"Kai liebt solche Momente"Arsenal-Coach überschüttet DFB-Star Havertz mit Lob

Kai Havertz schleppt sich angeschlagen durch die Saison. Der DFB-Star kämpft in diesem Frühling um Anschluss bei den Gunners. Ganz langsam kommt er wieder in Form. In der Champions League entwickelt er sich dabei zu einem Unterschiedsspieler. Sein Trainer ist hellauf begeistert.
Kai Havertz wuschelte sich durch die regennassen Haare und ließ sich von den mitgereisten Arsenal-Fans feiern, dann holte sich der deutsche Nationalstürmer ein verdientes Lob von Coach Mikel Arteta ab. "Wenn man diese Phase der Saison erreicht hat, muss jeder seinen Beitrag leisten. Kai liebt solche entscheidenden Momente", sagte Arteta nach dem hart erkämpften 1:0 (1:0)-Erfolg im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Sporting Lissabon über seinen Matchwinner. "Wir freuen uns, dass er zur Stelle war, als wir ihn brauchten, um das Spiel für uns zu gewinnen." Arteta hatte zuvor den Treffer des deutschen Nationalspielers an der Seitenlinie ausgiebig zelebriert.
Havertz schoss die Gunners mit seinem Treffer in der Nachspielzeit (90.+1) in Richtung Halbfinale. Der Deutsche war erst in der 70. Minute für Kapitän Martin Ödegaard eingewechselt worden. Er hatte sich in der Nachspielzeit in der Mitte zwischen zwei Verteidigern unsichtbar gemacht und war so frei in den Strafraum gelangt. Dort nahm er einen herrlichen Ball von Gabriel Martinelli auf und schob ihn links an Torhüter Rui Silva vorbei.
Havertz will jetzt alles
Havertz war einfach nur erleichtert. "Fußball ist für solche Momente gemacht", sagte er, "ein spätes Tor ist immer toll." Mit späten Toren in der Champions League kennt er sich aus. Bereits im Achtelfinalhinspiel bei Bayer Leverkusen war ihm in der vierten Minuten der Nachspielzeit der Ausgleich gelungen. Havertz hatte mal wieder allen Grund zur Freude. Dennoch bremste der 26-Jährige die Euphorie: "Wir nehmen das Resultat mit. Aber wir haben in der kommenden Woche noch viel Arbeit vor uns." Das Rückspiel in London steigt am 15. April (21 Uhr/DAZN und im Liveticker auf ntv.de).
Für die Gunners war es nach der Blamage im FA Cup beim Zweitligisten FC Southampton am vergangenen Samstag und einer Pleite im Ligapokalfinale gegen Manchester City vor der Länderspielpause ein wichtiger Stimmungsaufheller. "Definitiv eine große Wende für uns, denn wir haben die letzten beiden Spiele verloren. Wir halten zusammen", sagte Havertz, der nach schwierigen Wochen, viel Verletzungspech und gerade einmal 16 Einsätzen in allen Wettbewerben allmählich wieder richtig in Form kommt: "Es sind noch sieben Wochen zu spielen, und wir können große Titel gewinnen - genau das streben wir an."
Arteta: "Wir mussten etwas klarstellen"
Die Gunners, die bis zu den Niederlagen gegen City und Southampton von einer Saison mit vier Titeln geträumt hatten, bleiben im Rennen um die zwei wichtigsten Trophäen. Die Premier League führen sie mit neun Punkten vor Manchester City an, die noch ein Spiel mehr auszutragen haben. In der Champions League sind die Londoner als einzige Mannschaft ungeschlagen und sind damit eines von nur zwei Teams europaweit, das einen Sieg gegen die wohl stärkste Mannschaft Europas, den FC Bayern, verbuchen kann. Das andere ist übrigens der FC Augsburg.
"Ich bin extrem glücklich. Es war eine große Nacht, es war ein großer Moment in dieser Saison. Besonders nach den letzten Wochen", sagte dann auch Trainer Arteta, der im Nachgang noch über den Druck sprach, der seit Saisonbeginn auf der Mannschaft lastet. "Seit August ist der Anspruch: gewinnen und gewinnen und gewinnen und gewinnen. Wenn du dann mal nicht gewinnst, ist es ein Desaster", sagte er. "Es ist nicht genug, wenn du nicht alle vier Trophäen gewinnst. Das ist zwar in Ordnung, aber wir mussten klarstellen, wer wir als Team sind und was uns überhaupt erst hierhin gebracht hat."