Fußball

Märchen zerplatzt im Chaos "Schwere körperliche und verbale Übergriffe" nach dramatischem Meister-Finale

17.05.2026, 11:52 Uhr
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Nach dem 3:1 wurde es chaotisch. (Foto: IMAGO/Shutterstock)

Heart of Midlothian steht wenige Minuten vor der Krönung eines Fußballmärchens. Doch dann platzen alle Träume - und danach wird es wirklich unschön.

Der schottische Fußball-Erstligist Heart of Midlothian hat nach der knapp verpassten Meisterschaft die "beschämenden Szenen" nach der entscheidenden Niederlage im Endspiel bei Celtic Glasgow scharf verurteilt. Der Platzsturm der Celtic-Fans nach dem entscheidenden Treffer durch Callum Osmand (90.+8) zum 3:1-Endstand würde "den schottischen Fußball einmal mehr in Verlegenheit" bringen, hieß es in einer vom Klub veröffentlichten Mitteilung: "Berichte über schwere körperliche und verbale Übergriffe gegen unsere Spieler und Mitarbeiter, sowohl auf dem Spielfeld als auch anderswo, sind zutiefst beunruhigend."

Nach der unübersichtlichen Situation verließen die Spieler um den deutschen Torhüter Alexander Schwolow fast fluchtartig den Celtic Park, Teammanager Derek McInnes verzichtete auf die Pressekonferenz.

"Wir werden uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter äußern, außer dass es völlig inakzeptabel ist, dass unsere Spieler und Mitarbeiter dieser Situation ausgesetzt wurden", teilte der Vizemeister mit. Im Stadion habe eine "bedrohliche und einschüchternde Atmosphäre" geherrscht. So habe man "keine andere Wahl gehabt, als den Celtic Park zu verlassen".

Celtic wird Rekordmeister

Celtic hatte zuvor dem Fußball-Märchen von Heart of Midlothian ein Happy End verwehrt. Durch den Sieg entriss die Mannschaft von Teammanager Martin O'Neill dem Außenseiter noch die Tabellenführung und feierte mit zwei Punkten Vorsprung den 56. Liga-Titel. Celtic überholte mit der vierten Meisterschaft in Serie und der 13. in den vergangenen 14 Jahren auch Lokalrivale Rangers (55).

Vor den Augen von Celtics Edelfan Rod Stewart erzielten der Japaner Daizen Maeda (87.) und Osmand die entscheidenden Treffer zum Sieg und zur Rekordmeisterschaft. Kapitän Lawrence Shakland hatte die Hearts mit seinem 16. Saisontor zunächst in Führung gebracht (43.). Der Belgier Arne Engels, 2024 vom FC Augsburg zu Celtic gewechselt, verwandelte einen Handelfmeter zum Ausgleich (45.+4). Der langjährige Bundesliga-Torhüter Schwolow hatte dabei die Ecke geahnt, der Ball aber rutschte unter seinem Körper durch.

Die Hearts hatten ihren fünften Meistertitel bereits 1965 und 1986 am letzten Spieltag verpasst. Der letzte schottische Meister, der nicht Celtic oder Rangers hieß, war 1985 der FC Aberdeen, der damals unter Sir Alex Ferguson seinen Erfolg von 1984 hatte wiederholen können.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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