", sagte die 26-Jährige hinterher. "Es war quasi einfach nur ein Funktionieren für die Mannschaft. Ich habe sehr darunter gelitten."

Nun leiden ihre Mitspielerinnen wieder mit ihr. "Es war ein kleiner Schock für die Mannschaft", sagte Innenverteidigerin Rebecca Knaak über die Situation. Auch Elisa Senß sprach von einem "Schockmoment". "Ich bin direkt zu ihr hin und sie hat auf ihre Schulter gezeigt, dass da irgendwas nicht stimmt." Als Gwinn dann doch weiterspielte, war Senß erleichtert. Ehe die 26-Jährige, die hart im Nehmen ist, sich doch auswechseln ließ. In der Halbzeitpause war Gwinn noch in der Kabine, wusste aber selbst noch nichts Genaues über ihre Verletzung. "Wir hoffen einfach nur das Beste, dass nicht Schlimmeres ist", so Senß.

Sollte Gwinn in Ried am Samstag nicht spielen können, wird Wück wohl auch dort auf Carlotta Wamser setzen, die für die Kapitänin ins Spiel gekommen war. Die junge Frankfurterin hatte Gwinn bereits bei der EM ersetzt - und sich damit völlig überraschend ins Rampenlicht gespielt.

Quelle: ntv.de, ara

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