Fußball

Unter CL macht er's nicht Superstar a. D. Götze sucht den Topklub

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Götze hat seinen Traum fest im Blick. Doch Träume können auch platzen ...

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Mario Götze ist vereinslos, doch seine Erwartungen sind hoch: Der WM-Held von 2014 will noch die Champions League gewinnen. Es muss also ein Topklub sein, für den er künftig spielt. Fraglich, ob das mit dem Götze von 2020 zusammenpasst.

Ein Leben unter Palmen am Miami Beach, Luxus in der staubigen Hitze von Doha - dafür ist es Mario Götze noch ein paar Jahre zu früh. Mit 28 hängt der WM-Held von 2014 seit Ende Juni zwar vertragslos in der Luft. Aber Yoga, Kampfsport und harte Arbeit sollen ihn noch einmal nach oben führen. Nach ganz oben.

"Mein Fokus liegt auf Europa. Ich habe ehrgeizige Ziele und will unbedingt noch die Champions League gewinnen", sagte Götze, in seinem ersten Interview seit Monaten, der "Bild"-Zeitung. "Das treibt mich jeden Tag, in jeder Einheit an." Er wolle seine Karriere nicht beenden, ohne diesen "geilsten Wettbewerb" gewonnen zu haben. 2013 war er schon ganz nah dran. Unmittelbar vor seinem Wechsel zum FC Bayern forderte Borussia Dortmund im "German Endspiel" von Wembley die Münchner heraus - und verlor 1:2. Götze fehlte verletzt.

Weil ihn die drei Jahre beim FC Bayern wenig weiterbrachten und auch die Rückkehr zum BVB nicht seine beste Entscheidung war, ist es fraglich, ob Mario Götze den absoluten Spitzenverein finden wird, den er sich vorstellt. Gerade erst hat er seinen Berater schon wieder gewechselt. Auch Bundesligaklubs seien denkbar, sagt er, schließlich gehöre Deutschland zu Europa - doch wie will man hierzulande Champions-League-Sieger werden, wenn nicht mit Bayern oder Dortmund? Wohl kaum mit Bayer Leverkusen.

Götze preist sich an

Götze wirkt jedenfalls topfit. Beim Kickboxen fliegt er durch die Luft, er sieht drahtig aus, schmaler. "Ich fühle mich richtig gut", betont er. "Ich bin mir sicher, dass ich keine lange Eingewöhnungszeit brauche. Ich habe hart und spezifisch trainiert." Das hat sich anscheinend gelohnt. Der Markt allerdings wäre für ihn schon in normalen Tagen schwierig. "Durch Corona herrscht gerade eine besondere Situation, an die sich jeder anpassen muss", sagt er. Die Vereine gehen keine Risiken ein. Mario Götze zu verpflichten, ist aber ein Risiko.

Götze preist sich an, im wahrsten Sinne: Geld spiele jetzt "eine untergeordnete Rolle". Angeblich hat er in Dortmund zehn Millionen Euro pro Jahr verdient. "Selbstverständlich kann eine solche Summe nicht als Grundlage für meine Verhandlungen dienen", sagt er, ohne die Summe zu bestätigen. Entscheidend sei das Sportliche: "Meine Sehnsucht nach Fußball ist sehr groß."

In Dortmund konnte er diese zuletzt nicht stillen. Bei Trainer Lucien Favre spielte er keine Rolle. 3060 Bundesliga-Minuten wären 2019/20 maximal zu absolvieren gewesen, Mario Götze kam auf 514. Aus diesem Loch will er sich herausziehen. Aufs höchste Niveau. Ein Angebot von Inter Miami, dem Klub von David Beckham, hat er deshalb abgelehnt. Es kam ein paar Jahre zu früh.

Quelle: ntv.de, Thomas Nowag, sid