Fußball

Rapinoe appelliert an Superstars Eine sehr bemerkenswerte Weltfußballerin

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Die amerikanische Fußballerin Megan Rapinoe sorgte bei der Fifa-Gala mal wieder für einen bemerkenswerten Auftritt.

(Foto: dpa)

Was für ein bemerkenswerter Auftritt: Die amerikanische Weltfußballerin Megan Rapinoe nutzt ihre Dankesrede bei der Fifa-Gala in Mailand, um an die zahlreichen Weltstars zu appellieren. Der Fußball soll seine Kraft nutzten, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Megan Rapinoe ging auf die große Bühne der Mailänder Scala - und nutzte sie. "Wir haben die einzigartige Möglichkeit im Fußball, anders als in jedem anderen Sport, dieses wundervolle Spiel zu nutzen, um die Welt zum Besseren zu verändern", sagte die neue Weltfußballerin mit eindringlicher Stimme in Richtung der Dutzenden Weltstars im Publikum. "Das ist meine Aufgabe an euch. Ich hoffe, ihr nehmt sie euch zu Herzen und tut etwas. Wir haben unglaubliche Kraft in diesem Raum."

Die 34 Jahre alte US-Weltmeisterin, die von der Fifa als Weltbeste ausgezeichnet wurde, erinnerte an den notwendigen Kampf gegen Rassismus, Homophobie und für Gleichberechtigung. Wenn tatsächlich eine "bedeutsame Veränderung" geschafft werden wolle, müsse sich jeder "empören", nicht nur die Betroffenen. Als Beispiele nannte sie unter anderem die rassistischen Anfeindungen gegen den Engländer Raheem Sterling und die junge Iranerin Sahar Khodayari, die sich aus Protest gegen das Stadionverbot für Frauen in ihrem Heimatland selbst in Brand gesetzt hatte, und an ihren Verletzungen gestorben war.

"Ich bin sehr glücklich, diese Plattform zu haben"

Rapinoe, die bei der Weltmeisterschaft im Sommer in Frankreich als beste Spielerin des Turniers und Torschützenkönigin ausgezeichnet worden war, hatte schon das Rampenlicht des WM-Titels genutzt, um gegen Missstände und auch die Politik von US-Präsident Donald Trump zu mobilisieren. "Ich bin sehr glücklich, diese Plattform zu haben, die anscheinend jeden Tag größer wird", sagte sie im Anschluss an die Fifa-Gala. "Ich habe vor, sie zu nutzen."

Der silberne Pokal für die Weltfußballerin sei "toll, natürlich", sagte die Offensivspielerin, die ohne ihre Lebensgefährtin, dafür aber mit ihrer Zwillingsschwester nach Italien gekommen war. "Aber ich mache das nicht für individuelle Auszeichnungen. Auch der WM-Titel war unglaublich. Aber wenn wir auf alles zurückblicken, sollte uns bewusst werden, dass wir das Spiel verändert haben und ein Teil davon gewesen sind, die Welt zu verändern."

Ihre anfängliche Sprachlosigkeit bei der Gala - "ich habe gerade keine Worte. Das passiert mir eigentlich eher selten" - erklärte Rapinoe damit, dass zuvor bereits Fifa Präsident  Gianni Infantino klare Worte zu rassistischen Vorfällen in der italienischen Serie A gefunden hatte. "Er hat mir ein bisschen die Worte vorweggenommen. Kann ja niemand ahnen, dass er plötzlich auch zum Aktivisten geworden ist", meinte sie scherzhaft. Möglich aber, dass Rapinoe auch an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig ist.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid