Fußball

"Das ist keine echte Liebe""Fußball-Gott" Kohler tadelt Schlotterbeck und den BVB

14.04.2026, 15:21 Uhr
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Nico Schlotterbeck steht bei den Fans des BVB zurzeit trotz Vertragsverlängerung nicht allzu hoch im Kurs. (Foto: dpa)

Nach einem monatelangen Poker verlängert Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund. Was der BVB als Coup verkaufen will, erzürnt die Fans der Schwarzgelben. Auch "Fußball-Gott" Jürgen Kohler ist not amused und kritisiert Spieler wie Klub.

Vereins-Ikone Jürgen Kohler missfällt, dass Nico Schlotterbeck seinen Vertrag bei Borussia Dortmund nur inklusive Ausstiegsklausel verlängert hat. "Ganz ehrlich: Eine Ausstiegsklausel ist für mich kein klares Bekenntnis. Das ist keine echte Liebe", sagte der Fußball-Weltmeister von 1990 bei Sport1. Zugleich kritisierte der Weltmeister von 1990 und langjährige BVB-Profi die Dortmunder Verantwortlichen. "Die großen Klubs bestimmen Zeitpunkt und Bedingungen eines Transfers selbst. Bei Borussia Dortmund habe ich oft das Gefühl, dass man eher reagiert als agiert."

Schlotterbeck hatte sein Arbeitspapier beim BVB vergangene Woche nach einem zähen, monatelangen Ringen zwar bis 2031 verlängert. In dem neuen Vertrag ist aber eine Klausel für den 26-jährigen Innenverteidiger festgeschrieben, die Schlotterbeck einen Wechsel bereits im Sommer erlaubt. Laut Sky gilt der Passus für "eine Handvoll Teams", darunter Real Madrid. Der FC Bayern zählt demnach nicht zu den auserwählten Klubs. Die erforderliche Ablöse liegt dem Pay-TV-Sender zufolge zwischen 50 und 60 Millionen Euro.

Kohler: Schlotterbeck fehlt es an Konstanz

"Du hast jetzt einen Topspieler – aber mit eingebauter Exit-Strategie. In solchen Konstellationen gibt es oft keinen echten Gewinner", monierte Kohler das Konstrukt. Schlotterbeck, beim BVB jetzt Topverdiener, habe zwar "alle Voraussetzungen für einen internationalen Topspieler und auch für eine Führungsrolle", müsse aber konstanter werden, so der 60-Jährige. Schaffe der Nationalspieler das, "kann er ein Abwehrchef auf höchstem Niveau werden".

Viele BVB-Fans hatten beim Heimspiel der Dortmunder am vergangenen Samstag gegen Bayer Leverkusen verärgert auf Schlotterbecks vermeintliches Bekenntnis reagiert. Von der Südtribüne hallten dem Spieler Pfiffe entgegen. Mitspieler und auch die BVB-Bosse kritisierten das. Auch Kohler hält nichts davon. "Ich verstehe den Frust, aber in kritischen Phasen braucht ein Spieler Unterstützung – keine zusätzliche Unruhe. Am Ende hilft das weder ihm noch der Mannschaft", sagte er.

Quelle: ntv.de, mar

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