Fußball

Wagner bereits vor dem Aus? Auf Schalke brennt schon wieder der Baum

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David Wagner hat beim FC Schalke 04 "viel zu tun". Aber wie viel Zeit bekommt er dafür?

(Foto: dpa)

Zwei schlimme Testspiele reichen und auf Schalke ist schon wieder Feuer drin - wenn es denn jemals gelöscht war. Einem Medienbericht zufolge soll das Vertrauen des Aufsichtsrats in Trainer David Wagner so gering sein, dass eine schnelle Ablösung im Raum steht.

Der FC Schalke 04 hat eine historisch schlechte Rückrunde hinter sich gebracht, 16 Spiele ohne Sieg sind trauriger Vereinsrekord. Nur eine starke Hinserie hatte dafür gesorgt, dass Königsblau nicht mehr in Abstiegsgefahr geriet. Die berechtigte Überzeugung von Verantwortlichen und Fans: Es kann nur besser werden. Einen Monat vor dem Start der neuen Saison werden die Zweifel immer größer, trotz der wahrlich geringst möglichen Erwartungshaltung. Die Vorbereitung nimmt eine desaströse Richtung, das Vertrauen in Trainer David Wagner soll sich im Verein langsam dem Nullpunkt nähern.

4:5 gegen den Drittliga-Aufsteiger SC Verl, 1:3 gegen den KFC Uerdingen inklusive eines Treffers des ewigen Dortmunders Kevin Großkreutz: Die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele tun weh, viele Fans kommentieren die Auftritte des Teams nur noch höhnisch. Problematisch für Wagner könnte aber werden, dass sich im Aufsichtsrat, auf Schalke auch ohne Clemens Tönnies ein mächtiges Gremium, die Überzeugung ausbreiten soll, dass ein neuer Trainer hermuss. Die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Wagner weder im Aufsichtsrat, noch bei Kaderplaner Michael Reschke besonders gut beleumundet ist. Sportvorstand Jochen Schneider habe den Coach bereits mehrfach mit einem Machtwort retten müssen.

"Schlechtes Spiel, schlechtes Ergebnis. Nichtsdestotrotz ein guter Test", sagte Wagner nach der Schlappe gegen Uerdingen, bei der ausgerechnet der Ur-Dortmunder Großkreutz per Foulelfmeter gegen Schalke traf: "Wir haben insbesondere in der ersten Halbzeit sehr schlecht verteidigt. Das war kein guter Auftritt von uns. Die Erkenntnis ist: Wir haben viel zu tun." Es wird offenbar immer fraglicher, ob es Wagner ist, der die viele Arbeit mit dem Kader erledigen darf.

Auch in der Kabine soll das Vertrauen schwinden: Zu Zweifeln an der taktischen Kompetenz des einstigen Premier-League-Coaches soll jetzt auch seine Glaubwürdigkeit infrage stehen. Der Grund laut "Bild"-Zeitung: Der Umgang mit Mark Uth. Den Stürmer hatte Wagner noch im Winter leihweise nach Köln ziehen lassen, wo der Nationalspieler überzeugen konnte. Ein Uth-Wechsel in die Domstadt wird es aus finanziellen Gründen wohl nicht geben, jetzt soll sich Wagner "plötzlich auffällig anschmeicheln". Dieser Zickzack-Kurs soll im Team nicht gut ankommen.

"Ich bin der sportlich Verantwortliche"

Ein Aufsichtsratsmitglied, heißt es, habe Sportdirektor Schneider dringend nahegelegt, schon Trainer-Kandidaten für den Fall einer Entlassung Wagners zu kontaktieren - auch vor dem Hintergrund des schweren Auftaktprogramms von Schalke in der Liga mit Auswärtsspielen in München, Leipzig und beim BVB.

Schneider, der den Schalker Uefa-Cup-Sieger von 1997 als seinen Wunschtrainer verpflichtet hatte, gab Wagner bereits Ende Mai eine Jobgarantie. Der Vertrag des 48-Jährigen läuft bis 2022. "Wir haben die Saison mit zwei verschiedenen Mannschaften gespielt", hatte Wagner nach der Saison gesagt. "Ich bin der sportlich Verantwortliche, und zwar für beide Phasen."

Um Schalke "mit wirtschaftlicher Vernunft in die Zukunft" führen zu können, werde beim Personaletat und bei nicht notwendigen Investitionen "die Stopptaste" gedrückt, erklärte Marketingchef Alexander Jobst. Für Wagner heißt die aktuelle Situation auf Schalke daher: Kostspielige Neuverpflichtungen kann sich sein Klub nicht leisten, auch wenn es nach Meinung des Trainers "keine gute Balance" im Kader und "große Schwierigkeiten" bei den Torhütern und im Sturm gibt.

Toptalent liked "Wagner raus!" - oder nicht?

Ausgerechnet am Mittwoch, dem Tag der Schalker Testspiel-Blamage gegen Drittligist Uerdingen, war Toptalent Can Bozdogan in den Fokus gerückt. Bozdogans Account hatte nämlich den Kommentar eines anderen Users geliked. Der pikante Inhalt: "Wagner raus!"

Doch Bozdogan selbst meldete sich kurze Zeit später via Instagram zu Wort. "Hi wollte nur mitteilen, dass mit meinem Account ein Kommentar geliked wurde, der gegen unseren Trainer gerichtet ist. Damit habe ich nichts zu tun, so was würde ich nie machen!!! Wir sind dabei rauszukriegen, wie das passiert ist", schrieb der gebürtige Kölner.

Offensichtlich fand Bozdogan eine zufriedenstellende Erklärung für die ganze Affäre. Denn eine Strafe seitens seines Arbeitgebers droht dem gebürtigen Kölner nach Informationen der "WAZ" nicht. Schalke sei "zu 1000 Prozent" davon überzeugt, dass Bozdogan den mysteriösen Like nicht selbst zu verantworten habe, hieß es. Die Sache werde klubintern damit auch nicht weiter verfolgt.

Quelle: ntv.de, ter

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