Fußball

Nach Beleidigungen bei FA-Cup Spurs-Star rastet aus und geht auf Fan los

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Eric Dier kannte nach dem Spiel kein Halten mehr.

(Foto: imago images/PA Images)

Nach dem Pokal-Spiel zwischen Norwich und Tottenham interessiert sich keiner für das Ergebnis. Zu sehr sorgt ein Eklat nach Abpfiff der Partie für Aufsehen: Tottenhams Eric Dier rastet aus, stürmt auf die Tribüne und attackiert einen Fan. Es ging um seinen Bruder.

Tottenham-Profi Eric Dier steht vor einer vermutlich langen Sperre, nachdem er nach der FA-Cup-Partie gegen Norwich wenige Minuten nach dem verlorenen Elfmeterschießen auf der Tribüne mit einem Fan aneinandergeraten ist. Wie mehrere Videos, die in den sozialen Netzwerken aufgetaucht sind, zeigen, rastete Dier aus, stürmte auf die Tribüne, kletterte aufgebracht über 20 Sitzreihen und stellte den Pöbler zur Rede. Augenzeugen berichten, dass der dabei immer wieder "Er ist mein Bruder!" geschrien haben soll. Der aufgebrachte Tottenham-Star musste von mehreren Ordnern und anderen Fans gebremst werden, immer wieder stürmte der 26-Jährige nach vorne und attackierte seinen Widersacher in einem hitzigen Schlagabtausch.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hatte sich der betreffende Tottenham-Fan zuvor abfällig über die anwesende Familie und vor allem den jüngeren Bruder von Eric Dier geäußert. Wie die vermeintlichen Beleidigungen zu Dier selbst durchgedrungen sind, ist bisher unklar. Tottenhams Chef-Trainer José Mourinho kritisierte in einer Pressekonferenz Dier zwar für dessen Verhalten, nahm ihn aber trotzdem in Schutz. "Diese Person hat Eric beleidigt, genauso wie seinen jüngeren Bruder und die anwesende Familie. Natürlich war Eric darüber nicht erfreut. Er hat das gemacht, was man als Profi nicht tun darf, das möchte ich wirklich betonen, aber man wahrscheinlich manchmal gern tun würde."

Pöbler sei kein "wahrer Fan"

Der Vorfall soll sich Medienberichten zufolge in dem Bereich abgespielt haben, in dem Angehörige der Spieler Karten haben. Ein Bereich, in dem laut Mourinho neben den Familien nicht die "wahren Fans" sitzen. "Von diesen Leuten in diesen privilegierten Positionen, in diesem Bereich des Tunnels, sind natürlich einige Tottenham-Fans, aber ich denke, es sind eine Menge Leute, die eingeladen wurden, Menschen mit einem gewissen Sonderstatus. Die echten Fans würden uns bis zum letzten Ball unterstützen."

Nach dem Vorfall wurde Dier in die Umkleidekabine begleitet, soll dort noch etwa eine Stunde nach Abpfiff gesessen haben. Zuerst wurde vermutet, Dier reagierte empfindlich auf rassistische Beleidigungen gegen seinen Mitspieler Gedson Fernandes. Mourinho gab zwar zu, dass sein Schützling über das Ziel hinausgeschossen war, zu Gerüchten über Beleidigungen gegenüber Fernandes wollte sich der Chef-Coach allerdings nicht äußern. Sollte der Verein etwas gegen den englischen Nationalspieler unternehmen wollen, kann der auf den Schutz seines Trainers setzen: "Wenn der Verein etwas tun will, werde ich nicht zustimmen."

Eric Dier ist eines von sechs Kindern, hat zwei jüngere Brüder, Edward und Patrick. Bisher ist noch unklar, welcher der Brüder an der Auseinandersetzung beteiligt war. Kommende Woche soll Dier in einer Anhörung dem englischen Fußballverband gegenüber seine Version der Ereignisse vorlegen. Dabei muss er nicht nur sein Verhalten gegenüber dem Fan erklären, sondern sich auch dafür rechtfertigen, dass er ohne Erlaubnis das Spielfeld verlassen hat.

Quelle: ntv.de, lgr