"Definitiv auf dem falschen Weg"Tottenham-Trainer nach Kaffee aus dem falschen Becher unter Beschuss

Der Däne Thomas Frank soll Tottenham Hotspur zurück in die Spitze der englischen Premier League führen. Nach der Hälfte der Saison aber steht der Klub in der unteren Hälfte der Tabelle. Jetzt trinkt er auch noch Kaffee aus einem falschen Becher. Die Luft wird dünn.
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der nach dem Wiederaufstieg im Sommer 2026 kriselnde FC Schalke 04 absolviert ein Auswärtsspiel beim 1. FC Union Berlin, der nur wenige Tage zuvor Borussia Dortmund im Stadion An der Alten Försterei empfangen hat. Vor Spielbeginn schlendert Schalke-Trainer Miron Muslic über den Platz und schlürft dabei genüsslich einen Becher Kaffee.
Dann zoomt die Kamera auf den Becher, auf dem nun das BVB-Logo zu erkennen ist. Innerhalb weniger Minuten türmt sich in den sozialen Medien ein Shitstorm auf. "Hat Muslic den Verstand verloren?", heißt es. Der Shitstorm ist nicht mehr einzufangen, schon gar nicht nach einer die Krise nur verschärfenden 2:3-Pleite.
Genau das ist Tottenham-Trainer Thomas Frank in Bournemouth passiert. Er trank Kaffee aus einem Becher mit dem Logo des Nord-Londoner Lokalrivalen Arsenal. Ohnehin schon unter Druck, musste er sich nun für diesen Fauxpas rechtfertigen. "Es wäre wirklich absolut bescheuert von mir, einen Arsenal-Becher zu nehmen", sagte er nach dem Spiel, das Tottenham in letzter Minute verlor. Er habe nur einen Espresso trinken wollen, der Becher sei ihm gereicht worden.
"Arsenal waren die letzten Gäste hier in der Umkleidekabine." Und die, so heißt es, hatten wie jeder andere Klub auch von den Gastgebern Becher mit Vereinsbranding bekommen. Diese waren wohl nach dem 3:2 der Gunners am vergangenen Samstag nicht alle aus der Kabine geräumt worden.
"Das wäre wirklich dumm"
"Ich finde es schon traurig, dass mir solche Fragen gestellt werden. Wir sind definitiv auf dem falschen Weg, wenn wir uns jetzt Gedanken machen, dass ich aus dem Becher eines anderen Vereins trinke", sagte der Däne. "Das würde ich natürlich nie tun. Das wäre wirklich dumm." Hatte er aber getan, wenn auch ohne Absicht. Die Aufregung war groß.
Natürlich wurde auch der Rauswurf des Trainers gefordert. Der ehemalige Tottenham-Spieler Jamie O'Hara und heutige Experte bei "Talksport" schimpfte exemplarisch, natürlich auf X: "Sofort rauswerfen. Er sollte keine Minute mehr unseren wunderbaren Verein trainieren. Er versteht es einfach nicht, und er wird es nie verstehen."
Verschärft wurde die Aufregung natürlich durch die späte Niederlage, die Tottenham weiter in die Krise stürzte. Nur ein Sieg aus den vergangenen fünf Spielen, Tabellenplatz 14, weit weg von den europäischen Rängen, nur durch die Schwäche der Klubs im Tabellenkeller ohne Abstiegssorgen.
"Das war heute eine harte Nummer für alle, die es mit Tottenham halten", sagte Frank. "Hoffentlich kann jeder sehen, wie hart wir arbeiten, um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken." Was erneut nicht gelang. "Das ist extrem schmerzhaft. Daher sind die Leute natürlich frustriert. Das ist selbstverständlich."