Fußball

"Er muss schlauer sein" Sancho bekommt Ansage vom BVB-Leader

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Jadon Sancho ist ungeheuer wichtig für den BVB - kostet ihn aber auch viel Kraft.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Jadon Sancho sorgt mit einem heiklen Friseurbesuch mal wieder für Ärger. Die DFL macht die neue Frisur so richtig teuer, sein Arbeitgeber lässt den Jungstar ungeschoren davonkommen. Nichtsdestotrotz werden die Eskapaden in der Mannschaft genau registriert.

Nationalspieler Emre Can hat seinen Dortmunder Teamkollegen Jadon Sancho nach dessen Friseur-Fehltritt in Schutz genommen. "Bei solchen Sachen muss er einfach schlauer sein, erwachsener sein, erwachsener werden. Solche Fehler darf er sich in Zukunft nicht mehr leisten, wir sind als Mannschaft da auch verantwortlich", sagte Can nach dem 1:0 (0:0) des BVB gegen Hertha BSC bei Sky.

Er glaube aber nicht, dass der 20-jährige Engländer "das extra macht, das ist ihm vielleicht manchmal nicht bewusst. Vielleicht vertraut er in manchen Dingen zu sehr anderen Menschen. Das muss er in Zukunft lernen." Sancho und Manuel Akanji hatten sich unter der Woche daheim von einem Star-Friseur die Haare schneiden lassen und dabei gegen die strengen Corona-Bestimmungen verstoßen. Die Deutsche Fußball Liga verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro, Sancho zeigte mit einem Tweet wenig Einsicht. BVB-Trainer Lucien Favre beorderte beide gegen Berlin in die Startelf. "Man muss Jadon ein bisschen führen. Trotz der Dinge, die er manchmal macht, ist er ein super Junge, auch außerhalb des Platzes", sagte Can.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc hatte sich vor dem Spiel milde gezeigt: "Wir haben grundsätzlich schon eine neue Generation von Spielern. Ich kann nur davor warnen, das permanent an nur einem Spieler festzumachen. Es haben sich auch andere Spieler die Haare schneiden lassen.

Jadon ist nicht nur ein außergewöhnlicher Fußballer, der auf dem Platz auffällig ist, sondern ab und zu auch außerhalb des Platzes. Das ist manchmal auch nicht einfach für uns. Aber wir versuchen, das zu händeln. Wir arbeiten mit ihm und seinem Management daran. Aufzugeben ist für uns keine Option." Der Vorfall selbst sei "von der DFL richtig eingeordnet und bestraft worden."

Can plädierte nach dem Spiel für den Verbleib von Trainer Lucien Favre in Dortmund. "Er ist ein großartiger Trainer, zu 100 Prozent. Es wird manchmal gemeckert und über den Trainer geredet, was ich persönlich nicht verstehen kann", sagte Can. "Wenn man die Punkteausbeute in der Rückrunde sieht, da haben wir bis auf zwei Spiele immer gepunktet. Er ist ein großartiger Trainer, der zu 100 Prozent zum BVB passt und ich hoffe, dass ich noch mehrere Jahre mit ihm hier arbeiten kann." Favre lobte seinen Mittelfeldspieler, der am Samstag in der Abwehr spielte, als einen der "Leader, die sagen, du musst das so oder so machen. Das ist nötig."

Quelle: ntv.de, ter/dpa