Fußball

Das Mittelfeld der Super-Bayern Franck tanzt, Javi brilliert

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Unwiderstehlich gut: Franck Ribery spielte eine brillante Saison. Mit dem Franzosen in der Startelf gewannen die Münchner im Jahr 2013 alle Pflichtspiele.

(Foto: AP)

Exquisit besetzt war das Mittelfeld des FC Bayern schon in der vergangenen Saison, aber es fehlte dennoch etwas. Jetzt fehlt nichts mehr, denn jetzt bildet 40-Millionen-Mann Javi Martinez mit Bastian Schweinsteiger die beste Doppelsechs Europas. Und davor tanzen Franck Ribery und Co. durch die Abwehrreihen des Gegners.

Mittelfeld defensiv

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Javi Martinez ist der teuerste Spieler der Fußball-Bundesliga. Und jeden Cent wert, darauf schwören sie in München.

(Foto: dpa)

Javi Martinez: Als der 24 Jahre alte spanische Nationalspieler im vergangenen Sommer aus Bilbao kam, fragten sich alle, ob ein Spieler 40 Millionen Euro wert sein kann. Nach dieser Saison kann man sich das immer noch fragen. Unbestritten aber ist: Martinez war der Königstransfer der Bayern. Auf der Sechserposition neben dem Kollegen Schweinsteiger war er es, der meist den defensiveren Part übernahm und dem Spiel seiner Mannschaft unbedingte Stabilität auf internationalem Niveau verlieh. Gehörte nach einer Phase der Eingewöhnung seit Spieltag Nummer 13 zur Stammelf.
Seine Saison in Zahlen: 27 Spiele und drei Tore in der Bundesliga, elf Partien in der Champions League und fünf im DFB-Pokal.

Die Super-Bayern in der Saisonkritik

Der Trainer:
Heynckes heilt die Super-Bayern

Die Abwehr:
Titanen im Tor und Titanen davor

Das Mittelfeld:
Ribery tanzt, Martinez brilliert

Der Sturm:
Zweimal Mario, einmal Claudio, alle super

Bastian Schweinsteiger: Spätestens nach der Niederlage mit der deutschen Nationalelf im Halbfinale der Europameisterschaft wirkte er wie einer, der am meisten unter der Niederlagenserie gelitten hatte. Ausgebrannt und körperlich angeschlagen. Und nun? Alles gut! Gemessen an den düsteren Prognosen feierte er das Comeback der Saison. Mit seinen 28 Jahren war der deutsche Nationalspieler einer, von dem es bisher hieß, er sei zwar ein Guter. Aber im fehle halt ein großer internationaler Titel. Das ist jetzt Geschichte, wir erwähnten es. Niemand darf ihn jemals wieder Chefchen nennen. Trägt als Souverän und Taktgeber im defensiven Mittelfeld einen großen Teil der Verantwortung dafür, dass der FC Bayern so dominant auftritt wie selten zuvor. Sein Trainer ist sich sicher: Er ist - neben Philipp Lahm - ein Kandidat für den Titel als Weltfußballer des Jahres.
Seine Saison in Zahlen: 28 Spiele und sieben Tore in der Bundesliga, zwölf Partien und zwei Tore in der Champions League, fünf Einsätze im DFB-Pokal.

Luiz Gustavo: Heißt eigentlich Luiz Gustavo Dias. Auch der defensive Mittelfeldspieler, 25 Jahre alt, ist als Aufbauhelfer in Brasilien gefragt, darf wie der Kollege Dante beim Confed Cup mitspielen und hofft auf die WM 2014. Was zählt da schon ein verpasstes Pokalfinale? Ansonsten war sein großes Pech in dieser Saison, dass sein Arbeitgeber bereit war, 40 Millionen Euro für Javi Martinez auszugeben. So ist Luiz Gustavo nur noch dritte Wahl, wenn es darum geht, die beiden Positionen im defensiven Mittelfeld zu besetzen.
Seine Saison in Zahlen: 29 Spiele und vier Tore in der Bundesliga, zehn Partien in der Champions League und drei im DFB-Pokal.

Anatoli Timoschtschuk: Der Ukrainer verriet am Tag vor dem Finale, dass Trainer Jupp Heynckes nach dieser Saison "zu 99 Prozent" zu Real Madrid gehe. Beim russischen Fernsehsender Rossija 2. Ehrlich gesagt hatten wir ein wenig aus dem Auge verloren, dass Timoschtschuk noch beim FC Bayern spielt. Aber dann durfte er, da etwas defensiver geschult, im Berliner Olympiastadion doch noch sieben plus vier Minuten Nachspielzeit für Arjen Robben ran. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus.
Seine Saison in Zahlen: 16 Spiele und ein Tor in der Bundesliga, vier Partien in der Champions League, drei im DFB-Pokal.

Emre Can: Die Zukunft liegt vor ihm. Alles andere wäre für einen 19-jährigen Mittelfeldspieler ja auch fatal. Vielleicht darf er sich ja in der kommenden Spielzeit leihweise bei einem anderen Bundesligisten versuchen. Er jedenfalls sagt: "Ich will nicht noch mal so ein Jahr wie das letzte erleben. Bei den Profis trainieren, aber dann bei den Amateuren spielen.
Seine Saison in Zahlen: Vier Spiele und ein Tor in der Bundesliga, zwei Partien im DFB-Pokal.

