"The worst I've ever met"FC Bayern schimpft nach Patzer über Schiedsrichter

Erstmals seit zwölf Jahren gewinnt der FC Bayern München ein Ligaspiel gegen den Hamburger SV nicht. nach dem überraschenden Unentschieden am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga gibt es Ärger.
Der FC Bayern München patzt eine Woche nach der ersten Bundesligapleite der Saison schon wieder - und ist mächtig sauer: Dem 1:2 im Heimspiel gegen Kellerkind FC Augsburg lässt der Tabellenführer am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein 2:2 beim Hamburger SV folgen. Danach gehen diverse Bayern-Stars auf Schiedsrichter Harm Osmers los. "The worst i’ve ever met in football" ("Der Schlechteste, den ich je im Fußball gesehen habe"), ruft Stürmer Harry Kane nach Beobachtung der "Bild"-Zeitung in Hörweite des Unparteiischen, während andere Kollegen vor der Schiedsrichterkabine mit Osmers diskutieren.
Der Grund für die Wut: In der langen Nachspielzeit wollten die Bayern zweimal einen Elfmeter - einmal wegen eines vermeintlichen Handspiels, einmal wegen eines Schubsers, bei dem Verteidiger Josip Stanisic zu Fall gekommen war. Bekommen haben sie aber keinen. "Katastrophal" schimpfte Stanisic.
"Überforderter Schiedsrichter"
Die Situationen waren hinterher ein Thema, aber auch die grundsätzliche Spielleitung des erfahrenen Schiedsrichters. "Ich hatte das Gefühl, dass deutliche Situationen kompliziert gemacht worden sind", sagte Trainer Vincent Kompany. "Es gab heute 16 Minuten Nachspielzeit, es hätten aber auch 20 oder 25 Minuten extra sein können. Das sagt viel über dieses Spiel aus, es war intensiv."
Auch Sportvorstand Max Eberl war nach dem erneuten Punktverlust unzufrieden: "Heute führst du wieder, kriegst den Ausgleich, versuchst bis zum Ende alles, musstest gegen extrem große Widerstände kämpfen.", analysierte er bei Sky. Und fuhr fort: "Ein Stadion, das hinter dieser Mannschaft steht. Ein Schiedsrichter, der etwas überfordert war, aus meiner Sicht, der viele Situationen nicht gut eingeschätzt hat. Das ist meine Meinung." Eine Entschuldigung für das enttäuschende Ergebnis solle das aber nicht sein.
Nicht gegebene Elfer für den FC Bayern, stattdessen ein "weicher" (Eberl) Strafstoß für den HSV, eine kuriose Gelbe Karte für Harry Kane und "sehr, seher viele Zeitspiel-Fallen des HSV, auf die der Schiedsrichter reingefallen" sei: Die Bayern bekamen sich nach dem ersten Punktverlust gegen den HSV seit September 2014 kaum noch ein.
"... dann spricht es nicht dafür"
"Wenn der Schiedsrichter nach dem Spiel ein Thema ist, dann ist es nie ein gutes Zeichen. Ich glaube, es ist immer am besten, wenn der Schiedsrichter nicht thematisiert wird", sagte Torwart Manuel Neuer hinterher vor den Mikrofonen. "Weil dann weiß man, dass er das Spiel unter Kontrolle hatte. Aber wenn man so oft auch gefragt wird, dann spricht es nicht dafür."
Lothar Matthäus wollte in den Chor der Osmers-Kritiker derweil nicht einstimmen. "Der Schiedsrichter hat eine neutrale Leistung gebracht. Er hat nicht alles richtig gemacht", sagte der Rekord-Nationalspieler bei "Sky".. Aber es war ganz schwierig, alles richtig zu machen. Es gab viele Zweikämpfe. Energie war im Spiel, Geschwindigkeit war im Spiel. Da kannst du nicht alles sehen."
Durch den zweiten Bundesliga-Patzer binnen einer Woche hat Verfolger Borussia Dortmund am Sonntag im Heimspiel gegen Abstiegskandidat Heidenheim (17.30 Uhr/DAZN und im Liveticker auf ntv.de) die Chance, auf sechs Punkte an den FC Bayern heranzukommen.