Fußball

Nach Prügelattacke auf Schiri Verband bestraft Spieler hart und Klub härter

Im November streckt ein Amateurfußballer einen Linienrichter mit einem harten Fausthieb nieder. Nun verkündet der Verband sein Urteil - mit dem er Spieler und Verein hart bestraft. Erledigt ist der Vorgang für den Schläger damit aber nicht. Ihm drohen noch straf- und zivilrechtliche Konsequenzen.

Nach einer Attacke auf einen Unparteiischen bei einem Amateur-Fußballspiel in Rheinland-Pfalz ist ein Spieler des Verbandsligisten TuS Rüssingen zu zwei Jahren Sperre und Ausschluss aus dem Südwestdeutschen Fußballverband verurteilt worden. Das teilte der Verband mit Sitz in Edenkoben mit. Das abgebrochene Spiel wurde mit 2:0 für den SV Alemannia Waldalgesheim gewertet. Der TuS Rüssingen wurde zu einer Geldstrafe von 7500 Euro verurteilt und ist bis 2022 aus dem Verbandspokal ausgeschlossen - dagegen kann der Verein aus dem Donnersbergkreis aber Berufung einlegen.

Zu dem Vorfall war es am 20. November gekommen: Der Rüssinger Spieler hatte vor der Eskalation wegen eines Revanchefouls die Rote Karte gesehen, danach rastete er aus, wie ein Video zeigt. Nach einer Rudelbildung ging der Spieler auf den Linienrichter los und verpasste ihm einen Fausthieb ins Gesicht. Mitspieler hatten versucht, den Gewalttäter zurückzuhalten – aber vergeblich. Der Unparteiische kam immerhin wieder auf die Beine und konnte den Platz ohne Hilfe verlassen. Rüssingen spielte bereits wegen einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl, führte aber in dem Halbfinale des Verbandspokal Südwest mit 1:0.

"Das Geschehene ist nicht greifbar"

"Auch einen Tag später befinden wir uns im Zustand einer Ohnmacht; das Geschehene ist immer noch nicht greifbar", schrieb Dirk Dedores, Spielleiter der TuS Rüssingen, in einer ersten Stellungnahme des Vereins. "Er wird nie wieder für uns spielen", sagte Dedores der "Rheinpfalz". Der Spieler selbst hatte sich gegenüber der "Bild" reumütig gezeigt. "Ich möchte den Linienrichter um Entschuldigung bitten. Natürlich war es ein Fehler, ich weiß nicht, was ich da gemacht habe. Ich möchte mich bei allen Menschen dafür entschuldigen, es tut mir sehr leid." Vor einer langen Sperre konnte ihn das nicht bewahren, vor straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen wohl auch nicht.

Der attackierte Linienrichter Jens Schmidt wollte laut "Rheinpfalz" nämlich Anzeige wegen Körperverletzung erstatten. "Das linke Auge ist dick. Ich habe Kopfschmerzen und mir ist schwindelig. Ich habe mich in der Nacht zwei-, dreimal übergeben", sagte Schmidt.

Rüssingens Trainer Akgün Yalcin hatte derweil unmittelbar nach dem Spielabbruch eine eigenwillige Art, den Gewaltausbruch einzuordnen. Wie die "Rheinpfalz" berichtete verurteilte Yalcin zwar die Aktion seines Spielers,  gab aber auch dem Schiedsrichter eine Mitschuld. "Die Karten waren überzogen." Ein Wunsch bekam der Trainer jetzt erfüllt: "Ich kann mir das nicht erklären. Mir tut der Junge leid. Natürlich muss er eine spürbare Strafe bekommen, nur so lernt er aus dem Fehler!"

Quelle: n-tv.de, ter/dpa/sid

Mehr zum Thema