Fußball

Spieler hatte totalen Blackout Kramer an Schiri: "Ist das das Finale?"

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Final-Schiedsrichter Nicola Rizzoli betrachtet Kramers Behandlung.

(Foto: dpa)

"Ich weiß gar nichts mehr", sagt Nationalspieler Christoph Kramer über das WM-Finale. Wie orientierungslos er nach seinem K.o. zunächst weiterspielte, offenbart nun Referee Nicola Rizzoli. Dem sagte Kramer: "Ich muss wissen, ob das wirklich das Finale ist."

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Der Knockout: Die Schulter von Ezequiel Garay trifft den Kopf von Christoph Kramer.

(Foto: AP)

Bekannt war bereits, dass Christoph Kramer an seinen 30-Minuten-Einsatz im WM-Finale nach seinem Zusammenprall mit dem Argentinier Ezequiel Garay keine Erinnerung hat. Wie sehr Kramer nach dem Schultercheck gegen seinen Kopf neben sich stand, erzählte nun der italienische Final-Schiedsrichter Nicola Rizzoli der Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport". Offenbar hatte Kramer völlig die Orientierung verloren.

"Nach dem Schlag, den Christoph Kramer von Garay bekommen hatte, kam Kramer zu mir und fragte: 'Schiri, ist das das Finale?' Ich dachte, er macht einen Witz, und sagte, er soll die Frage wiederholen", erzählte Rizzoli der Zeitung über einen Dialog mit dem Spieler auf dem Platz: "Da sagte er: 'Ich muss wissen, ob das wirklich das Finale ist.' Ich sagte verblüfft 'Ja', und er antwortete: 'Danke, das war wichtig, das zu wissen."

Nach dem Gespräch habe Rizzoli dann Bastian Schweinsteiger informiert. Kramer wurde später sichtlich benommen ausgewechselt. Der 23-jährige Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach war von Garay in der 17. Minute des WM-Finales am vergangenen Sonntag in Rio de Janeiro im Strafraum mit der Schulter hart am Kopf getroffen und zu Boden gerammt worden. Rizzoli hatte den Check nicht geahndet und weiterspielen lassen, nach dem Finale sah er sich wegen seiner weichen Linie großer Kritik ausgesetzt.

"Ich weiß gar nichts mehr"

Kramer konnte nach einer kurzen Behandlungspause zunächst weitermachen. Eine Viertelstunde später musste er dann - offenbar auf Anweisung von Rizzoli - mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung vom Platz.

Erinnerungen daran hat er nicht mehr, sagte Kramer nach dem Schlusspfiff. "An das Spiel kann ich mich nicht wirklich erinnern. Ich weiß von der ersten Halbzeit gar nichts mehr", erzählte er in einem Interview: "Ich dachte später, dass ich direkt nach dem Zweikampf aus dem Spiel gegangen bin." Wie er in die Kabine gekommen sei? "Weiß ich nicht. Ich weiß gar nichts mehr. Das Spiel beginnt in meinem Kopf ab der zweiten Halbzeit."

Trotz seiner Auswechslung konnte der 23-Jährige nach Spielschluss an der Siegerehrung teilnehmen. Auch bei der WM-Feier war Kramer dabei.

Quelle: ntv.de, cwo/sid