Fußball

Pokal gegen Außenseiter Düren FC Bayern sucht Stress-Ventil mit Notelf

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Bayerns Cheftrainer Hansi Flick wird seine Mannschaft im DFB-Pokal notgedrungen kräftig umkrempeln.

(Foto: imago images/Philippe Ruiz)

Das Pokalspiel gegen Fünftligist Düren stellt Bayern München vor personelle Probleme: Die meisten Nationalspieler fallen aus, dafür werden Torwart Alexander Nübel und alle vier Last-Minute-Transfers debütieren. Der krasse Außenseiter will es derweil besser machen "als Schalke und Barcelona".

Hansi Flick hatte für die Reisegruppe aus Düren einen Insider-Tipp parat. "Das Museum ist sehr interessant", sagte der Erfolgscoach von Bayern München, "die Pokale sind immer was ganz Besonderes, die Champions League, der Henkelpott, wie er so schön heißt."

Tatsächlich plant der Fünftligist 1. FC Düren am Rande des ungleichen Erstrundenduells im DFB-Pokal am Donnerstag (20.45 Uhr/Sport1 und im Liveticker auf ntv.de) beim großen FC Ruhmreich auch einen Besuch der Münchner Erlebniswelt. Zumal dem krassen Außenseiter auf dem Platz das ein oder andere Highlight vorenthalten bleiben wird: Flick hat zwar jede Menge Pokale im Schrank - aber nur einen Rumpfkader zur Verfügung.

"Die Nationalspieler, die gespielt haben, werden nicht spielen", sagte Flick am Mittwoch. Das heißt: Die DFB-Stars um Kapitän Manuel Neuer stehen ihm ebenso wenig zur Verfügung wie Toptorjäger Robert Lewandowski, Abwehrchef David Alaba oder seine Franzosen. Stattdessen plant Flick mit einem 1b-Team um Alexander Nübel im Tor und vier Last-Minute-Zugänge.

Flick kontert Löw-Kritik

Douglas Costa, Eric Maxim Choupo-Moting, Marc Roca und Bouna Sarr "werden zum Einsatz kommen. Das ist eine Chance, sich zu zeigen", meinte Flick, der "wirklich happy" mit den Neuen ist. Auf die Frage, wie der stets ehrgeizige Neuer das Debüt von Nübel so finde, entgegnete Flick: "Ich denke, Manu hat Verständnis, dass wir Alex Nübel spielen lassen."

Von den Nationalspielern ist einzig Niklas Süle "eine Option". Der Verteidiger war beim 3:3 der DFB-Auswahl gegen die Schweiz nicht zum Einsatz gekommen. Flick hat das Spiel verfolgt - und hielt ein flammendes Plädoyer für seinen früheren Chef Joachim Löw. Die Kritik am Bundestrainer sei "sehr, sehr übertrieben" und komme teilweise von Experten, "die seit 25, 30 Jahren keinen Ball mehr an den Füßen hatten".

Flick dagegen hat vor der "Riesenaufgabe" der nächsten Wochen mit bis zu 18 Pflichtspielen in nicht einmal 70 Tagen bis Weihnachten nur zwei Tage pausiert, "das reicht mir vollkommen". Das Duell mit "David" Düren nehme er "sehr ernst", betonte der 55-Jährige: "Ob das Barcelona ist, Dortmund oder Bielefeld - wir haben auch da den nötigen Respekt." Mit 85 oder 90 Prozent werde es auch gegen einen Fünftligisten nicht reichen.

Triple-Helden sollen's richten

Zumal ihn die Kader-Problematik vor eine "große Herausforderung" stelle, wie Flick betonte. Die Mannschaft mit U23-Spielern aufzufüllen ist nur bis zu einem gewissen Grad erlaubt, Leroy Sané ist nach seiner Knieverletzung noch nicht bereit. Flick setzt deshalb auf die Triple-Helden Thomas Müller, Jérôme Boateng und Alphonso Davies sowie Javi Martinez, denen er zuletzt bewusst frei gab: "Ich erwarte, dass sie besonders die Akkus aufgeladen haben."

Das wird auch notwendig sein, keine 48 Stunden nach dem Pokalspiel muss der FC Bayern am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld ran. Immerhin sollten dann die Nationalspieler wieder ausreichend erholt sein. Flicks Kader, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, sei für das Mammutprogramm "attraktiv und qualitativ gut besetzt".

Gegen Düren sollte es auch mit der Notelf reichen - obwohl sich der "Gast" nach dem Tausch des Heimrechts nicht als Tourist versteht. Vereinschef Wolfgang Spelthahn formulierte das ambitionierte Ziel, besser zu sein "als Schalke und Barcelona". Die bekamen zuletzt jeweils acht Stück. Allerdings von der Münchner Stammformation.

Quelle: ntv.de, dbe/sid