Fußball

Labbadias Hertha geknackt Glanzloser BVB holt wertvollen Sieg

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Emre Can erarbeitete Borussia Dortmund den Sieg über Hertha BSC.

(Foto: Groothuis/Witters/Pool/Witters)

Drei Siege und ein Remis holt Hertha BSC nach dem Restart der Fußball-Bundesliga, erst Borussia Dortmund beendet die überraschende Serie. Der Vize-Meisterschaftskandidat überzeugt nicht, es reicht aber für einen knappen Sieg. Und der ist wertvoll.

Borussia Dortmund hat die Patzer der Konkurrenz genutzt und das Champions-League-Ticket fast gelöst. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre besiegte Hertha BSC mit 1:0 (0:0) und hat bei noch vier ausstehenden Spielen sieben Punkte Vorsprung auf Platz fünf.
Nationalspieler Emre Can (58.) traf für den Vizemeister und sorgte damit für die erste Niederlage für Bruno Labbadia in seinem fünften Spiel als Hertha-Coach. "Es ist zurzeit ein bisschen schwierig. Ohne die Fans fehlt manchmal ein bisschen Spannung", sagte Can bei Sky: "Das war wohl so ein Spiel. Da musst du einfach gewinnen." Er mahnte: Noch sei das Ziel Königsklasse nicht erreicht. "Wir müssen immer noch versuchen, die restlichen Spiele zu gewinnen. Wir müssen auf uns selber schauen. Klar, unser Ziel ist es, in der nächsten Saison in der Champions League zu spielen."

Die kleinen Europacup-Hoffnungen des Hauptstadtklubs erhielten einen Dämpfer. "Leider ist das Ergebnis nicht gut für uns", sagte Herthas Mittelfeldspielr Vladimir Darida. "Die ersten 30 Minuten sind schlecht gelaufen, Dortmund hat gut verlagert. Dann haben wir es ganz gut gemacht, auch in der zweiten Halbzeit.(...) Schade, dass wir keinen Punkt geholt haben."

"Man muss Sancho ein bisschen führen"

Vor dem Anpfiff setzten beide Mannschaften mit einem Kniefall ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Die BVB-Spieler hatten sich beim Aufwärmen mit entsprechenden T-Shirts schon klar positioniert. Weniger klar war das Spiel der Gastgeber in der ersten Halbzeit. Die Gastgeber hatten zwar viel Ballbesitz, gegen die gut organisierten Berliner konnten sie damit aber nicht viel anfangen.

Dem Dortmunder Spiel mangelte es an Kreativität und Tempo. Zudem fehlte nach dem erneuten Ausfall des norwegischen Torjägers Erling Haaland (Kniebeschwerden) ein Zielspieler im Zentrum. Durch Achraf Hakimi (8.), Thorgan Hazard (21.) und Julian Brandt (23.) ergaben sich nur Halbchancen. Jadon Sancho war nach der Friseur-Affäre mit anschließender Geldstrafe zwar bemüht, agierte zunächst aber auch glücklos.

Der Torschütze hatte für seinen Mitspieler klare Worte: "Man muss den Jadon ein bisschen führen", sagte Can. "Er ist ein super Junge, außerhalb des Platzes auch. In solchen Sachen muss er einfach ein bisschen schlauer sein, erwachsener werden. Das darf er sich in Zukunft nicht mehr leisten." Der 20-jährige Engländer müsse "in manchen Dingen disziplinierter sein, das weiß er auch. Ich glaube nicht, dass er das extra macht."

Die Gäste, bei denen nach einer halben Stunde der angeschlagene Javairo Dilrosun durch Alexander Esswein ersetzt wurde, agierten nach ihrer jüngsten Erfolgsserie mit Selbstvertrauen und hatten das Geschehen in der ersten Halbzeit meist unter Kontrolle. Offensiv tat sich die Hertha allerdings schwer. Die von Can in Abwesenheit von Mats Hummels (gesperrt) organisierte BVB-Abwehr ließ in den ersten 45 Minuten nichts zu.

Nach dem Wechsel fanden die Dortmunder, bei denen Mario Götze wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes fehlte, mehr Lücken. Sancho vergab aus kurzer Distanz (51.), Brandt spielte danach eine Überzahlsituation schlecht aus (53.). Aber auch die Berliner wurden gefährlicher. Esswein verpasste nur knapp die Führung (56.). Insgesamt wurde das Spiel nun munterer. Can traf mit einem überlegten Flachschuss, Brandt hatte aufgelegt. Nach der Führung boten sich dem BVB mehr Räume, da die Hertha nun offensiver agierte, für einen weiteren Treffer reichte das aber nicht.

Quelle: ntv.de, Oliver Mucha, sid