Fußball

Letzter Weltmeister von 1954 Sorge um Eckel wächst nach schwerem Sturz

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Eckel im Frühjahr 2020.

(Foto: imago images/Herbert Bucco)

Rippen gebrochen, Nase gebrochen, Kieferhöhle gebrochen: Bei einem Sturz in den eigenen vier Wänden verletzt sich Horst Eckel schwer. Dem letzten lebenden Weltmeister von 1954 geht es trotzdem gut. Doch nicht nur seine Tochter macht sich Gedanken.

Die Behandlung ist die, die einem Helden gebührt. Die Mitarbeiter der Homburger Klinik haben für ihren prominenten Patienten schließlich eigens den Film organisiert, in dem es um ihn geht. Es war allerdings großes Glück, dass Horst Eckel über Weihnachten relativ entspannt "Das Wunder von Bern" mit dem Krankenhaus-Personal gucken konnte.

"Er hat keine starken Schmerzen. Aber die Ärzte haben gesagt, es hätte auch ganz anders ausgehen können", berichtete Eckels Tochter Dagmar über den schweren Sturz im Haushalt, bei dem der letzte lebende Fußball-Weltmeister von 1954 zwei Tage vor Heiligabend schwere Verletzungen erlitten hat. Mehrere Rippenbrüche, einen Nasen- und Kiefernhöhlenbruch sowie eine Gehirnerschütterung trug der 88-Jährige davon.

Eckel geht es aber schon wieder so gut, dass er am Mittwoch in die Geriatrie-Abteilung überwiesen wird, um mit der Rehabilitation zu beginnen. Die Sorgen beim Blick in die Zukunft bleiben allerdings. "Noch einmal zu fallen, wäre sehr schlimm", sagte Dagmar Eckel über ihren Vater, der eigentlich so schnell wie möglich nach Hause zu seiner Frau Hannelore ins pfälzische Vogelbach zurückkehren möchte: "Man muss ihn schützen. Er nimmt das alles etwas zu leicht."

Noch immer ein Idol in der Pfalz

Zuletzt war Eckel vor zwei Monaten in der Öffentlichkeit zu sehen. Bei einigen Veranstaltungen rund um die Erinnerung an Fritz Walter, der am 31. Oktober 100 Jahre alt geworden wäre, war die Ikone des 1. FC Kaiserslautern mit von der Partie. Die Nachricht von seinem Sturz hat deshalb gerade bei den Anhängern der Roten Teufel Besorgnis hervorgerufen. Eckel, der mit seinen vier Klubkollegen Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich den FCK-Block der deutschen WM-Elf bildete, wird in der Pfalz nach wie vor als großes Idol verehrt.

Der jüngste WM-Spieler in der Mannschaft von Trainer Sepp Herberger, der zwischen 1952 und 1958 insgesamt 32-mal für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auflief, wurde mit dem FCK zweimal deutscher Meister (1951 und 1953). Den größten Ruhm brachte Eckel, der aufgrund seiner schlanken Statur und seiner Laufstärke den Spitznamen "Windhund" erhielt, aber der WM-Triumph ein. Das 3:2 nach 0:2-Rückstand am 4. Juli 1954 im Finale gegen die als unschlagbar geltenden Ungarn ist der größte Mythos des deutschen Fußballs. Historiker sehen den Tag als das eigentliche Gründungsdatum der Bundesrepublik Deutschland.

Seit dem Tod von Hans Schäfer im November 2017 ist Eckel, der auf dem Betzenberg gemeinsam mit den anderen FCK-Weltmeistern in einem Bronze-Denkmal verewigt ist, der letzte lebende Held von Bern. "Jetzt bin ich der Letzte der Mannschaft und ich vermisse meine Kameraden", sagte Eckel nach dem Tod Schäfers: "Es ziehen die Bilder jedes Einzelnen vor meinen Augen vorbei und auch die Erinnerung an ausgelassene Zeiten, Lachen und Freude. Unsere Kameradschaft und der Fußball wird uns für alle Zeiten miteinander verbinden."

Quelle: ntv.de, Alexander Sarter, sid