Fußball

Regionalliga statt großer Fußballwelt RB Leipzig verpasst den Aufstieg

Das ambitionierte Projekt RasenBallsport Leipzig verpasst auch im zweiten Versuch den Aufstieg in die 3. Fußball-Liga und somit in den Profifußball. Doch die Investitionen der vergangenen drei Jahre zeugen von einer langfristigen Planung.

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„Neues Trainerteam, halbe neue Mannschaft - ich bin nicht unzufrieden": Peter Pacult.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist nur ein schwacher Trost für RasenBallsport Leipzig. Das millionenschwere Projekt des österreichischen Getränke-Unternehmers Dietrich Mateschitz bestimmt am letzten Spieltag der Fußball-Regionalliga Nord mit über den Aufsteiger in die 3. Liga. Allerdings spielt die Mannschaft von Trainer Peter Pacult dabei nur noch eine Nebenrolle. Sollte RB Leipzig beim Tabellenführer Hallescher FC punkten, kann Holstein Kiel mit einem Sieg beim VfL Wolfsburg II noch an Halle vorbei in den Profifußball stürmen. So würde sich RB Leipzig immerhin die Blamage ersparen, Gast bei Halles Aufstiegsfeier zu sein.

RB Leipzig hat den Aufstieg auch im zweiten Regionalliga-Jahr verpasst. Am Samstag besiegelte ein Torwartfehler von Pascal Borel in letzter Minute beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg II den Nichtaufstieg. Im Dreikampf mit Halle und Kiel konnte man sich nie absetzen. Gerade in den direkten Duellen fiel auf, dass die mit zahlreichen ehemaligen Profis wie Timo Rost, Tim Sebastian, Sebastian Heidinger oder Borel bestückte Mannschaft nicht besser als die beiden Konkurrenten war. Die Folge: Eine weitere Ehrenrunde in Liga vier.

Dabei sind die Rahmenbedingungen in Leipzig bereits professionell und die Investitionen langfristig ausgerichtet. Die Namensrechte an der für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 neu gebauten, 44.345 Zuschauer fassenden Arena hat Mateschitz gleich für dreißig Jahre erworben. Und im vorigen Sommer wurde der erste Teil des insgesamt etwa 30 Millionen Euro teuren Trainingsareals eröffnet, auf dem die U 17 des Vereins bereits Jugend-Bundesliga-Spiele absolviert.

Etat von mehr als sieben Millionen Euro

Macher Mateschitz zeigte sich bisher stets bereit, in die Mannschaft zu investieren. Pacult, seit Gründung im Jahr 2009 der dritte Trainer, durfte seinen Kader prominent verstärken, zuletzt in der Winterpause mit dem österreichischen Nationalspieler Roman Wallner. Fast schon grotesk klingt da Pacults Bilanz vor dem letzten Spieltag: „Neues Trainerteam, halbe neue Mannschaft - ich bin nicht unzufrieden. Auch, wenn das ganz Große gefehlt hat.“ Ein Etat von mehr als sieben Millionen Euro stehen der sportlichen Leitung um Wolfgang Loos zur Verfügung. Allerdings wirkt RB Leipzig gerade im Kerngeschäft nur kurzfristig planend und konzeptlos, was vor allem an den zahlreichen Wechseln in der sportlichen Führung abzulesen ist.

Pacult soll trotz des verpassten Aufstiegs bleiben dürfen. Er kann immerhin auf eine höhere Punkteausbeute als Vorgänger Tomas Oral verweisen - und auf einen guten Draht zu Mateschitz. Das hilft, denn kaum jemand weiß, wie viel Geduld der Geldgeber mit dem Projekt hat. Nun hat der erhoffte baldige Sprung in die Bundesliga und sogar ins internationale Geschäft einen weiteren herben Dämpfer bekommen. Die Mannschaft leistet sich immer wieder Ausrutscher - etwa bei der TSV Havelse oder beim ZFC Meuselwitz, für die Spiele gegen RB Leipzig stets auch „Klassenkampf“ sind.So gab es den bisherigen Höhepunkt der Vereinsgeschichte bereits vor dem ersten Spieltag der Saison, als man in der seltenen Rolle des Außenseiters im DFB-Pokal sensationell mit 3:2 gegen den VfL Wolfsburg gewann. 31.212 euphorisierte Zuschauer träumten von einem baldigen Wiedersehen mit den Profis. Doch nun muss RB Leipzig weiter in der Amateurliga kicken und auch im DFB-Pokal sind die Sachsen außen vor: Sie scheiterten im Landespokal im Viertelfinale am FSV Zwickau.

Quelle: ntv.de, John Hennig, dpa