Fußball

Westerwelle des Weltfußballs Deutsche mögen Blatter nicht

Vier von fünf Deutschen sind dafür, dass Fifa-Präsident Joseph Blatter seinen Posten aufgibt. Entweder mittelfristig, noch lieber aber sofort und freiwillig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Blatter jedoch nur in der Auffassung bestätigen wird: "Undank ist der Welten Lohn."

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Die WM-Vergabe 2022 an Katar hat das Ansehen von Joseph Blatter in Deutschland nicht mehren können.

(Foto: AP)

"Ich habe heute das Gefühl, dass ich in Deutschland nicht nur bekannt, sondern beliebt bin. Das tut mir gut. Das tut mir besonders heute gut", hat Fifa-Präsident Joseph Blatter am 21. Oktober in der Essener Philharmonie gesagt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte ihm auf seinem Bundestag gerade die Ehrenmitgliedschaft angetragen, die Korruptionsskandale der Fifa-Exekutivmitglieder schienen ganz weit weg.

Ungefähr neuneinhalb Wochen später hat es Blatter nun schwarz auf weiß, dass es mit seiner Beliebtheit in Deutschland außerhalb der devoten DFB-Kreise nicht soweit her ist. Durch die umstrittene Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar hat das Ansehen des Fifa-Präsidenten arg gelitten.

60,8 Prozent der Befragten forderten in einer vom Sport-Informations-Dienstes (SID) beauftragten repräsentativen Umfrage des Dortmunder Meinungsforschungsinstituts promit, dass der Schweizer sofort zurücktritt. Weitere 17,6 Prozent könnten sich auch damit abfinden, wenn der 74-Jährige auf dem 61. Ordentlichen Fifa-Kongress im kommenden Juni in Zürich auf seine Wiederwahl verzichtet. Damit stellen sich vier von fünf Deutschen auch gegen DFB-Präsident Theo Zwanziger, der 2011 ins ehrenwerte Exekutivkomitee der Fifa aufrücken will und Blatters erneute Kandidatur ("Was hätten wir für einen Grund, einen neuen Fifa-Präsidenten zu suchen?") unterstützt.

Westerwelle des Weltfußballs

Sorgen um den hierzulande so ungeliebten Joseph Blatter muss man sich trotzdem nicht. Nicht nur der DFB steht treu an seiner Seite, auch Publikationen wie die heimische Schweizer "Weltwoche" bieten ihm weiterhin eine Bühne, um sich öffentlich die Welt schönzureden. In einem kürzlich erschienenen Interview durfte Blatter jenen Journalisten, die den Machenschaften der Fifa seit Jahren gründlich auf den Zahn fühlen, unkommentiert eine Hetzkampagne vorwerfen. Auf die investigative Frage, warum die Fifa denn so ein schlechtes Image habe, säuselte Blatter: "Das frage ich mich auch."

Runterkriegen lässt Gutmensch Blatter sich von seinen Kritikern aber auf keinen Fall, verriet er der "Weltwoche" noch. Schließlich hat der Guido Westerwelle des Weltfußballs schon längst erkannt: "Undank ist der Welten Lohn."

Quelle: n-tv.de

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