Fußball

"Alles Dinge, die nicht gehen"Hoeneß tritt heftig gegen Tuchel nach - auch Kompany bekam Saures

17.04.2026, 17:54 Uhr
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Uli Hoeneß ist nicht gut auf Ex-Bayern-Trainer Thomas Tuchel zu sprechen. (Foto: dpa)

Thomas Tuchel und der FC Bayern - das passte nicht zusammen. Klub-Patron Uli Hoeneß tritt in einem Podcast kräftig gegen den in München gescheiterten Trainer nach - und verrät, dass sich auch Vincent Kompany am Tegernsee schon eine Abfuhr holte.

Thomas Tuchel ist an der Säbener Straße längst Geschichte. Dabei ist es erst zwei Jahre her, dass die Bayern dem für Münchner Ansprüche viel zu erfolglosen Trainer die Tür zeigten. Tuchel hatte 2023 dank des BVB-Blackouts gegen Mainz zwar die Meisterschaft geholt. In der folgenden Saison lief beim FC Bayern dann aber nichts. Die Schale ging nach Leverkusen, im Pokal flogen die Bayern raus und in der Champions League war im Halbfinale Schluss.

Eine titellose Saison - das überlebt kein Trainer in München. Tuchel und der FC Bayern trennten sich, Vincent Kompnay kam am Ende einer wilden Trainersuche und brachte Harmonie mit. Anders als unter dem notorischen Nörgler Tuchel strahlt die Bierruhe Kompanys auf den gesamten Klub aus. In der laufenden Saison ist für die Bayern sogar noch das Triple möglich.

Tuchel ist indes weitergezogen, fliegt im Sommer als Trainer der englischen Nationalmannschaft über den Großen Teich zur Fußball-WM. Uli Hoeneß ist die kurze Tuchel-Ära aber noch voll präsent - mit sehr unguten Gefühlen. Im Podcast "Auf eine weiß-blaue Tasse" mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) trat der Klub-Patron heftig gegen Kompanys Vorgänger nach. Unter anderem soll Tuchel nicht gewusst haben, dass Verteidiger Josip Stanisic Deutsch spricht.

"Den Stanisic hat er mal gefragt, ob er Deutsch kann, dabei ist er hier geboren. Also: Das sind alles so Dinge, die nicht gehen", lästerte der 74-Jährige. Zum Verständnis: Stanisic spielt zwar für die kroatische Nationalmannschaft. Der 26-Jährige ist aber gebürtiger Münchner und kam 2017 zur Jugend des FC Bayern.

Zwischen Tuchel und Kompany sieht Hoeneß große Unterschiede - in der Arbeit auf dem Platz wie im Auftreten nach außen. "Dieser Trainer macht jeden Spieler besser. Und ich habe ihn (Kompany, Anm. d. Red.) noch nie eine Pressekonferenz leiten sehen, in der er gesagt hat: Ich brauche einen linken Verteidiger, ich brauche einen rechten Verteidiger, wie das unter Tuchel der Fall war."

"Du kriegst keinen Xavi!"

Tuchel habe "sich nie selbst hinterfragt", wenn Bayern schlecht spielte, "sondern da war immer die Mannschaft schuld. Mit dem rechten Verteidiger geht das nicht, Kimmich ist auch nicht so ein guter Spieler", erinnerte Hoeneß an leidige Debatten mit dem Trainer. Tuchel hatte sich im Transfersommer 2023 unter anderem eine "Holding Six" gewünscht und moniert, dass dies nicht die Stärke des etatmäßigen Sechsers Kimmich sei.

Kompany pflegt einen anderen Stil. Er bekam am Tegernsee von Hoeneß im Sommer 2025 aber auch schon Saures - respektive süß verpacktes Saures, wie der Ehrenpräsident eine Anekdote preisgab. "Wir haben im Sommer eine richtige Streitkultur bei uns gehabt. Da gab es wirklich sehr große Auseinandersetzungen, weil der eine oder andere bei uns wollte noch richtig einkaufen für 100, 150 Millionen Euro", erzählte Hoeneß.

"Vincent Kompany war am Tegernsee, kam extra mit dem Christoph Freund (Sportdirektor, Anm. d. Red.) rausgefahren und hat gesagt: 'Uli, wir brauchen den Xavi (Simons, bis Sommer 2025 bei RB Leipzig unter Vertrag, Anm. d. Red.)!' Ich hatte zu dem Gespräch einen Apfelkuchen auf den Tisch gestellt und geantwortet: 'Vincent, du kannst jetzt noch ein Stück Apfelkuchen essen, aber du kriegst keinen Xavi! Wir wollen, dass du die jungen Spieler einsetzt! Und das hat er dann hundertprozentig umgesetzt!"

In der Saison 2025/26 sei es "ein Traum", wie die Eigengewächse und Nachwuchstalente unter Kompany eingebaut und aufblühen würden. Im Transferzoff 2025 hätten sich aber "die Alten" durchgesetzt.

Quelle: ntv.de, mar

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