"Alles wird gut"Iranerinnen trainieren in Brisbane - und wohnen an geheimem Ort

Nach dem Asien Cup sind nur noch zwei iranische Fußballerinnen in Australien geblieben. Beide haben vorübergehend einen neuen Klub gefunden. Und sie sind sogar optimistisch.
Die beiden nach dem Asien Cup in Australien verbliebenen iranischen Fußballerinnen trainieren nun bei einem Profiklub in Brisbane. Fatemeh Pasandideh und Atefeh Ramezanisadeh wurden auf dem Instagram-Kanal von Brisbane Roar gezeigt, das Duo lachte und trug die Teamkleidung.
Ursprünglich hatten sieben Fußballerinnen nach dem Aus bei dem Turnier Asyl in Australien beantragt. Fünf zogen den Antrag später zurück und wollten in ihr Heimatland zurückkehren. Da eine direkte Reise dahin aufgrund des Krieges nicht möglich ist, hielt sich die Delegation zunächst in Malaysia auf. Mittlerweile soll sie in den Oman weitergereist sein.
Brisbane Roar hieß die beiden verbliebenen Spielerinnen in dem Instagram-Post willkommen. "Wir setzen uns weiterhin dafür ein, ihnen ein unterstützendes Umfeld zu bieten, während sie die nächsten Schritte angehen", schrieb Klubchef Kaz Patafta. Die beiden Fußballerinnen kommentierten den Eintrag. "Danke für alles", schrieb Ramezanisadeh. Pasandideh postete auf Instagram ein "Alles wird gut".
Weitere Angaben machte der Klub nicht. Die beiden Frauen befinden sich an einem geheimen Ort und erhalten Hilfe der Regierung, wie die Behörden mitteilten. Das Schicksal des iranischen Teams hatte in den vergangenen Wochen für großen Wirbel gesorgt. Die Auswahl war wegen eines stillen Protests beim in Australien ausgetragenen Asien Cup in der Heimat in die Kritik geraten.
Beim ersten Gruppenspiel hatten die Spielerinnen während der Nationalhymne geschwiegen - im Iran wurde das als Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten sie später als "Verräterinnen", auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen und salutierten. Beobachter befürchten, dass den Frauen im Iran schlimme Konsequenzen drohen könnten oder ihre Familien unter Druck geraten, falls sie nicht zurückkehren sollten.