Fußball

Mit drastischen ForderungenSchiedsrichter bestreiken Fußball-Kreisliga nach "Verfolgungsjagd"

10.04.2026, 11:25 Uhr
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Nach-einem-Angriff-auf-einen-Spieler-ist-ein-Kreisliga-Spiel-in-Korntal-Muenchingen-abgebrochen-worden
Nach einem Angriff auf einen Schiedsrichter kommt es nun zu einem kollektiven Streik im Kreis Wuppertal.

Im Fußballkreis Wuppertal/Niederberg fallen an diesem Wochenende in den Kreisligen zahlreiche Spiele aus. Grund dafür ist ein Streik der Schiedsrichter nach einem erschreckenden Vorfall Ende März.

Die Fußball-Kreisliga A im Kreis Wuppertal/Niederberg steht an diesem Wochenende still. Der Spielbetrieb ist infolge eines Streiks der Schiedsrichter nicht umsetzbar. Womöglich müssen auch die Partien in den unteren Kreisligen ausfallen, dort besteht indes die Möglichkeit, dass Privatpersonen als Unparteiische eingesetzt werden. Der Streik ist eine drastische Folge aus der zunehmenden Gewalt gegen Schiedsrichter. Aktueller Auslöser war der Vorfall beim Spiel des FC Rot-Weiß Heiligenhaus gegen die SSVg Velbert III am 29. März, wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Aus dem Kreisschiedsrichterausschuss heißt es, dass der eingesetzte Unparteiische von mehreren Personen über den Platz gejagt, körperlich angegriffen und "erheblich verletzt" wurde. Das Spiel vor zwei Wochen wurde abgebrochen. Die geplante Neuansetzung drei Tage später wurde schnell abgesagt. Mit dem Streik nun wollen die Schiedsrichter ein deutliches Zeichen setzen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Denn die Gewalt gegen die Unparteiischen nimmt zu. In dem WAZ-Artikel werden einige Fälle von Bedrohungen und Angriffen genannt, sogar eine Morddrohung soll es schon gegeben haben. In dem Statement zum Streik heißt es: "Die Schiedsrichter akzeptieren die aktuellen Rahmenbedingungen und Umgangsformen nicht länger."

Ihrem Streik stellen die Schiedsrichter zudem noch eine Liste an Forderungen bei. Sie erwarten künftig deutliche und spürbare vereinsinterne Konsequenzen für die Täter, etwa Vereinsausschlüsse oder Hausverbote. Sie erwarten eine stärkere Prävention in den Klubs und eine klare Haltung aller "Funktionsträger in den Vereinen, dass Gewalt, Diskriminierung und Feindseligkeiten im Fußball keinen Platz haben." Das Ziel des Streiks, so schreiben die Schiedsrichter, sei, allen Beteiligten die Augen zu öffnen. "Es darf nicht erst dann gehandelt werden, wenn der erste Schiedsrichter nach einem Angriff mit dem Krankenwagen vom Platz gefahren wird oder dauerhaft gesundheitliche Schäden davonträgt."

"Wir erwarten, dass die Vereine [...] wachgerüttelt werden. Wir sind ein Teil des Fussballspiels und nicht nur Dienstleister", sagte Hoffmann dem WDR. Beim Vorfall in Velbert war die Polizei vor Ort und leitete laut WDR strafrechtliche Verfahren ein.

Quelle: ntv.de, tno

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