Fußball

Vorstellung des Ex-Fans Ole BookKeine Zeit für "Sehnsucht": Neuer BVB-Sportdirektor mahnt zur Geduld

25.03.2026, 16:40 Uhr
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Ole Book zieht nun die Fäden bei Borussia Dortmund. (Foto: picture alliance / Dennis Ewert/RHR-FOTO)

Ole Book soll bei Borussia Dortmund für frischen Wind sorgen. Bei seiner Vorstellung schwelgt der neue Sportdirektor in Erinnerungen an seine früheren Fan-Tage. Doch eine Sache will er nicht "rausposaunen".

Die Dortmunder Sehnsucht nach Titeln kennt Ole Book aus eigener Erfahrung. "Ich kann mich an die knapp verpasste Meisterschaft 1992 erinnern, weil wir mit vielen Kindern mit Radio und Bollerwagen durch die Nachbarschaft gezogen sind und alle sehr traurig waren", erzählte der neue BVB-Sportdirektor, als er nach seinem ersten Erlebnis mit der Borussia gefragt wurde.

Damals scheiterte sein "Herzensverein" am letzten Spieltag, und für den kleinen Ole in Beckum unweit von Dortmund platzte ein Traum. 34 Jahre später ist Book mitverantwortlich dafür, dass sich in Zukunft die Wünsche der BVB-Fans erfüllen. Doch von Titeln wollte der inzwischen 40-Jährige bei seiner Vorstellung als neuer Sportdirektor des Bundesliga-Zweiten noch nicht reden.

"Diese Sehnsucht kann ich nachvollziehen, natürlich würde ich mich auch darüber freuen", sagte der Nachfolger von Sebastian Kehl, der beim BVB einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat, "aber ich glaube, wir wären nicht gut beraten, wenn wir jetzt große Ziele rausposaunen."

Book will sich "schnell in die Arbeit schmeißen"

Es gebe in der Bundesliga, fügte Book mit Blick auf den FC Bayern an, "einen Verein, der gerade ein bisschen enteilt ist". Er wolle das "Beste geben, um so erfolgreich wie möglich zu sein", betonte er. "Träume darf jeder haben, aber noch sind wir ein ganzes Stück davon weg."

Und noch einmal tauchte der Neue tief in die eigene Vergangenheit ein. "Das letzte Mal, als ich den gehört habe, habe ich mit fünf Jahren zu Hause Ärger bekommen", antwortete Book schmunzelnd auf die Frage, wo denn sein erster Vorname Nils geblieben sei: "Den habe ich vor über 30 Jahren höchstpersönlich abgeschafft." Seine E-Mail-Adresse liste noch Nils-Ole auf, "aber den würde ich lieber weglassen".

Nachdem auch das geklärt war, wollte sich Book in Dortmund "ganz schnell in die Arbeit schmeißen". Frischen Wind erwartet die Klubführung vom bisherigen Sportvorstand des Zweitligisten SV Elversberg. Das Haus stehe "auf einem guten Fundament", aber es brauche auch "mal eine Renovierung", sagte Carsten Cramer, Sprecher der Geschäftsführung.

Books Fähigkeiten als "Perlentaucher", der Talente findet, die andere übersehen, möchte Dortmund nutzen. Allerdings will sein neuer Arbeitgeber sein Konzept nicht komplett umstellen. "Wir werden in Zukunft nicht mit einer U21-Mannschaft spielen", betonte Sportgeschäftsführer Lars Ricken, "wir können nicht sagen, Jugend forscht, und am Ende werden wir Siebter und liegen uns in den Armen. Wir brauchen schon die Mischung."

"Mutiger, offensiver Fußball"

Das weiß auch Book, der nach eigener Aussage "für mutigen, offensiven Fußball" stehe, aber auch sagt: "Das Wichtigste ist der Erfolg. Es darf nicht erwartet werden, dass wir nur die jüngsten Spieler suchen." Dennoch will er an die Tradition in den erfolgreichen Jahren unter Manager Michael Zorc anknüpfen: "Dortmund stand immer für Entdeckung und Weiterentwicklung von Spielern. Wir wollen die passenden Spieler finden."

Dass er mal beim BVB für die sportlichen Geschicke verantwortlich sein könnte, hatte er sich schon vor ein paar Jahren gedacht. Er ließ sich eine exklusive Ausstiegsklausel in seinen Elversberger Vertrag schreiben, "das war bestimmt ein Zeichen von Selbstvertrauen, aber irgendwann habe ich es für eine realistische Möglichkeit gehalten."

Book verantwortete seit 2017 große Teile des Aufstiegs der kleinen SVE aus der Viertklassigkeit bis ans Tor zur Bundesliga. Dabei empfahlen sich Spieler wie der heutige Nationalstürmer Nick Woltemade (Newcastle United) oder Fisnik Asllani (TSG Hoffenheim) für höhere Aufgaben. Younes Ebnoutalib holte der Sportvorstand aus der sechsten Liga und verkaufte ihn ein Jahr später für acht Millionen Euro weiter an Eintracht Frankfurt. Allein diese drei Spieler sind inzwischen mehr als 100 Millionen Euro wert.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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