Mittelfeld offensiv

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Personifizierte Spielwut: Franck Ribery war offensiv der beste Bayer.

(Foto: dpa)

Franck Ribéry: Der Franzose will, das hat der 30-Jährige mittlerweile unzählige Male angekündigt, seinen Vertrag bei den Bayern verlängern und als Fußballer am liebsten für immer in München bleiben. Der beste Ribéry den es je gab? Nicht abwegig der Gedanke. Vor allem, weil er sich emsig am Heynckes'schen Konzept der kollektiven Verteidigung beteiligt, eine der neuen und großen Stärken des FC Bayern in dieser Saison. Und trotzdem nichts von seinem bisweilen unbändigen Offensivelan eingebüßt hat. Nur Philipp Lahm könnte ihn stoppen. Chapeau!
Seine Saison in Zahlen: 27 Spiele und zehn Tore in der Bundesliga, zwölf Partien und ein Tor in der Champions League, drei Einsätze im DFB-Pokal.

Arjen Robben: Darf nach seinem entscheidenden Tor in Endspiel der Champions League unwidersprochen den Titel "Held der Saison" für sich beanspruchen. Eine Genugtuung für den 29 Jahre alten niederländischen Nationalspieler, den sie im Jahr zuvor in der Münchner Arena noch ausgepfiffen hatten, weil er im Finale der Königsklasse gegen den FC Chelsea in der Verlängerung einen Elfmeter vergeben hatte. Ihn, einen der besten Spieler, der je für den FC Bayern gespielt hat. Und der zu Beginn der Spielzeit für seinen Geschmack allzu oft nur auf der Bank saß - bevor Toni Kroos sich verletzte.
Seine Saison in Zahlen: 16 Spiele und fünf Tore in der Bundesliga, neun Partien und vier Tore in der Champions League, fünf Einsätze und vier Tore im DFB-Pokal.

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Personifizierter Wille: Thomas Müller guckte auch dann noch gierig, als das Triple längst perfekt war.

(Foto: AP)

Thomas Müller: Der Vulkan im roten Trikot, der nach dem Triumph von Wembley in der Mixed Zone ausbrach. Nachdem er an den Kollegen Schweinsteiger und Lahm vorbeigegangen war, rief er: "Das sind sie, die Führungsspieler, die keine Führungsspieler sind." Und legte nach: "An jeden, der mal so etwas geschrieben hat: Haben wir die Champions League gewonnen, oder nicht?" Blieb auch in Berlin nicht lange ruhig, verkörpert mit Gestik und Mimik den absoluten Siegeswillen der Bayern. Zum Beispiel beim Jubel nach seinem Elfmetertor. Hat nun mit seinen 23 Jahren das Triple und seinen ersten großen internationalen Titel gewonnen. Einer der Besten und zudem in dieser Saison effektiv wie nie, mit 13 Toren und zwölf Vorlagen in der Bundesliga der Topscorer seines Teams. Und einer, der ebenso unermüdlich wie unberechenbar die rechte Angriffsseite beackert. Für seinen Trainer ist auch er ein Anwärter auf die Auszeichnung als Weltfußballer. Neben Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger.
Seine Saison in Zahlen: 28 Spiele und 13 Tore in der Bundesliga, 13 Partien und acht Tore in der Champions League, fünf Einsätze und ein Tor im DFB-Pokal.

Xherdan Shaqiri: Auf der linken Angriffsseiter ist der 21 Jahre alte Nationalspieler der Schweiz derjenige, der für Wirbel sorgt, wenn Kollege Ribéry mal verhindert sein sollte. Im Pokalfinale allerdings nur läppische drei Minuten. Darf er länger, macht das Michelin-Männchen aus Basel das aber so gut und schnell, dass ihn das Publikum dafür liebt.
Seine Saison in Zahlen: 26 Spiele und vier Tore in der Bundesliga, zwei Partien und ein Tor in der Champions League, fünf Einsätze und drei Tore im DFB-Pokal.

Toni Kroos: Der 23 Jahre alte deutsche Nationalspieler verletzte sich Anfang April in der Champions League, beim Viertelfinalspiel gegen Juventus Turin. Bis dahin lief es gut für ihn - sehr zum Leidwesen von Arjen Robben. Dass im Saisonendspurt niemand Toni Kroos im offensiven Mittelfeld vermisste, lag nicht an Toni Kroos. Sondern eben daran, dass beim FC Bayern andere auch ganz gut sind. Auch ihn ließ Jupp Heynckes nach dem Pokalsieg nicht unerwähnt.
Seine Saison in Zahlen: 24 Spiele und sechs Tore in der Bundesliga, neun Partien und drei Tore in der Champions League, drei Einsätze im DFB-Pokal.

Pierre-Emile Höjbjerg: Der Däne kam am 15. April 2013 gegen den 1. FC Nürnberg zu seinem Bundesliga-Debüt für die Bayern - im Alter von 17 Jahren und 251 Tagen. Damit löste der rechte Mittelfeldspieler David Alaba als jüngsten Bayern-Profi aller Zeiten ab.
Seine Saison in Zahlen: 2 Einsätze, Bayern-Rekord geknackt.

Quelle: ntv.de, Von Stefan Giannakoulis