Fußball

Wohl Choreo-Verbot nach Skandal Harte Konsequenzen für Schalke-Fans nach blauem Rauch

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Der Rauch strömt aus der Choreo heraus.

(Foto: IMAGO/Uwe Kraft)

Vor dem Bundesliga-Spiel Schalke 04 gegen den SC Freiburg präsentieren die leidgeprüften Fans der Königsblauen eine Choreo. Plötzlich bricht sich blauer Rauch bahn und legt sich über das Spielfeld. Die Partie wird kurz unterbrochen. Später schimpft die Polizei, und der Verein zieht erste Konsequenzen.

Der FC Schalke 04 will einfach nicht zur Ruhe kommen. Sportlich nach dem 0:2 gegen den SC Freiburg weiter am Boden, von Verletzungen geplagt und vom Abgang des Sportdirektors Rouven Schröder geschüttelt, sollte das Spiel gegen die Überflieger aus dem Breisgau unter dem neuen Trainer Thomas Reis eigentlich für eine Trendwende sorgen.

Doch während es auf dem Platz die nächste Niederlage hagelte, sorgte ausgerechnet die bemerkenswerte, aber in ihrer Ausführung umstrittene Choreo der treuen Schalker Anhänger auf der Nordkurve für großen Ärger. Die Fans hatten auch Rauchtöpfe abgebrannt und damit gegen das mit den lokalen Behörden ausgearbeitete Sicherheitskonzept verstoßen.

Die Polizei beklagte einen Vertrauensverlust und teilte mit, dass durch den Rauch "sowohl Zuschauer als auch die Mannschaften beider Vereine beeinträchtigt" wurden. Daher werde man "bis auf Weiteres dem Sicherheitskonzept des Vereins nicht mehr zuzustimmen, sobald Choreografien angemeldet werden". Man werde entsprechende Strafverfahren einleiten.

Schalke setzt auf Dialog

Der blaue Rauch hatte sich in den ersten Minuten über das Spielfeld der Veltins Arena gelegt. Schiedsrichter Christian Dingert sah sich daher in der Anfangsphase der Partie genötigt, das Spiel kurz aufgrund der Sichtbehinderung zu unterbrechen. Wenn auch nicht alltäglich, so kommt es in der Bundesliga doch immer wieder zu kürzeren Unterbrechungen dieser Art.

Selten aber ziehen sie derartige Konsequenzen nach sich. "Im Vorfeld der Partie FC Schalke 04 gegen den SC Freiburg wurde eine Choreografie beim Verein angemeldet und von der Polizei sowie der Feuerwehr Gelsenkirchen gleichsam genehmigt. Der Einsatz von blauem Rauch war allerdings weder Bestandteil der Anmeldung noch der Genehmigung", hieß es in einer Stellungnahme der Königsblauen. "Nach der Ankündigung durch die Polizei und Feuerwehr Gelsenkirchen von Sonntagabend stellt sich die Frage nach der Durchführung weiterer Choreografien zum jetzigen Zeitpunkt nicht", teilte der Tabellenletzte der Bundesliga weiter mit.

Dennoch setzt der Ruhrgebiets-Gigant, dessen größtes Kapital die eigene Fanbasis ist, weiter auf Dialog: "Die Notwendigkeit eines mit den Behörden abgestimmten Sicherheitskonzeptes zur Durchführung der Bundesligaheimspiele ist unstrittig. Ziel des Vereins ist es dabei, auch stets die Faninteressen in einem möglichst hohen Maß zu berücksichtigen", hieß es. "Dementsprechend werden wir mit allen Beteiligten sprechen, um auf einen gemeinsamen Weg zurückzukehren."

Zumindest mit der Polizei habe dieser Dialog auch bereits begonnen, ließ Schalke verlauten. Die habe dem Verein signalisiert, "dass das gegenseitige Vertrauen zwischen den Verantwortlichen zu 100 Prozent gegeben ist". Was dieser Dialog bewirken kann, wird frühestens das Jahr 2023 zeigen. Bei den verbleibenden zwei Heimspielen vor der WM gegen den FSV Mainz 05 und Bayern München aber wird es gewiss keine Choreos mehr geben. Ob diese überhaupt geplant waren, ist ohnehin mehr als unwahrscheinlich.

Quelle: ntv.de, sue

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