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"Hat seine Pflicht verletzt" So erklärt Schalkes Ehrenrat den Fall Tönnies

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies. Foto: Guido Kirchner/Archivbild

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies. Foto: Guido Kirchner/Archivbild

(Foto: Guido Kirchner/dpa)

Clemens Tönnies bleibt nach seinen rassistischen Aussagen Aufsichtsratschef des FC Schalke 04. Er lässt sein Amt aber zur Buße drei Monate ruhen. Das ist das Ergebnis der Befragung durch den Ehrenrat des Fußball-Bundesligisten.

Der Ehrenrat des FC Schalke 04 tagte am diesem Dienstag bis 23 Uhr zum Fall Clemens Tönnies. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Fußball-Bundesligisten hatte sich bei einer Veranstaltung des Handwerks in Paderborn rassistisch über Afrikaner geäußert. Nachdem die Aussagen ("Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren.") öffentlich wurden, forderten zahlreiche Menschen Konsequenzen für den Milliardär - von ehemaligen Schalke-Profis wie Hans Sarpei und Gerald Asamoah bis hin zu Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

Der Ehrenrat hatte nun über vereinsinterne Konsequenzen zu befinden, die Sanktionsmöglichkeiten des Gremiums reichten bis hin zu einem Vereinsausschluss. Am Ende akzeptierte das fünfköpfige Gremium den Vorschlag von Tönnies, sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen und dann seine Tätigkeit wieder aufzunehmen.

Hier die Erklärung des Gremiums im Wortlaut:

"Der Ehrenrat des FC Schalke 04 hat am Dienstagabend (6.8.) in der Sache Tönnies verhandelt. Das Gremium ist nach mehrstündiger Sitzung zu dem Ergebnis gelangt, dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist.

Vorzuwerfen ist ihm allerdings, gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben. Clemens Tönnies hat diese - insbesondere den Vorsitzenden des Aufsichtsrats treffende - Pflicht verletzt. Den Verstoß hat er in der Sitzung vom Dienstag eingeräumt und ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht.

Clemens Tönnies hat aufgrund dessen erklärt, sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats und dessen Vorsitz für einen Zeitraum von drei Monaten ruhen zu lassen. Danach wird er seine Tätigkeit im Aufsichtsrat wieder aufnehmen.

Der Ehrenrat begrüßt die Haltung von Clemens Tönnies und nimmt beide Erklärungen zustimmend zur Kenntnis."

Quelle: n-tv.de, ter

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